Donnersbergkreis „Kein Gestank und umweltfreundlich“
Hybrid- und Elektrokraftfahrzeuge sind auch im Donnersbergkreis (noch) Seltenheit. Gleiches gilt für dazugehörige Stromtankstellen, an denen diese Autos geladen werden können. Vor kurzem hat Claus J. Koether an der Garage seiner Alsenz-Apotheke in Winnweiler eine solche Lademöglichkeit in Betrieb genommen. Er bietet seinen Kunden an, diese kostenfrei zu nutzen.
Einer Statistik von Focus-Online zufolge wurden in Deutschland im Jahr 2016 gerade einmal 12.263 neue Plug-in Hybride – also Autos, die neben einem Elektromotor noch einen Diesel- oder Benzinmotor an Bord haben – und 10.076 reine Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Das ergibt einen Marktanteil von weit unter einem Prozent. Was also hat Koether dazu bewogen, an seiner Apotheke eine solche Ladestation zu installieren? Klar, die wenigen seiner Kunden, die im Besitz eines sogenannten „Stromers“ sind, freuen sich über den kostenfreien Service mittels einer Karte. Vielmehr will der Unternehmer die Öffentlichkeit aber dazu motivieren, beim Kauf ihres nächsten Fahrzeugs eine Elektroversion in Erwägung zu ziehen. „Das ist eine Sache der Vernunft. Es ist doch klasse, ohne einen Tropfen Benzin zu verbrauchen fahren zu können. Kein Gestank und sehr umweltfreundlich“, erklärt Koether. Gerade für kurze Strecken oder in der Stadt seien diese Autos prädestiniert. Der 73-Jährige selbst fährt einen Mitsubishi Plug-in-Hybrid Outlander und ist begeistert, wie geräuschlos und sparsam das Auto fährt. Durchschnittlich verbrauche dieses auf 100 Kilometern weniger als zwei Liter E-10-Kraftstoff. In naher Zukunft sollen die beiden weiteren Apotheken-Wagen ebenfalls auf Elektro beziehungsweise Hybrid umgestellt werden. Eine gute Stunde dauere es, eine leergefahrene Batterie an seiner Stromtankstelle wieder vollständig aufzuladen. Insgesamt 4000 Euro zahlte Koether für die Station, an die auch zwei Autos gleichzeitig angeschlossen werden können. „Wenn jemand auf der Durchreise ist und nett und freundlich fragt, ob er denn sein Auto aufladen könne, wäre ich der Letzte, der nein sagt“, antwortet Koether auf die Frage, ob ausnahmslos Kunden seine Säule nutzen dürfen. Im September 1976 hat Koether die Alsenz-Apotheke in Winnweiler eröffnet, derzeit beschäftigt er zehn qualifizierte Mitarbeiter. Ans Aufhören denkt der Apotheker für Offizinpharmazie noch nicht: „Warum sollte ich? Bis jetzt habe ich noch niemanden gefunden, dem ich das vertrauensvoll übergeben könnte.“ Der 73-Jährige deutet auf die prekäre finanzielle Situation der Apotheken in Deutschland hin – unter anderem durch Online-Handel und ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, nach dem ausländische Mitbewerber Verbrauchern Rabatte einräumen dürfen, während für deutsche Apotheken die Preisbindung gilt. „Vor zwei Jahren gab es bundesweit 21.600 Apotheken, heute nur noch 19.000“, betont Koether. Täglich machen also zwei dicht. Seiner Apotheke gehe es allerdings noch gut. Es steht also nicht zu befürchten, dass die Stromtankstelle bald wieder geschlossen wird ...