Donnersbergkreis Kleiner Nachbar träumt von großem Pott

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Höringen. Der Titelverteidiger ist draußen! Ausgeschaltet vom kleinen Dorfnachbarn, der jetzt vom Pott träumt: 1:4 verlor der TTC Winnweiler beim starken ASV Höringen. Das ASV-Trio um Marcel Dohmen ist eine Bank. Für die Überraschung sorgte der TTC Börrstadt, er stellte Favorit TTF Rockenhausen das Bein. Auch Bezirksligist TuS Gerbach steht im Viertelfinale. Ein Streifzug durch die zweite Runde.

Er habe Phasen, sagt Rolf Binovec über sich selbst. Das Tischtennis-Schaffen der Leitfigur des TTC Börrstadt gliedert sich in Abschnitte. Abhängig von der physischen Verfassung. Da gibt es die unterirdischen Tage, an denen trifft Binovec nicht mal seinen Paradeschlag, die knallende Rückhand-Peitsche. Und es gibt die herausragenden. Dann pfeffert der Steinbacher alles übers Netz, in einem Höllentempo. Egal, wie kurz der Ball kommt, egal, wie schnittig. Der Schlag sitzt. Am Samstag hatte Binovec einen Glanztag. „Nach dem 0:2 hab’ ich gedacht, genau das hätte nicht passieren dürfen“, blickte er auf das umkämpfte Pokal-Achtelfinale bei den TTF Rockenhausen zurück. „Rolf war extrem stark. Ich hätte nicht gedacht, dass wir das noch drehen“, betonte auch Michael Steinbrecher, Spielführer des klassentieferen TTC. 0:2, dann schlug Binovec auf. Er sackte zwei Einzel ein, mit Steinbrecher das Doppel. Es war einer dieser Tage, an denen alles lief. Entscheidendes Einzel, 3:3, Binovec gegen Rockenhausens Niclas Bauer: Die beiden hämmerten sich die Top-Spins um die Ohren, Ballwechsel mit Pfalzliga-Format. Das Spiel hatte eine solche Klasse, dass Bauer nach der 1:3-Pleite nicht einmal – wie gewohnt – emotional explodierte. „Ich war selbst überrascht, dass es geklappt hat“, so Binovec. Der Rückhand-Schwinger schlug in 90 Prozent der Fälle ein. „Das heute war wirklich unnötig. Aber im Doppel lief gar nichts“, ärgerte sich Michael Kuntz, TTF-Punktegarant. Mit Bauer verlor er – der Knackpunkt. Dass beide Börrstadts Noppen-Künstler Ralf Henzig, kurzzeitig aus Bali eingeflogen, schlugen, war letztlich wertlos. Der Favorit versagte. Anders die beiden Bezirksligisten TuS Gerbach und ASV Höringen. Ihnen gelang der Sprung ins Viertelfinale. Bezirksklasse-Meister Gerbach löste das Ticket gegen den TTC Brücken III. Gewagt: Er lief ohne Spitzen-Trio auf, stellte sozusagen die „zweite Pokalgarnitur“. Mit Erfolg. 4:0, wenn auch mit zwei Fünfsatz-Krimis, rang der TuS um Herbert Weber, Clemens Bieger und Swen Weyrauch den TTC in die Knie. Keine 21 Kilometer weiter, im niedrigen Höringer Gemeindehaus, erteilte der ASV dem TTC Winnweiler, Bezirksliga-Primus und Pokalchampion 2015, eine Lektion. Er warf ihn mit 4:1 raus, Carsten Wiegand holte gegen Martin Seib den Winnweilerer Ehrenpunkt. Der ASV stellte vor der Partie klug um. Florian Haag setzte er auf Drei. Um bewusst auf ein 4:1 zu spielen. „Wir haben uns schon Gedanken gemacht“, bilanzierte Marcel Dohmen, mit zwei Einzeln und einem Doppel Matchwinner. Haag ging so nämlich Wiegand aus dem Weg. Ein Schachzug, der belohnt wurde – denn geradeso besiegte er Frank Willems 3:2. „An sich waren die Spiele schon knapp. Ich denke, es ist realistisch, ins Finale zu kommen“, meinte Dohmen. Einer der Momente der Achtelfinales: Zwar scheiterte der TTC Winnweiler II am TV Alsenborn mit 2:4 – die Duftmarke aber setzte der 15-jährige Spross Ilia Kratschmer. Er triumphierte 3:1 gegen Mario Friedrich, einen etablierten Bezirksliga-Akteur aus dem vorderen Paarkreuz. Die Arbeit des TTC trägt Früchte... (ppp)

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