Donnersbergkreis Keine Rastanlage, aber mehr Parkplätze
Lange war es ruhig um die geplante Tank- und Rastanlage an der Autobahn 63 bei Steinbach. Nun steht fest: Von der großen Lösung wurde Abstand genommen, stattdessen sollen die Parkplätze auf beiden Seiten erweitert werden – inklusive Toilettenanlage und einer Option auf ein Kiosk. Kostenpunkt: geschätzte 2,9 Millionen Euro, wie der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Kaiserslautern mitteilt.
Für den Parkplatz Donnersberg bei Steinbach sind demnach in Fahrtrichtung Mainz 22 Lkw- und 20 Pkw-Stellplätze und in Fahrtrichtung Kaiserslautern 25 Lkw- und 20 Pkw-Stellplätze vorgesehen, erläutert Richard Lutz, der Leiter des Landesbetriebs Mobilität in Lautern. Bislang gibt es zwölf Parkplätze für Pkw und drei für Lkw je Fahrtrichtung. Zu wenig, wie auch der Zellertaler Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog findet, Verkehrsexperte der SPD. Ihm ist es nicht entgangen, dass sich in den frühen Morgenstunden parkende Lastwagen auf der A 63 bis in den Fahrbahnbereich hineinreihen: „Um die gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeiten einhalten zu können, sind die Lkw-Fahrer zu diesem problematischen Schritt gezwungen.“ Auch Richard Lutz sagt: „Diese Erweiterung ist nackte Notwendigkeit.“ Gegen die große Version mit 89 Pkw- und 65 Lkw-Parkplätzen in Fahrtrichtung Kaiserslautern sowie 73 beziehungsweise 50 in Fahrtrichtung Mainz und einer Tank- und Rastanlage hatte es Widerstand durch die Steinbacher Interessengemeinschaft gegeben (wir berichteten mehrfach). Dann kamen auch Pläne für den Bau eines Autohofes an der A 63 bei Lohnsfeld auf. In dieser Sache gibt es nichts Neues, wie Rudolf Jacob, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Winnweiler, berichtet. Gespräche hatte es mit verschiedenen Entwicklern gegeben. Letztlich war eine Umsetzung daran gescheitert, dass möglichen Investoren die Fahrzeugfrequenz an der A 63 für einen Autohof zu gering war. Vom Tisch sei das Thema aber nicht. „Investoren fragen immer mal wieder nach und nehmen auch neue Zählungen vor“, erzählt Jacob. Bislang gibt es an der A 63, die seit 2004 durchgängig zwischen Mainz und Kaiserslautern verläuft, keinen bewirtschafteten Rastplatz. Die Erweiterung der Parkplätze bei Steinbach sei davon aber nicht betroffen, betont Lutz. Auf diesem soll es dann auch eine Toilettenanlage geben. Hierfür habe es bereits Gespräche mit den Winnweilerer VG-Werken gegeben, was die Entsorgung über die Kläranlage Börrstadt betreffe. Außerdem gibt es auf den Parkplätzen Ideen für E-Mobil-Ladestationen oder einen Kiosk. Wie Letzterer aussehen soll, dazu konnte Lutz gestern noch nichts Konkretes sagen. „Ob der Kiosk überhaupt kommt, muss man sehen. Das können unter Umständen auch nur Automaten sein.“ Zunächst gelte es, die Planungen abzuschließen – für den Bau der Stellflächen und der Toilettenanlagen. Im Frühjahr soll dann das Planfeststellungsverfahren beantragt werden. „Ich freue mich über die geplanten Vorhaben. Es besteht deutlich Bedarf und jeder weitere Parkplatz bedeutet mehr Verkehrssicherheit“, sagt Gustav Herzog. Wie er erfuhr, soll im Bereich zwischen dem Autobahnkreuz Alzey und dem Autobahnkreuz Mainz-Süd die Standortsuche für eine Tank- und Rastanlage ab 2018 beginnen. Für den Parkplatz Heuberger Hof bei Kirchheimbolanden an der A 63 gebe es dagegen keine Planung mehr, habe ihm der Landesbetrieb Mobilität in Koblenz mitgeteilt, so der Abgeordnete. Extra zum Bau von Rastanlagen stelle der Bund den Ländern in dieser Legislaturperiode Haushaltsmittel in Höhe von über 500 Millionen Euro zur Verfügung. Ein weiteres Ziel sei es, die Lkw-Parkflächen durch innovative Parkleitsysteme effektiver zu nutzen, indem sie Lkw-Fahrer frühzeitig über freie Plätze informieren. (ssl)