Steinbach / Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Keltentrilogie: Zweiter Band der Donnersberg-Geschichte veröffentlicht

Heike Beardsley (links) und Ulrike Vögl haben sich für ihre historischen Romane die Keltenzeit als Vorbild genommen. Regelmäßige
Heike Beardsley (links) und Ulrike Vögl haben sich für ihre historischen Romane die Keltenzeit als Vorbild genommen. Regelmäßige Besuche im Keltendorf in Steinbach gehören zu der Recherche dazu.

Mit Keltenschwur haben die Autorinnen Heike Beardsley und Ulrike Vögl Band zwei ihrer Keltentrilogie veröffentlicht, dessen Handlung auf dem Donnersberg spielt. Was erwartet die Protagonistin Rowan dieses Mal? Redakteurin Lea Ochßner hat sich mit den Zwillingsautorinnen im Keltendorf in Steinbach getroffen.

Das Lagerfeuer brennt, von einem der Häuser blickt ein Skelettkopf herab, in der Ferne ist der Donnersberg zu erkennen. So könnten die Kelten vor mehr als 2000 Jahren gelebt haben, wie heute im Keltendorf in Steinbach nachkonstruiert. Und genauso könnten sich Rowan und Drystan gefühlt haben, die zusammen mit dem römischen Jungen Caius die Hauptfiguren der Keltentrilogie von Heike Beardsley und Ulrike Vögl sind. Die beiden Autorinnen sind schon oft zu Recherchezwecken nach Steinbach und auf den Donnersberg gekommen – Beardsley aus Kaiserslautern, Vögl sogar aus Augsburg.

Dort, in Bayern, sind die Zwillingsschwestern geboren und aufgewachsen. Heute sind beide Lehrerinnen, Beardsley an der BBS II in Kaiserslautern für Pädagogik und Englisch, Vögl unterrichtet an einem Gymnasium in Augsburg Englisch und Geschichte. „Wir teilen auf jeden Fall die Affinität für Sprache und Lesen“, sagt Vögl schmunzelnd. Zum Bücherschreiben kamen sie dann eher zufällig. „Ich musste für einige Zeit beruflich nach Bad Kreuznach und bin dann immer am Donnersberg vorbeigefahren“, erzählt Beardsley. So wurde ihr Interesse für die Kelten geweckt, sie fing an zu recherchieren. Dabei kamen ihr Ideen für eine Geschichte und schon war das erste Kapitel geschrieben.

Rowan und Drystan zurück am Donnersberg

Als ihre Schwester es an Weihnachten las, kam Ulrike Vögl die Idee, dazu einen römischen Strang zu machen, den sie schreiben wollten. „Ich komme ja aus einer Römerstadt und als Geschichtslehrerin interessiert mich das natürlich auch sehr.“ So schrieben die beiden immer abwechselnd, bis das Buch fertig war. Als starke Frau tritt darin die Keltin Rowan auf, die auf dem Donnersberg lebt und in Drystan, den Sohn des Häuptlings, verliebt ist. Aber sie wird einem anderen zur Frau gegeben. Zeitgleich macht sich der Römer Caius auf eine Reise auf, um sein Weingut in der Toskana zu retten. Bis sich die Lebenswege der beiden kreuzen.

Im zweiten Teil, der Ende Januar erschienen ist, reisen Rowan und Drystan wieder vereint in ihre Siedlung am Donnersberg zurück. Aber wie werden die beiden aufgenommen, nachdem sie so lange Zeit weg waren? Und wie wird Rowan als Frau von niederem Stand an der Seite des Häuptlings akzeptiert? Caius und Aurelia hingegen müssen ihr Weingut nach dem Überfall wieder neu aufbauen. Und es wird sicher ein Wiedersehen zwischen den Charakteren geben, verraten die Autorinnen schon.

Von Betten und Lammsköpfchen

Da es nur wenige Quellen über die Kelten gibt, mussten Beardsley und Vögl ganz schön viel Recherchearbeit leisten. Natürlich auch vor Ort. „Ich war ganz oft oben auf dem Donnersberg mit Hund und Kindern“, erzählt Beardsley, die dann auch mal mit dem Notizblock in der Hand unterwegs ist. Es folgte ein Besuch der Schwestern mit der ganzen Familie im Keltendorf. „Wir haben dann bei der Führung extrem gut gelauscht und viele Fragen gestellt“, erzählen die beiden. Für Band zwei haben die beiden exklusiven Zugang zum Keltendorf erhalten, das zu dieser Zeit wegen Corona geschlossen hatte.

Gute Recherche spiele eine wichtige Rolle. „Das ganze Leben, was wird gekocht, welche Kräuter wurden benutzt, das braucht man, um die Leser in die Atmosphäre eintauchen zu lassen, um authentisch zu sein.“ Auch Kleider und Schmuck werden ausführlich beschrieben, ein Bett, das in einem der Keltenhäuser in Steinbach steht, kommt im Buch vor. In Band drei wird ein Fund vom Donnersberg, ein Lammsköpfchen, eine wichtige Rolle spielen.

Dritter Band im Frühjahr 2023

„Wir hoffen, dass ganze viele Leser aus der Umgebung unser Buch lesen“, sagen Beardsley und Vögl. Sie wollen aber auch den Donnersberg in anderen Regionen von Deutschland bekannter machen, vielleicht hier hin reisen und auch das Keltendorf besuchen. „Einige Leser haben in ihren Rezensionen auch geschrieben, dass sie das fasziniert hat und sie sich das anschauen wollen.“

Im Moment schreiben die beiden Autorinnen am dritten und letzten Band der Keltentrilogie. Dieser soll im Frühjahr 2023 erscheinen. Pläne für einen weiteren historischen Roman liegen übrigens auch schon in der Schublade – wieder hier in der Gegend, aber in einer anderen Epoche. Aber ob das realisiert wird, bleibt noch abzuwarten.

Info

Keltenschwur, 364 Seiten, Piper-Verlag, 16 Euro.

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