Donnersberg
Keltenhütte: Neue Attraktion für junge Besucher
Die Keltenhütte ist ein bekannter Treffpunkt für Wanderer und Naturfreunde auf dem Donnersberg. Nun wurde dieser Ort um eine Attraktion erweitert, der vor allem die kleinen Besucher begeistern wird: ein naturnaher Waldspielplatz.
Die Idee für dieses Projekt hatte Walter Eder, seit 2004 Vorstand des Pfälzerwald-Vereins Kirchheimbolanden und ehemaliger Forstamtsleiter, bereits vor einigen Jahren. Mit dem Erwerb des Geländes im Herbst 2019 begannen zeitgleich die Planungen für den Spielplatz und die Antragstellung zur Förderung.
Finanzielle Unterstützung durch Spenden
Die Pandemie verzögerte den Prozess. Im Jahr 2022 konnte der Bezirksverband Pfalz schließlich eine Beihilfe in Höhe von 50 Prozent der Gesamtkosten zusichern. Der Pfälzerwald-Verein steuerte noch einmal über 212 Arbeitsstunden in Eigenleistungen bei, um das 29.000 Euro teure Projekt zu realisieren. „Wenn man einen offiziellen Spielplatz bauen will, gibt es unheimlich viele Auflagen. Wir wollten zuerst alles etwas kleiner machen, haben uns dann aber entschlossen, auf sichere und geprüfte Produkte von spezialisierten Herstellern zu setzen. Schon allein wegen der Versicherung und Haftung“, erzählt Eder.
Mit der Unterstützung durch Spenden konnte der Restbetrag aufgebracht werden. Hans Heimberger, zuständig für die Finanzverwaltung der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins Kirchheimbolanden, ist stolz und betont: „Wir hatten stets ein Auge auf die Kosten und liegen trotz der allgemeinen Kostensteigerungen nur knapp über dem ursprünglichen Budget.“
Offizielle Einweihung im April
Am Sonntag, 7. April, findet nun die offizielle Einweihung des Waldspielplatzes statt, der sich im Sichtbereich unterhalb des Freisitzes der Keltenhütte befindet. Die Eltern haben so ihre Sprösslinge stets im Blick. Von 11 bis 12 Uhr werden feierliche Ansprachen gehalten. Daniel Fuhrmann ist Organisator und hat reichlich Gäste aus Politik, Tourismus- und Umweltverbänden eingeladen sowie die Kitagruppen aus Dannenfels. Um 13 Uhr beginnt das große Spielfest. Ein abwechslungsreicher Parcours mit Zeitstoppen, Spiele mit Baumscheiben und andere spannende Aufgaben erwarten die kleinen Abenteurer. Für die Erwachsenen werden zudem Führungen zum Königstuhl, dem höchsten Punkt des Donnersbergs, und zum geschichtsträchtigen Keltenwall angeboten.
Der Waldspielplatz lädt Kinder das ganze Jahr über dazu ein, die Natur spielerisch zu entdecken. Hier können sie klettern, balancieren und die Umgebung erkunden. Auf einem Balanciersteg können sie ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen, während sie in den Holz-Spielhäusern ihre eigene kleine Welt erschaffen können. Das Holz-Zelt mit Boden lädt zum Ausruhen und Verweilen ein, und ein Federwackelbalken fördert den Gleichgewichtssinn der Kinder. Die kunstvoll kreierten Schnitzfiguren von Wildschwein, Fuchs und Kröte beobachten dabei das Treiben. Sie sind den echten Bewohnern des hiesigen Waldes nachempfunden.
Lebensraum für Waldbewohner
Doch der Waldspielplatz ist nicht nur ein Ort zum Spielen, sondern auch ein Ort, der das Umweltbewusstsein fördern soll. Eine Benjeshecke, eine Umrandung aus geschichtetem Totholz, bietet vielen kleinen Bewohnern des Waldes ein Zuhause und ermöglicht den Kindern, die Lebewesen darin zu beobachten.
Zur Historie:
Der Pfälzerwald-Verein wurde 1902 gegründet. Ein Jahr später wurde in Kirchheimbolanden einer der ersten Ortsvereine aus der Taufe gehoben, der bis heute aktiv fortbesteht. 1938 flog die Ortsgruppe Kirchheimbolanden kurzzeitig aus dem Pfälzerwald-Verein – man war damals der Nazi-Herrschaft schlichtweg zu widerborstig. Nach Kriegsende wurde die Ortsgruppe wieder beim Pfälzerwald-Verein aufgenommen. Die Keltenhütte bestand seit 1930 in offener Bauweise und wurde in den Folgejahren immer wieder modernisiert, bis ein Brand 1995 das Gebäude komplett zerstörte. Gut versichert, konnte der Verein als Besitzer der Keltenhütte 1996 eine neue Blockhütte bauen lassen. Die Bewirtung des Gebäudes übernimmt seit Jahren ein erfahrener Pächter aus dem Hotel- und Gastronomiegewerbe. Vor Kurzem erfolgte mit dem barrierefreien Umbau die letzte Modernisierungsmaßnahme.