Donnersbergkreis Knapp 4000 junge Narren

Junges Gemüse: Beim Jugendmaskenzug in Mainz sind die kleinen Narren Hauptakteure.
Junges Gemüse: Beim Jugendmaskenzug in Mainz sind die kleinen Narren Hauptakteure.

«Mainz.» Er ist der größte Kinder- und Jugendmaskenzug Europas, seit mehr als 60 Jahren gehört er zur Mainzer Fasnacht – ob der 62. Mainzer Jugendmaskenzug in diesem Jahr stattfindet, stand lange auf der Kippe. Das Land Rheinland-Pfalz hat die neue Winterferienwoche genau auf die Woche vor Fasnacht gelegt und damit den vorwiegend von Schulen und Kindergärten getragenen Umzug torpediert. Nun wurde eine Entscheidung getroffen.

Es wird ein ungewöhnliches Wochenende: Am Samstag feiern die Mainzer einfach schon mal eine große Fasnachtsparty – Straßensperrungen und Lkw-Fahrverbot inklusive. Und das, während gleichzeitig Mainzer Wochenmarkt und Einkaufssamstag wie gewohnt stattfinden. Das Experiment gilt der Rettung einer Tradition: Zum 62. Mal findet der Mainzer Kinder- und Jugendmaskenzug statt, und das war alles andere als selbstverständlich. Mehr als 60 Jahre lang zog der Jugendmaskenzug am Samstag vor Fasnacht durch Mainz. Es war eine praktische Tradition: Der Jugendmaskenzug nutzte die Infrastruktur des großen Bruders einfach schon mal mit – von Absperrungen über Toiletten bis hin zum Sicherheitskonzept. Dann verlegte das Land Rheinland-Pfalz die neu eingeführten Winterferien ausgerechnet auf die Woche vor Fasnacht – und dem Jugendmaskenzug drohte das Aus. „Wir mussten ein eigenes Sicherheitskonzept für den Jugendumzug entwickeln“, erklärt Organisatorin Cathrin Tronser, das Ergebnis: Die Kosten schnellten auf 22.000 Euro hoch, das war doppelt so viel wie sonst. Am Ende gelang es durch Sponsoren die Finanzierung zu stemmen, nun kann der Umzug doch rollen. „Wichtig ist: Der Jugendmaskenzug läuft“, betont Ko-Organisator Kurt Merkator, „wäre er auch nur einmal ausgefallen, wäre er tot, davon bin ich überzeugt“. Nun wird sich der Maskenzug wie gewohnt um 14.11 Uhr in der Mainzer Boppstraße in Bewegung setzen und auf seiner Route via Kaiserstraße und Schillerstraße zur Ludwigsstraße sowie hinunter zum Dom marschieren. Rund 3700 Teilnehmer sind gemeldet, darunter sind allein acht Schulen mit etwa 1600 Teilnehmern. Das sind allerdings weniger als im Vorjahr, als 4500 Wesen aus der Comicwelt Mainz bevölkerten. In diesem Jahr steht der Umzug im Zeichen der „Franzosen, Römer und Germanen“, die „zum Leben an den Rhein hier kamen“, wie das diesjährige Motto verkündet. Neu ist in diesem Jahr auch der Kinderprinz: Finn I. aus dem Hause Weber fiebert seinem großen Auftritt auf der Kinderlok entgegen. Das Fernsehen gab den Narren indes einen Korb: Erstmals wird der Jugendmaskenzug nicht vom SWR-Fernsehen übertragen – das sei zu teuer gewesen, hieß es. In Mainz stößt das auf Empörung: Jedes drittklassige Fußballspiel werde übertragen, aber den Zug, den gerade viele Omas und Opas gerne schauten, lasse man einfach links liegen, heißt es. Es wird auch so ein intensives Fasnachtserlebnis: Ab 10.33 Uhr gibt es ein närrisches Rahmenprogramm vor dem Staatstheater mit einer Bühne und Musikzügen. Die Garden laden zum großen Open-Air-Live-Spiel „Gardist, ärger Dich nicht“ mit echten Gardisten als Spielfiguren am Gutenberg-Denkmal ein. Zur Absicherung des Zuges wird es auch an diesem Wochenende Straßensperrungen und Durchfahrverbote geben. Die wichtige Innenstadtroute Kaiserstraße soll nur während des Umzugs für etwa 1,5 Stunden gesperrt werden, dann gelten auch Einfahrtsperren an elf Stellen rund um den Zugweg. Dazu gilt von 12 Uhr bis 17 Uhr ein Lkw-Fahrverbot für die komplette Innenstadt, für Pkw bleibt die Rheinachse aber offen befahrbar.

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