Donnersbergkreis Kindergarten-Sanierung geht richtig ins Geld

Die Gemeinde Morschheim hat keinerlei finanziellen Spielraum bei der Sanierung des Kindergartens. Das wurde dem Gemeinderat nach der Kostenschätzung des Ingenieurbüro Egelhof schmerzlich bewusst. Allein um die Forderungen der Gemeindeunfallkasse und der Kreisverwaltung zu erfüllen, müssen rund 200.000 Euro investiert werden, was nach lebhafter Diskussion in der jüngsten Ratssitzung auch einstimmig beschlossen wurde. Ebenfalls ohne Gegenstimme wurden die Grabaushubarbeiten vergeben und das Verfahren zum Ausbau der Donnersbergstraße eingeleitet.
Ingenieur Heiner Egelhof erläuterte dem Rat die Kostenschätzung für die Renovierungsarbeiten in der Kita, die nach den Forderungslisten von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und der Kreisverwaltung Donnersbergkreis erstellt wurde. Die UK Rheinland-Pfalz monierte, dass die Nebenschließkanten an den Türen im Aufenthaltsbereich zu sichern und alle Steckdosen zu überprüfen und mit einer Kindersicherung zu versehen seien. Außerdem fehle ein kindgerechter Handlauf am Haupteingang. Mit eventuell notwendigen Schallschutzmaßnahmen käme man für diese Positionen auf die geschätzte Summe von 21.750 Euro. Mit über 52.000 Euro weitaus teurer wird laut Egelhof die Beseitigung der von der Kreisverwaltung aufgezeigten Mängel. Hier handelt es sich überwiegend um Brandschutzmaßnahmen, vor allem den Einbau von Rauchschutztüren in Keller und Dachgeschoss, die Installation von Leitungsanlagen, eine Rauchmeldeanlage und die Auszeichnung von Fluchtwegen und Notausgängen. Mit dieser für ihn viel zu pauschalen Auflistung zeigte sich Ratsmitglied Björn Panter überhaupt nicht zufrieden. Er wollte mehr Einzelheiten erfahren: Um wie viele Steckdosen geht es? Wie viele Türen sind es? Sind sie massiv oder mit Fenster? Seine Einwände entkräfteten Ortschef Fister und Egelhof. Es handle sich lediglich um eine Kostenschätzung, bei der man nicht wegen jeder einzelner Position diskutieren müsse. Die Entscheidung über alle einzelnen Maßnahmen falle im Rat, wenn nach den Ausschreibungen konkrete Angebote vorlägen. Die hohe Gesamtsumme von über 260.000 Euro erklärte Egelhof mit etlichen anderen Arbeiten und Nebenkosten, wie zum Beispiel Innenanstrich nach Sanierungsarbeiten, Bauunterhaltung (Gerüst, Erneuerung der Dachrinne, Ausbessern des Dachs), Außenanstrich und schließlich Neugestaltung der Außenanlage mit Beschattung. Michael Fister fragte nach, ob man das Dach vielleicht mit Solarzellen bestücken und somit günstig finanzieren könnte. Dazu äußerte Wolfgang Mandler, von Beruf Elektromeister, dass sich Photovoltaikanlagen heute nicht mehr lohnen und man mit einer Amortisierung erst nach über 100 Jahren rechnen könne. Der Rat war sich einig, dass man dies alles nicht stemmen könne und wolle und kam schließlich zu folgendem Konsens: Die von Unfallkasse und Kreis geforderten Sanierungsmaßnahmen werden alle durchgeführt. Hinsichtlich des Schallschutzes will man erst ein Gutachten abwarten. Auf die komplette Erneuerung des Dachs und die Neugestaltung der Außenanlagen mit Beschattung muss zunächst verzichtet werden, dagegen soll ein neuer Außenanstrich erfolgen. Auf die Frage nach der Finanzierung konnte Fister keine positive Antwort geben. Man müsse einen neuen Kredit aufnehmen, wolle durch die Bauverwaltung mögliche Zuschüsse prüfen und versuchen, durch Eigenleistung Kosten zu sparen. Zügig gab der Rat dann grünes Licht für den Ausbau der Donnersbergstraße für 280.000 Euro. Auf die Gemeinde entfallen 40 Prozent der Kosten, das sind 112.000 Euro, der Rest wird durch die wiederkehrenden Beiträge eingeholt. Fister gab bekannt, dass mit 93 Cent pro Quadratmeter gewichteter Fläche zu rechnen sei. Die Neuvergabe der Grabaushubarbeiten wurde nach der Kündigung der Firma Uwe Bähr an die Firma Hirsch in Weitersweiler vergeben, die in allen Positionen günstiger als der Mitbieter war. Was Beschwerden von Bürgern wegen der Parksituation in Hintergasse und Borngasse angeht, konnte keine zufriedenstellende Lösung gefunden werden. Michael Bohley von der Verbandsgemeinde musste eingestehen, dass das Ordnungsamt unterbesetzt sei und man nicht ständig in der Stadt und allen Ortsgemeinden kontrollieren könne. Sollten persönliche Gespräche mit Parksündern nicht fruchten, habe man auch die Möglichkeit, als Zeuge Bilder von Parkverstößen an das Ordnungsamt zu schicken. Dieser Vorschlag fand nur geteilte Zustimmung. So etwas belaste immer auch das Nachbarschaftsverhältnis, hieß es. |dwk