Göllheim
Kita-Neubau nimmt konkrete Formen an
Wie in so mancher Gemeinde im Donnersbergkreis ist auch in Göllheim die Kindergartensituation prekär – und das schon seit mehreren Jahren. Aktuell sind zwei der sieben Gruppen der kommunalen Friedrich-Fröbel-Tagesstätte in Containern untergebracht, weil im Hauptgebäude einfach kein Platz mehr war. Das hat einerseits damit zu tun, dass auch in Göllheim die Kinderzahl steigt, gleichzeitig bekam jedes Kind mit der Einführung des Gute-Kita-Gesetzes in Rheinland-Pfalz auch noch ein Recht darauf, sieben Stunden lang betreut zu werden. Das zieht weitere Forderungen nach sich. So muss Ganztagskindern ein Mittagessen angeboten werden, außerdem brauchen sie Räume für ihren Mittagsschlaf. Aus all dem und der Tatsache, dass es auch in Göllheim immer mehr Kinder gibt, resultiert ein erhöhter Platzbedarf.
„Ein Anbau an das bestehende Gebäude ist nicht möglich, weil das Grundstück in der Kerzenheimer Straße das nicht hergibt“, sagt Ortsbürgermeister Dieter Hartmüller. Die Gemeinde muss also bauen. Erste Vorstellungen wie, wo, wie groß und wann wurden bereits 2020 artikuliert. Als Bauplatz wurde ein Grundstück am Königsgraben (auch Eselsweg genannt) unterhalb der Grundschule bestimmt. Die Frage war, ob man das neue Gebäude als einzigen Standort planen sollte, oder ob es künftig zwei Standorte geben würde. Ganz zu Beginn der Planungen präferierte der Gemeinderat die Ein-Gebäude-für-alle-Lösung. Das Gebäude am alten Standort in der Kerzenheimer Straße sollte nach dem Umzug verkauft werden. Davon ist man in der Zwischenzeit aber wieder abgekommen – aus praktischen Gründen: „Es wären zu viele Gruppen in einem Gebäude unterzubringen – das wäre zu unübersichtlich“, so Hartmüller.
Ortsgemeinde muss mittelfristig wohl zwölf Kita-Gruppen unterbringen
Denn die Ortsgemeinde geht davon aus, über kurz oder lang auch die Trägerschaft für die protestantische Albert-Schweitzer-Kita mit ihren aktuell vier Gruppen übernehmen zu müssen. Zwar habe sich die Landeskirche bezüglich ihrer Pläne mit der Einrichtung noch nicht offiziell erklärt, so Hartmüller, aber da die Gemeinde bereits Sach- und Personalkosten bezuschusse, werde es wohl darauf hinauslaufen. Da zudem der Bedarf für eine weitere Gruppe in der Fröbel-Kita bereits abzusehen sei, so Hartmüller, rechne die Gemeinde damit, mittelfristig zwölf Gruppen unterbringen zu müssen.
Die aktuelle Planung auf der grünen Wiese sieht nun einen Neubau für vier Gruppen vor mit der Option für einen zweigruppigen Anbau. „Da das Grundstück mit 10.000 Quadratmetern groß genug ist, könnten wir notfalls sogar acht Gruppen unterbringen“, sieht Hartmüller die Gemeinde für die Zukunft gerüstet. Bei zunächst vier Gruppen muss die Gemeinde rund vier Millionen Euro investieren. Hartmüller geht davon aus, dass es aber nur Zuschuss für zwei Gruppen, also rund 35 Kinder, geben wird, da bereits nach dem Anbau im Altbestand Geld für zwei Gruppen geflossen ist.
Hartmüller hofft auf Baubeginn im kommenden Jahr und Einzug 2028
In dieser Rechnung nicht enthalten ist die Verkehrsinfrastruktur. Unter anderem muss der Wirtschaftsweg für die Zufahrt zu dem Gebäude ausgebaut werden. Parallel zum Zuschussantrag für die Baumaßnahme selbst will die Gemeinde deshalb einen weiteren Antrag für Zuschuss aus dem Investitionsstock des Landes stellen.
Was den Zeitplan angeht, so hofft Hartmüller auf einen Baubeginn im kommenden Jahr. Bezugsfertig könnte das Gebäude dann bis 2028 sein. Errichtet wird es barrierefrei in Holzbauweise – wegen der besseren Energiebilanz. So hat es der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. In derselben Sitzung wurde der Vorschlag, das alte Gebäude zu verkaufen und gleich für acht Gruppen zu bauen, endgültig verworfen. Im Neubau soll dann auch eine Küche installiert werden, in der für die Kinder beider Standorte gekocht wird. Sollte die Schweitzer-Kita eines Tages tatsächlich in die Gemeinde-Trägerschaft wechseln, können auch diese Kinder von der Zentralküche aus verpflegt werden.
Parallel zu all diesen Plänen hat die Gemeinde außerdem noch einen Bauantrag für eine Waldkita gestellt. Wie Hartmüller erläutert, könnte diese am ehemaligen Grillplatz in der Königskreuzstraße ihr Basislager haben. Dort könnte beispielsweise ein Bauwagen aufgestellt werden. Bis in den Wald sind es dann nur noch wenige hundert Meter. Umgesetzt werden könnte dies frühestens im kommenden Sommer. Konkreter sind die Pläne zwar noch nicht, aber die Gemeinde hätte damit, wie Hartmüller sagt, eine weitere Option.