Donnersbergkreis Konkurrenz für schiefen Turm von Pisa
Eine gewisse Anziehungskraft ist ihm nicht abzusprechen: Als „schiefes Buswartehäuschen von Falkenstein“ macht das aus Richtung Imsbach vor dem „unteren“ Ortseingang gelegene Holzbauwerk dem berühmten Turm von Pisa durchaus Konkurrenz. Der Falkensteiner Gemeinderat ist allerdings von dem Anblick weniger fasziniert: Bereits zum dritten Mal ist der Unterstand von Verkehrsteilnehmern beschädigt worden – „und keiner will’s gewesen sein“, wie Ortsbürgermeister Volker Demmerle in der jüngsten Sitzung beklagte. Nun wird sogar über eine Verlegung nachgedacht.
Aus Holz hergestellt, ist die verzahnte Konstruktion baulich durchaus in einem guten Zustand. Allein: Das Wartehäuschen hängt derzeit da „wie e Schippe Siewe“, wie der Nordpfälzer sagen würde. Dreimal sind bislang unbekannte Fahrer gegen das Bauwerk gebrummt, alle drei Vorfälle hat die Ortsgemeinde Falkenstein als Eigentümerin der Polizei gemeldet. Trotz Lackspuren konnte bislang jedoch kein Verantwortlicher ausfindig gemacht werden. „So blieb uns nichts anderes übrig, als die Reparaturrechnungen selbst zu bezahlen“, sagte Demmerle mit Verweis auf die beiden ersten Beschädigungen und die angespannte Finanzlage der Gemeinde. Vor einigen Wochen hat’s ein drittes Mal gekracht, mit deutlich sichtbaren Folgen. Auch dieser Unfall ist der zuständigen Polizeidienststelle in Rockenhausen gemeldet worden. Doch Demmerle befürchtet, dass auch dieses Mal die Kosten für die Instandsetzung an der Kommune hängen bleiben: „Dass ein Verursacher gefunden wird, daran glaube ich nicht mehr.“ Gleiches gelte für den Laternenmast, „den auch keiner beschädigt haben will“, so Demmerle. Die Bushaltestelle liegt unterhalb der Falkensteiner Wohnbebauung und etwas abseits der Straße. Deshalb müssen Omnibusse rückwärts in die Stichstraße einfahren. Dorthin verirren sich hin und wieder auch Lastwagen – somit ist es keineswegs sicher, dass die Schäden von Bussen verursacht worden sind. Die Ratsmitglieder haben nun über das Anlegen einer Wendeschleife nachgedacht. Eine Variante sieht eine Busspur um den Platz des Buswartehäuschens vor. Damit verbunden wäre allerdings auch das Abtragen von Erdreich. Die geschätzten Kosten für die Maßnahme liegen bei satten 70.000 Euro – entsprechend schnell war die Idee vom Ratstisch: Eine solche Investition kann sich die Ortsgemeinde nicht leisten, so die einhellige Meinung. Wesentlich günstiger wäre eine lediglich ausgebaute Zufahrt und der Bau einer neuen Unterstellmöglichkeit zum Abhang hin. Ein Wartehäuschen in der Größe von zwei auf drei Metern sei ausreichend, so die Ortsvertreter. Das Gebäude sollte wieder aus Holz sein. Die Kosten für diese Lösung wurden auf insgesamt 18.000 Euro beziffert, was sich aus dem Gemeindehaushalt schultern lasse, sagte Demmerle. Aus dem Rat wurden dann allerdings Stimmen laut, dass der ideale Haltepunkt ohnehin in der Ortsmitte wäre. Ursprünglich hatte sich die Haltestelle in Höhe des Bürgerhauses befunden, war dann allerdings mangels Wendemöglichkeiten an den Ortsrand verlegt worden. Eine Rückverlegung halten alle Ratsmitglieder für denkbar, die Überlegungen zur Umgestaltung des jetzigen Standortes wurden daher zurückgestellt. Bevor über weitere Schritte entschieden wird, will die Ortsgemeinde zunächst eine Stellungnahme des Verkehrsverbundes einholen. Und das „schiefe Buswartehäuschen von Falkenstein“ bleibt erst mal bestehen ...