Donnersbergkreis Kehrtwende nach rasantem Schlussspurt

Höringen. Es bahnt sich an, der erste Spieltag stellte das sofort klar: Die Transfers bieten das Potenzial, voll einzuschlagen! Zum Auftakt der Bezirksliga-Saison rang Aufstiegskandidat TTC Winnweiler seinen „kleinen Nachbarn“ ASV Höringen 9:6 nieder – gerade, weil die Neuen in ihren Einzeln eine blütenweiße Weste behielten. Sechs Punkte gingen auf ihr Konto. „Mit Glück“, betonte Wolfgang Frohs, wäre ein 8:8 drin gewesen. Sein ASV verkaufte sich teuer, hinten fehlte die Kraft.
Keine Illusionen, nur ein ehrliches Zugeständnis. „Das war so zu erwarten. Ein Unentschieden war dann doch unwahrscheinlich“, bekannte Wolfgang Frohs, Höringens Spielführer. 6:9 – das klingt nicht gerade nach Abfuhr, sondern eher nach umkämpfter Zielgerade. Eng war es, zumindest vor den letzten vier Einzeln. 6:5 hatte der ASV geführt, den großen TTC an die Wand gedrängt. Top-Akteur Marcel Dohmen hatte Björn Böttger und Carsten Wiegand weggehämmert, ohne mit der Wimper zu zucken. Zwei Doppel, Martin Seib und Florian Haag gaben das Übrige dazu. In der Luft lag die Sensation, der ASV roch sie. „Wenn man vorne einen Dohmen drin hat, ist klar, dass es hart wird. Das ist ein Mann, der drei Punkte holen kann“, wusste TTC-Mannschaftsführer Günter Haag. Sein Team: in Not. Aber dann, der Schlussspurt. Und genau da blitzte die Qualität auf, die Winnweiler im Sommer verpflichtete. Lars Haag, Moritz Barkowski und Frank Willems drehten den Spieß. Kehrtwende. Jeder der drei Transfers holte seine beiden Einzel, ein Einstand nach Maß. 9:6 für den Favoriten. „Winnweiler steht kompakt. In der Mitte und hinten kam von uns zu wenig“, bedauerte Frohs die verpatzte Überraschung. Pendant Haag lobte: „Die Höringer werden zuhause nicht viel verlieren. Durch die niedrige Halle haben sie einen extremen Heimvorteil. Wenn wir Pech haben, geben wir hier einen Punkt ab.“ Stattdessen und dank frischem Wind: Derbysieg.2. Pfalzliga WestTSG Kaiserslautern III – SV Alsenbrück-Langmeil 9:6. Es war nahezu ein Donnersberger Duell, könnte man sagen. Hier der SVA, einziges Kreis-Aushängeschild der Herren auf Pfalz-Ebene. Dort die TSG, gespickt mit drei jungen Wilden aus Dörrmoschel und Rockenhausen. Ausgerechnet sie aber machten dem Sextett von Carsten Giehl den Garaus. „Auf jeden Fall war da mehr drin. Wir haben viele Fünfsatz-Spiele hergegeben, auch ein Doppel unglücklich verloren. Das waren Dusel und Unvermögen“, meinte SV-Nummer eins Ralf Erbeldinger. Erst sah es richtig gut aus. 4:3 lag der SVA vorne, hielt später noch das 6:6. Standesgemäß gegen den – auch mit dem aus Polen eingeflogenen Arkadiusz Mularczyk – verstärkten Aufsteiger. Eine Klasse für sich beim SV: Thomas Kolbin, die gefürchtete „Krake“. Mit seinen langen Armen deckt er im Stand den ganzen Tisch ab, fischt Bälle aus den Winkeln, kratzt einiges vom Boden. Er bezwang Lukas Bauer in fünf Sätzen, danach Defensiv-Spezialist Helmut Fisterer 3:0. Nicht genug. Weil die Donnersberger Talente Bauer sowie Felix und Nico Köhler Gas gaben. 3:1, 3:0, 3:0. Die TSG wendete das Blatt.Punkte für den SV: Albus/Theisinger, Erbeldinger/Kolbin, Erbeldinger, Kolbin (2), Albus. (ppp) Ergebnisse ASV Höringen - TTC Winnweiler 6:9Doppel: Dohmen/Florian Haag - Wiegand/Barkowski 3:2, Seib/Frohs - Lars Haag/Willems 3:1, Rubel/Patrick Haag - Böttger/Günter Haag 1:3 Einzel: Dohmen - Böttger 3:0, Florian Haag - Wiegand 1:3, Seib - Günter Haag 3:1, Frohs - Lars Haag 0:3, Rubel - Willems 0:3, Patrick Haag - Barkowski 1:3, Dohmen - Wiegand 3:0, Florian Haag - Böttger 3:0, Seib - Lars Haag 0:3, Frohs - Günter Haag 0:3, Rubel - Barkowski 1:3, Patrick Haag - Willems 1:3. Bezirksklasse Vorderpfalz Nord: u. a. TV Colgenstein-Heidesheim II - TTC Albisheim 9:4, TSV Freinsheim - KSV Breunigweiler 4:9, SV Kirchheimbolanden - TTV Bobenheim 9:6, TuS Ramsen - TSG Grünstadt III 9:2, VfR Hettenleidelheim II - TSG Eisenberg 0:9 Bezirksklasse Westpfalz Nord/Ost: u. a. TTF Rockenhausen II - TTC Börrstadt 9:6, TTV Siegelbach II - TTC Winnweiler II 8:8, TTC Schönborn - TTC Kreimbach-Kaulbach 6:9.