Donnersbergkreis Kirchheimbolanden: Digital Lust aufs Reale machen

360-Grad-Aufnahmen von Sehenswürdigkeiten: Christian Bolzer macht für einen virtuellen Stadtrundgang in Kirchheimbolanden Bilder
360-Grad-Aufnahmen von Sehenswürdigkeiten: Christian Bolzer macht für einen virtuellen Stadtrundgang in Kirchheimbolanden Bilder. Rechts: Watch-my-City-Geschäftsführer Maximilian Widmann.

Watch my City erstellt derzeit einen virtuellen Rundgang durch die Kleine Residenz

Virtuell durch Kirchheimbolanden spazieren, einen Blick in die Geschäfte werfen, sich die Sehenswürdigkeiten auf dem Smartphone, Tablet oder Computer ansehen und somit im Idealfall Lust auf einen „echten“ Besuch der Kleinen Residenz bekommen: Das ist das Ziel des Unternehmens Watch my City. In einigen Städten läuft dieser virtuelle Rundgang bereits, in Kirchheimbolanden ist er gerade im Aufbau. In Winnweiler soll es ihn in Zukunft auch noch geben. Über das Internet die Menschen in reale Geschäfte locken: Geht es nach Christian Bolzer, soll in Zukunft genau das mit Hilfe von Watch my City passieren. „Der Servicegedanke steht bei den Menschen wieder mehr im Fokus. Nicht anonym einkaufen im Internet, sondern sich in einem Geschäft beraten lassen. Da kommt es dann auch nicht auf den einen Euro an, den man spart.“ Jürgen Heck, der Vorsitzende des Kirchheimbolander Verkehrsvereins „pro Kibo“, kann tatsächlich eine leichte Trendwende erkennen: „Ein stückweit kommt das wieder zurück. Die junge Generation wird das vermutlich nicht leben, die ist im Internet unterwegs. Aber wir haben noch Generationen, die sich gerne beraten lassen.“ Einen virtuellen Einblick, wie es in einer Stadt aussieht, will Watch my City geben. Das mit Hilfe von 360-Grad-Bildern. Sie sollen einen Überblick liefern, welche Sehenswürdigkeiten es gibt, wie die Parksituation ist, und was es für Geschäfte oder Lokale gibt. „Wir haben uns das in der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung angeschaut und finden, es ist ein gutes Instrument, um die Weiterentwicklung der Stadt zu fördern“, erzählt Kirchheimbolandens Stadtbürgermeister Klaus Hartmüller. Die Möglichkeiten, wie sich eine Stadt präsentieren kann, sind vielfältig, sagt Christian Bolzer. Er selbst wohnt in Winnweiler, hat dort eine Werbeagentur und ist derzeit dabei, für Watch my City den Rundgang durch die Kleine Residenz aufzubauen. „Anfangs heißt es Klinken putzen“, sagt er. Denn wenn sich ein Unternehmen auf der Plattform www.watch-my-city.de präsentieren möchte, kostet das eine Gebühr. Die Stadt gehe eine Kooperation mit Watch my City ein. „Diese bekommt von uns eine virtuelle Stadttour, bindet den Link auf ihrer Homepage ein und empfiehlt uns im Gegenzug“, erläutert Bolzer. Was Geschäfte, Hotels oder Restaurants in Kirchheimbolanden betrifft, sei die Bereitschaft mitzumachen bislang „gut“. Dadurch, dass diese in die virtuelle Tour eingebunden sind, lande jeder bei jedem. „Und je mehr Geschäfte dabei sind, umso mehr Verlinkungen gibt es.“ So könne ein Unternehmen die Tour nicht nur auf seiner eigenen Homepage oder Facebook-Seite einbauen, sondern auch für bestimmte Produkte werben. Auch seien Videos möglich. Und was Sehenswürdigkeiten betrifft, gebe es im Prinzip keine Grenzen. „Wir wollen alle Höhepunkte von Kirchheimbolanden dabei haben“, sagt Bolzer. So schwebt ihm unter anderem auch vor, dass man eine 360-Grad-Aufnahme von Römerplatz oder Stadthalle sieht, dann auf einen Button klickt und plötzlich mitten in einer belebten Halle steht oder sich auf dem Wochenmarkt wiederfindet. „Ich finde das eine super Idee, um den Einzelhandel zu stärken“, sagt Bolzer. Und Jürgen Heck ergänzt: „Wir haben uns im Verkehrsverein erst einmal andere Städte bei Watch my City angeschaut. Wir finden, in Zeiten von immer noch steigendem Internethandel ist das eine Chance, um die Stadt und vor allen Dingen auch die Geschäftswelt in der Stadt hervorragend darzustellen.“ Künftig soll es zudem die Möglichkeit geben, mit Hilfe einer VR-Brille den virtuellen Rundgang noch „realer“ zu erleben, so Bolzer. Er hat auch vor, einen solchen Rundgang für die Verbandsgemeinde Winnweiler und die Stadt Kaiserslautern umzusetzen. Der Anfang dafür ist auf der Internetseite bereits gemacht. „Der Fokus liegt derzeit aber auf Kirchheimbolanden.“ Watch my City wurde von den Brüdern Matthias und Maximilian Widmann am Ammersee gegründet. Das Gebiet werde derzeit von Süddeutschland in den Südwesten ausgedehnt, berichtet Bolzer.

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