Donnersbergkreis Kleine Indianer und rüstige Dame
Der Maremer Narren-Club (MNC) feiert in der aktuellen Fasnachtskampagne Jubiläum. Die „Schimmel“ werden 2016/2017 „dreimal elf“ – und ließen es am Samstagnachmittag bei der traditionellen Familiensitzung im großen Saal des Freizeitzentrums am Sportplatz richtig krachen.
Beinahe hätte das Damenballett des MNC ein großes Problem gehabt. Die „feschen Maremer Mädels“ warteten nämlich noch am Freitag auf ihre Kostüme für ihren Auftritt. „Am Samstag um 10 Uhr sind die Kleider aber doch noch gekommen“, erzählte Ramona Hunger-Selzer erleichtert. So konnten die neun Tänzerinnen den rund 150 Gästen ihren einstudierten Cancan dann in der „Original-Kleidung“ präsentieren. Farblich hatte sich das MNC-Damenballett mit den Männern abgestimmt. Auch die Herren traten in rot-schwarz auf - und ließen sich unter die Röcke schauen. Das Männerballett kam nämlich im Highlander-Kostüm auf die Bühne. Doch keine Sorge: Unter den Schottenröcken hatten die harten Jungs Boxer-Shorts an. „Und darunter einen String-Tanga“, erzählte Ballett-Tänzer Dirk Selzer lachend. Nach dem Einmarsch des Elferrates, der vom neuen Sitzungspräsidenten Tobias Nieder angeführt wurde, eröffneten die kleinen Indianer das rund dreieinhalbstündige kurzweilige Programm. Das Prinzenpaar Lena I. und Florian I. kam, flankiert von der Garde Winnweiler, auf die Bühne und durfte sich über Zuwachs freuen. „Wir waren in Breunigweiler – und da hat man uns aufgeklärt, dass zu einem Prinzenpaar immer auch ein Bauer gehört“, erklärte Sitzungspräsident Nieder. Im Kosakenkostüm kam der zukünftige Begleiter des Prinzenpaares dann in den Saal. Sein Name? „Ich bin der Ichbins“, sagte der Mann mit Vollbart. Premiere auf der Bühne feierte Lena Baumgärtner. Die Siebenjährige drehte als Tanzmariechen ein Rad nach dem anderen und bekam als Lohn viel Applaus. Bauchredner Marcel (Marcel Form) hatte unterdessen seine „Puppe“ Karlchen (Thomas Lebkücher) zur Familiensitzung mitgebracht. Ihr schlagfertiger Dialog sorgte für einige Lacher im Publikum. Ein Auszug: „Warum schaust du dir so gerne Kochsendungen im Fernsehen an, obwohl du nicht kochen kannst?“, wollte Marcel wissen. „Du schaust auch Erotiksendungen“, konterte die „Puppe“. So einige Gäste im Saal zuckten wenig später für einige Sekunden scharf zusammen, als die „alte Fahrschülerin“ (Friedel Frank) wissen wollte, wem das Auto mit Kib-Kennzeichen draußen gehöre, beziehungsweise „einmal gehört habe“. Die rüstige Dame erklärte, dass sie erst jüngst ihren Führerschein gemacht habe und beruhigte den Besitzer des vermeintlich nun schrottreifen Fahrzeugs: „Ich nehm’ Dich mit nach Hause.“ Marc-Oliver Gerke und Alexander Schenk sind zwar nicht aus Marnheim, gehören aber nach eigenen Aussagen „schon zum Inventar“ der Maremer „Schimmel“. Diesmal überzeugte der „Import“ aus Breunigweiler als zwei Walküren, die sich unter anderem über die Digitalisierung fachmännisch austauschten. Auch hier wurden einige Lachmuskeln der Gäste beansprucht. Neben den Tänzen des MNC-Männer- und Damenballetts, die mit einer Rakete belohnt wurden, sorgten auch die Garde des Donnersberger Carnevalvereins, die Gruppe „Flotte Riege“ und die Tanz-Garde Winnweiler mit ihren Auftritten für gute Stimmung. Sitzungspräsident Tobias Nieder führte souverän durch die Veranstaltung. Seine anfängliche Nervosität war spätestens dann verflogen, als die „Cancan“-Tänzerinnen des Damenballetts ihr Küsschen für ihren gelungenen Auftritt abholten. |rgb