Donnersbergkreis Kinderzimmer für Wildbienen

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Vielleicht kennt ihr das: Unter Steinen oder in Mauerritzen wimmelt es manchmal nur so von kleinen Insekten. Das haben auch einige Kinder des Katholischen Kindergartens in Winnweiler herausgefunden. Und weil sie sich sehr für die kleinen Tierchen interessieren, hat Stephanie Hans die Gruppe „Naturdetektive“ gegründet. Gerade sind sie dabei, ein Hotel für Insekten zu bauen.

Das Insektenhotel sieht ein bisschen so aus wie ein Puppenhaus. Es hat drei Stockwerke. Jedes Stockwerk hat zwei oder drei Zimmer. Doch darin stehen anders als im Puppenhaus keine Mini-Möbel. Die sieben Zimmer im Insektenhotel sind gefüllt mit Stroh, Tannenzapfen und Holz-Röhrchen (Schilfrohr heißen die). Außerdem sind in zwei Zimmern und im Speicher unterm Dach dicke Holzscheiben, in die die Kinder kleine, tiefe Löcher hineingebohrt haben. „Damit die Wildbienen drin wohnen können“, erklärt die fünfjährige Diorsa. Die Wildbienen – aber auch andere Insekten – richten in den Löchern und den Schilfrohren „Kinderzimmer“ für ihren Nachwuchs ein: Sie legen Eier und Nahrung hinein und verschließen die Löcher mit Lehm oder Wachs. Aus den Eiern entwickeln sich dann Larven, die sich nach einiger Zeit in Bienen verwandeln. Damit die Flügel der Bienen nicht verletzt werden, ist es wichtig, dass der „Eingang“ eines Schilfrohrs oder eines Lochs glatt ist. Dabei hat Diorsa geholfen: Sie hat die Schilfrohre in kleine Stäbchen gesägt und die Enden der Rohre mit Schmirgelpapier glatt geschleift. Emilia (4 Jahre alt) hat Stroh in die Zimmer gefüllt. „Das Stroh ist für Marienkäfer und Florfliegen“, weiß Isabella (5). „Und für Ohrwürmer“, ergänzt Julian (5). Die Einrichtung für das Insektenhotel haben die Naturdetektive selbst ausgesucht und auch einige Materialien dafür in der Natur gesammelt. Das erzählt Stefanie Hans. Sie ist Berufspraktikantin. Das heißt, dass sie eine Ausbildung zur Erzieherin und dafür gerade ein Praxisjahr am Kindergarten macht. Bevor die Naturdetektive das Hotel geplant haben, haben sie ausführlich Informationen über Insekten und ihren Lebensraum gesammelt. Zum Beispiel im Lexikon. Sie haben auch ein großes Insektenhotel in Rockenhausen besucht und sich genau angeschaut, wie die Zimmer dort eingerichtet sind. Stefanie Hans ist stolz auf ihre Naturdetektive: „Sie achten jetzt auf Insekten und ihren Lebensraum, reißen zum Beispiel keine Blumen mehr ab. Die Kinder haben auch schon Müll aufgesammelt, damit die Tiere ihn nicht fressen. Außerdem ekeln sie sich nicht mehr vor Insekten.“ Hans hat sich auch sehr über die Unterstützung einiger Eltern gefreut. Luis war zum Beispiel mit seinen Eltern im Wald, um Tannenzapfen zu sammeln. Und Isabellas Papa, der im Wald arbeitet, hat die dicken Holzscheiben besorgt. Das Hotel ist schon fast fertig und wird in den nächsten Wochen auf dem Spielgelände des Kindergartens aufgestellt werden. Davor müssen die Naturdetektive – mit Hilfe der Erzieher – noch einen Draht über den Hotelzimmern befestigen. „Damit die Vögel die Insekten nicht ärgern“, erklärt Stefanie Hans. Es wird Frühling, und langsam zeigen sich wieder mehr Insekten im Freien. Die Naturdetektive freut das: Wenn das Hotel steht, wollen sie ganz genau beobachten, wer dort alles einzieht und lebt. Wie die Tiere aussehen und heißen, wissen sie ja schon. Die Kinder kümmern sich auch darum, dass das Hotel nicht leer bleibt, erzählt Stefanie Hans: Als sie vor Kurzem die erste Biene gesehen haben, haben sie die kurzerhand ins Hotel eingeladen. |sba

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