Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Kirche St. Peter: Gerüst um Turm kündet von bevorstehender Generalsanierung

Am Turm von St. Peter starten die Sanierungsarbeiten. Das ist allerdings erst der Auftakt.
Am Turm von St. Peter starten die Sanierungsarbeiten. Das ist allerdings erst der Auftakt.

Seit Wochen ist der Turm der Kirche St. Peter in Kirchheimbolanden von einem Gerüst umschlossen. Sichtbares Zeichen für den Auftakt zu einer Generalsanierung, für die es mittlerweile höchste Zeit sei. Außen wie innen werden sich in den kommenden Jahren einige Merkmale des Gotteshauses ändern.

Die Glocken läuten noch, auch wenn ein Gerüst den Turm der katholischen Kirche St. Peter umschließt und das Dach beispielsweise schon komplett mit Folie umschlossen ist. An der Turmwand sind Arbeiter gerade dabei, die Fugen zwischen den Steinen abzuklopfen, kaputte oder verwitterte Mauersteine zu entfernen.

„Die Kirche wurde mit Zement verfugt, das macht den Stein kaputt. Wir ersetzen das durch Kalkmörtel“, erklärt der zuständige Architekt, Philip Graeve. Auch der Putz, der sich teilweise als hohl entpuppt hat, sei nicht mehr bauzeitgemäß. „Das kommt alles runter und wird mit einer Schlemme auf Kalkbasis bedeckt“, sagt Graeve, der darauf achtet, dass fast nur regionale Baustoffe und Materialien, die es auch schon früher gab, verwendet werden.

Ein neues Kreuz auf dem Dach?

Seit Mitte August wird am Turm der Pfarrkirche St. Peter in Kirchheimbolanden gearbeitet. „Es ist höchste Zeit, dass die Kirche generalsaniert wird“, sagt Pfarrer Stefan Haag. Die letzte umfassende Renovierung habe es 1982 gegeben. „Das ist über 40 Jahre her, da muss von innen und außen unbedingt etwas gemacht werden.“ Der gleichen Meinung waren auch die Experten bei vorangegangenen Besichtigungen.

Es wird zwei große Bauabschnitt geben, zunächst die Sanierung von Außen, dann geht es an den Innenbereich. „Wir beginnen mit dem Turm, danach wird das Gerüst an das Kirchenschiff umgebaut“, berichtet Graeve, der schon viele Kirchen saniert hat. In Kibo stehen vor allem Zimmermanns- und Steinmetzarbeiten an, es wird neu verputzt, das Dach überprüft. „Am Turm war das Dach wirklich desolat, das war höchste Eisenbahn, dass da was gemacht wird. Es gibt auch viele kaputte Steine, die ersetzt werden müssen. Außerdem wird alles neu verfugt“, erklärt Graeve. Hinzu kommen neue Schallläden und neue Zwischenböden im Turminneren.

Ende Februar sollen die Arbeiten am Turm beendet sein, der sich dann auch optisch etwas verändert. „Am auffälligsten wird sein, dass die große Uhr, die bisher direkt unter dem Dach war, ein paar Meter weiter nach unten wandert“, sagt Pfarrer Haag. Bei der alten Uhr sind die Ziffernblätter durchgerostet, eine habe schon gar nicht mehr funktioniert. Auch die neue Dachabdeckung werde etwas auffallen und die Farbe der Kirche mehr Richtung Ocker gehen. Das Kreuz auf der Dachspitze könnte ebenfalls noch verändert werden.

„Boden erinnert eher an eine Autowerkstatt“

Für das ganze nächste Jahr stehen die Außenarbeiten am Kirchenschiff an, 2025 soll die Innensanierung folgen werden. In der Zeit werden in St. Peter keine Gottesdienste stattfinden können. Es gebe aber genug Ausweichmöglichkeiten, so Pfarrer Haag, ob im Pfarrheim oder in den sieben anderen Kirchen der Pfarrei. Eine große Frage sei noch, wo die ganzen Bänke in dieser Phase gelagert werden. Für die Heizung, die bisher mit Öl betrieben wird, werde eine Alternative gesucht.

Für die Renovierung im Inneren der Kirche wird derweil noch ein genaues Konzept entwickelt. Fest steht, dass die Decke, die aus Kunststoff-Holzimitatpaneelen entsteht, rausgerissen wird. „Und wir kämpfen derzeit noch für einen neuen Boden, der ist für eine Kirche einfach ziemlich unpassend, erinnert eher an eine Autowerkstatt“, sagt Haag. Außerdem sollen die Wände neu gefasst werden, alles wird gestrichen und neue, energiesparende Lampen sollen eingesetzt werden. Die sonstige Inneneinrichtung bleibt erhalten.

Die Kosten für die Generalsanierung von St. Peter werden derzeit mit um die drei Millionen Euro geplant. 85 Prozent übernimmt die Diözese Speyer, 15 Prozent bleiben bei der Gemeinde. Das sei immerhin schon der erhöhte Zuschuss der Diözese, da St. Peter eine von 70 Hauptkirchen ist, so Haag. Für den Eigenanteil sei er froh über Spenden.

Pfarrer Stefan Haag und Architekt Philip Graeve am gerade eingedeckten Dach des Turms.
Pfarrer Stefan Haag und Architekt Philip Graeve am gerade eingedeckten Dach des Turms.
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