Winnweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Kann Bischoff-Bier in die Regale zurückkehren?

Firmenname, Produktnamen, Rezepturen – welche immateriellen Vermögenswerte die Privatbrauerei Bischoff hat, das wird derzeit gep
Firmenname, Produktnamen, Rezepturen – welche immateriellen Vermögenswerte die Privatbrauerei Bischoff hat, das wird derzeit geprüft.

Gut möglich, dass auch der eine oder andere Nordpfälzer irgendwann wieder ein Bierchen trinkt, das in ehemaligen Kesseln der Bischoff-Brauerei zubereitet worden ist. Denn die Vermögensgegenstände des insolventen Unternehmens werden veräußert. Wie es um die Marke Bischoff, aber auch Donnersberger, Falkensteiner oder Fritz-Walter-Bier steht, sollte bald klar sein.

Nach dem Aus für die traditionsreiche Privatbrauerei Bischoff steht Insolvenzverwalter Jürgen Erbe von der Kanzlei Schultze & Braun vor der Herausforderung, dafür zu sorgen, dass „die Gläubiger einen möglichst großen Teil ihrer Forderungen zurückerhalten“. Bis zuletzt gab (und gibt) es ja bei vielen Bierfreunden die Resthoffnung, dass sich doch noch jemand finden würde, der „das Grüne“ vom Donnersberg weiter produzieren möchte.

Gespräche mit möglichen Käufern

Das Problem war bisweilen wohl eher nicht das Wollen, sondern das Können, vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Denn geschätzte zwei Millionen Euro hätte ein Käufer investieren müssen, „noch bevor ein einziger Liter Bier gebraut ist“, wie Erbe es formulierte. Unter anderem muss eine defekte Ammoniakleitung instandgesetzt werden, die seit längerem eine Vollauslastung in der Produktion verhindert hatte – und damit dazu beigetragen hatte, dass Bischoff auch in der Zeit des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung von Dezember 2020 bis August 2022 nicht kostendeckend hatte arbeiten können, um rote Zahlen zu schreiben. Und so hatte es zwar selbst nach dem daraus resultierenden Beschluss der Gläubigerversammlung, den defizitären Betrieb herunterzufahren und einzustellen, immer mal wieder Anfragen gegeben – die finanziellen Hürden aber waren den Interessenten offenkundig zu hoch gewesen.

„Wenn eine Sanierung aus wirtschaftlichen Gründen wie bei Bischoff nicht möglich ist, ist es meine Aufgabe als Insolvenzverwalter, die Vermögenswerte eines Unternehmens zu veräußern“, umreißt Erbe eines seiner aktuellen Betätigungsfelder. Das bedeutet für den Insolvenzverwalter, Gespräche mit möglichen Käufern zu führen: etwa für die Anlagen der Brauerei oder für das Grundstück. Aber auch für die sogenannten immateriellen Vermögenswerte.

Wer ist an den Marken berechtigt?

Zu diesen zählen beispielsweise der Firmenname oder auch einzelne Marken. Im Falle Bischoff also die Bezeichnungen der einzelnen Biersorten wie Donnersberger, Falkensteiner oder Fritz-Walter-Bier. Auch Patente gehören in diese Kategorie. Ob es also beispielsweise für eine bestehende Brauerei möglich ist, Markennamen und Rezepturen zu erwerben und irgendwann Bischoff-Bier in die Regale der Super- und Getränkemärkte zurückzubringen, das müssen die kommenden Wochen und Monate zeigen. „Bei Bischoff befinden wir uns aktuell in der Prüfung, wer an den verschiedenen Marken der Brauerei berechtigt ist und wie wir das bestmögliche Verwertungsergebnis für die Gläubiger erzielen können“, sagt Erbe.

Dies kann ein durchaus längerer Prozess sein, wie auch Matthias Braun, Sprecher von Schultze & Braun, erläutert. Gerade bei den immateriellen Vermögensgegenständen bedarf es oftmals intensiver Betrachtungen, ob denn noch jemand anderes an ihnen beteiligt sein könnte. Bei der im Jahr 1866 gegründeten Bischoff-Brauerei gilt es da schon alleine einen großen zeitlichen Horizont zu prüfen.

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