Donnersbergkreis Konjunktur des Handwerks zu spüren

Auf vielen Ebenen unterwegs: die Berufsbildende Schule I Technik im Schulzentrum Nord auf dem Kaiserberg.
Auf vielen Ebenen unterwegs: die Berufsbildende Schule I Technik im Schulzentrum Nord auf dem Kaiserberg.

Eine Vielfalt an Ausbildungsberufen finden Jugendliche im Handwerk und in technischen Berufen. Wer sich für eine duale Berufsausbildung in diesen Bereichen entscheidet, besucht neben seiner Tätigkeit im Betrieb die Berufsschule. In Kaiserslautern ist es die Berufsbildende Schule I Technik, in der die jungen Erwachsenen den schulischen Teil ihrer Berufsausbildung absolvieren. Je nach Vorbildung erstreckt sich die Ausbildung über zwei bis dreieinhalb Jahre.

Neben 125 Fachklassen der Berufsschule mit 2300 Schülern werden an der BBS I Technik weitere 28 Klassen mit 710 Schülern in Vollzeitform geführt. Unterrichtet werden die Schüler im Schulzentrum Nord auf dem Kaiserberg von 125 Lehrerinnen und Lehrern. „Schwerpunkt unserer unterrichtlichen Tätigkeit ist die Berufsschule“, so Schulleiter Frank Simbgen. Partner der BBS I in der Berufsausbildung seien neben den Betrieben die Handwerkskammer, die Innungen und die Industrie- und Handelskammer. Dass das Handwerk Konjunktur hat, spürt die Schule beispielsweise im Anstieg der Auszubildenden in Bauberufen, in der industriellen Ausbildung wie Elektro und Metall sowie im Gastronomiegewerbe. Für die duale Ausbildung in Gewerbe und Technik führt die BBS I 60 Berufe. Starke Klassen finden sich nach Angaben des Schulleiters im Bereich Bautechnik. Bauzeichner und Maurer, Dachdecker, Tischler und Zimmerer gehören in diese Kategorie. Weniger groß sei dagegen das Interesse im Bereich Bautechnik an den Berufen Fliesenleger und Stuckateur. Im Bereich Metalltechnik rangieren unter den handwerklichen Berufen der Kfz-Mechatroniker und der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, unter den industriellen Berufen der Werkzeugmechaniker und der Modellbaumechaniker vorne. Mit der Zeit gewandelt habe sich der Beruf des Technischen Zeichners. Er nennt sich heute „Technischer Produktdesigner“. Er trägt mit dazu bei, dass auch große Geräte wie beispielsweise ein Gabelstapler ein schönes Design haben und dabei noch richtig funktionieren. Für die Ausbildungsberufe zum Schornsteinfeger, zum Modellbauer und zur Kosmetikerin führt die Schule sogenannte Landesfachklassen, die neben einer schulischen und betrieblichen Ausbildung eine überbetriebliche Unterweisung an der BBS I gewährleisten. Der Unterricht an der Berufsschule wird für die meisten Fachklassen in Teilzeit, einmal wöchentlich, und je nach Ausbildungsberuf auch als Blockunterricht von drei bis vier Wochen angeboten. Die im Unterricht der Berufsschule erworbene Theorie wird in bestimmten Berufen durch fachpraktische Inhalte, für die Werkstätten und Labore zur Verfügung stehen, ergänzt. Dazu gehören beispielsweise eine Kfz-Werkstatt, ein Friseursalon und ein Kosmetikstudio. Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), das an der BBS I mit den Schwerpunkten Holz, Farbe, Bau und Metall geführt wird, wird in der Regel von Schülern besucht, die aus den achten Klassen von Realschulen plus, Integrierten Gesamtschulen oder Förderschulen kommen. Ihnen bietet sich die Gelegenheit, im BVJ die Berufsreife zu erlangen. Die Berufsfachschule I in der Fachrichtung Technik vermittelt eine berufliche Grundbildung in den Schwerpunkten Metall, Elektro, Farbtechnik/Raumgestaltung und Ernährung. Auf die einjährige BF I baut die einjährige Berufsfachschule II Technik auf. Sie schließt mit dem qualifizierten Sekundarabschluss I ab. Gut frequentiert ist an der BBS I die Höhere Berufsfachschule (HBF) mit den Schwerpunkten Mechatronik und Informatik. Interessant ist die HBF für Jugendliche, die im Anschluss beabsichtigen, eine Berufsausbildung in diesen Fachrichtungen einzuschlagen. Auch ist mit dem Abschluss der HBF der Erwerb der Fachhochschulreife möglich. Die Allgemeine Hochschulreife kann an der BBS I am Technischen Gymnasium (TG) erworben werden. Am beruflichen Gymnasium mit den Stufen 11 bis 13 wird der Unterricht in traditionellen Gymnasialfächern und in ingenieurwissenschaftlichen Technikfächern erteilt. Im Leistungskurs Technik haben Schüler die Wahl zwischen den Schwerpunkten Bau, Bau bilingual, Umwelttechnik, Elektro und Metall. Rund 200 Schüler besuchen das TG. Zu weiteren Schulformen der BBS I gehören die Berufsoberschule (BOS) I und II sowie die Duale Berufsoberschule. Sie ermöglichen Teilnehmern aus dem Berufsleben die Fachhochschulreife (BOS I) und die Allgemeine Hochschulreife (BOS II). Einzigartig in Rheinland-Pfalz sei die Fachschule mit den Schwerpunkten Holz und Lebensmitteltechnik, so Simbgen. Sie kann im Anschluss an eine Berufsausbildung besucht werden und schließt mit dem „Techniker“ in der jeweiligen Sparte ab. Der Abschluss ist dem Handwerksmeister gleichgestellt. „Unserer Schule ist die Arbeit mit und an den Schülern wichtig“, verweist der Schulleiter auf das Ziel einer erfolgreichen Berufsausbildung. Weiter sei es der BBS I ein Anliegen, Jugendlichen nach einer abgebrochenen Berufsausbildung neue Wege in eine berufliche Zukunft aufzuzeigen. Das gehe nur mit einer engen Kooperation zwischen Eltern, Betrieben und den entsprechenden Kammern. Simbgen: „Wir verfügen in unserem Haus über ein großes Wissen und sind auf vielen Ebenen unterwegs.“ Info Internet: www.bbs1-kl.de

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