Donnersbergkreis Katholiken auf dem Weg in die Zukunft

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Was einigen Verbandsgemeinden und auch Kreisen noch bevorsteht, hat die katholische Kirche so gut wie hinter sich gebracht. Unter dem Titel „Gemeindepastoral 2015“ wurden die Pfarreien neu strukturiert. Im Donnersbergkreis gibt es künftig noch fünf Großpfarreien. Einzig Winnweiler und Börrstadt steht noch der Zusammenschluss bevor.

Natürlich gab es auch bei den Katholiken am Donnersberg Ängste vor den bevorstehenden Zusammenschlüssen von Pfarreien. Schließlich sollen spätestens bis zum Abschluss des Gemeindepastorals am 1. Advent aus 18 Pfarreien und drei Kuratien noch fünf Großpfarreien werden. Solche Ängste sind auch Dekan Josef Matheis nicht entgangen. „Man wollte nicht auf das liebgewonnene Traditionelle verzichten“, weiß er. Manche hätten gar befürchtet, dass man nach der Reform die Rolle der Kirche nicht mehr kenne. So schlimm ist es nicht gekommen. „In allen Gemeinden sind die Gottesdienste wie zuvor möglich“, erklärt Matheis. Und trotzdem mussten manche auf gewisse Traditionen verzichten. „Nicht überall sind historische Veranstaltungen wie Fronleichnam oder Osternacht noch möglich. Das war schwer vermittelbar“, erklärt der Dekan – und schiebt nach: „Man kann einem Pfarrer nicht zumuten, zweimal einen Osternachtsgottesdienst zu halten.“ Letztlich ziehen aber auch hier die Gläubigen an einem Strang. Matheis berichtet so von der gemeinsamen Osternacht der Göllheimer und Weitersweilerer, wo es mittlerweile von beiden Seiten eine Beteiligung am Gottesdienst gibt. Matheis betont auch: Es habe noch nie einen so großen Konsens zwischen Priestern, Verbänden, Katholikenrat oder etwa der Frauengemeinschaft gegeben, wie vor dem Gemeindepastoral. „Das alle mitreden durften, hat gezeigt, dass das Pastoral eine gemeinsame Sache ist.“ Eine notwendige noch dazu, wie der Dekan weiß. Auch wenn es am Donnersberg derzeit gut aussieht, so will Matheis nicht verhehlen, dass es in der katholischen Kirche einen Priestermangel gibt. Und dann ist da der immer geringere Gottesdienstbesuch. „Es werden von Jahr zu Jahr weniger.“ Spätestens nach dem Weißen Sonntag nehme der Besuch der Messen um ein Drittel ab. Wie lässt sich dem entgegenwirken? „Wir bieten immer wieder Spezialgottesdienste an, etwa für Kinder und Jugendliche.“ Da seien auch viele Besucher da. „Aber dann bricht es immer wieder ab.“ Für Matheis ist es erstaunlich, dass die Kollekte jedoch trotz weniger Besucher nicht geringer werde. Und er verdeutlicht auch: „So lange es geht und wir kräftemäßig dazu in der Lage sind, wollen wir die Gottesdienstanzahl aufrechterhalten.“ Kein Geheimnis ist es, dass Kinder und Jugendliche heutzutage oft immer stärker eingebunden sind. „Sie sind in mehreren Vereinen engagiert, dann kommt die Ganztagsschule hinzu. Letztlich bleibt dann oft keine Zeit, um auch noch als Messdiener tätig zu sein“, hat der Dekan aus Göllheim beobachtet. „Eigentlich müssten wir schon in den Kindergärten werben.“ Froh ist er, dass die Pfarrer im Dekanat auf eine große Unterstützung der Gemeindereferentinnen bauen können. „Sie sind gut vernetzt, leisten wirklich eine gute Arbeit.“ Dennoch sei es nicht immer einfach, die Jugendlichen in einem flächenmäßig so großen Dekanat zusammenzuführen. Das zeige sich beispielsweise bei den Vorbereitungen der gemeinsamen Jugendkreuzwege. Bis zum ersten Advent soll das Gemeindepastoral abgeschlossen sein. Bis dahin haben sich dann auch die Pfarrreiengemeinschaft Börrstadt und Winnweiler zu einer Großpfarrei zusammengeschlossen. Gemeinsam Erstkommunion haben sie schon gefeiert. Spannend wird es für den Dekan am 10. und 11. Oktober, wenn erstmals Gremien auf der Ebene der neuen Pfarreien gewählt werden. Spätestens dann haben sich auch die Katholiken am Donnersberg für die Zukunft aufgestellt. Doch eines, so hofft der Dekan, soll bleiben wie bisher: Das Engagement vieler Ehrenamtlicher, die etwa Sakristeidienst leisten, sich um den Blumenschmuck kümmern oder den Kirchenvorplatz in Schuss halten. Von solchem Einsatz, das gibt Josef Matheis unumwunden zu, ist er schwer beeindruckt. STICHWORT: Pastoral 2015 Unter dem Titel „Gemeindepastoral 2015“ hat sich die Diözese Speyer vorgenommen, ein neues Konzept für die Seelsorge zu erstellen und die Pfarreien neu zu strukturieren. So werden bis zum Ende des Prozesses, dem 1. Advent 123 Pfarreiengemeinschaften des Bistums Speyer in zirka 60 Großpfarreien zusammenzuschließen. Geleitet wird eine neue Pfarrei von einem Pfarrer, dem in einem Pastoralteam weitere Mitarbeiter zur Seite stehen. Dies können neben weiteren Priestern hauptamtliche Diakone, Pastoral- und Gemeindereferenten sein, denen die Verantwortung für bestimmte Bereiche der Seelsorge übertragen wird, zum Beispiel die Jugendarbeit oder die Krankenseelsorge. (ssl)

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