Donnersbergkreis Kämpfer Niclas Bauer dreht die Partie

Höringen. Der aktuelle Stand besagt: Drei, wenn nicht sogar vier Klubs steigen aus der Tischtennis-Bezirksliga Westpfalz Nord ab. Dass der ASV Höringen – derzeit Drittletzter – jetzt mit 9:4 den direkten Rivalen TTC Breitenbach überrannte, kommt (noch) keiner Rettung gleich. Es sind „nur“ zwei Punkte, die den Aufsteiger vorm sicheren Absturz bewahren und die Entscheidung auf die finalen Spiele vertagen. Die Chancen, dass es der ASV schafft, stehen 50 zu 50. Erst der letzte Ballwechsel der Saison wird Gewissheit bringen.
„Nach dem 0:5 war das schon weg. Ich hab’ nicht geglaubt, dass ich noch ein zweites Mal drankomme“, staunte Niclas Bauer am späten Abend nicht schlecht. Und auch sein Kontrahent im ersten Einzel, Winnweilers Kapitän Gunter Franck, gab zu: „Eigentlich habe ich gedacht, das sollte zum Sieg reichen. So was kann passieren. Das Spiel war halt noch nicht durch.“ Nein, im Gegenteil. Es fing gerade erst an, als es die meisten am Freitag schon für beendet erklärten. Die TTF waren mit wenig Hoffnung angereist. Spätestens, nachdem der Liga-Zweite TTC Winnweiler auf 5:0 davonzog – problemlos holte er alle Doppel – machten die Rockenhausener einen Haken. Es schien nur eine Frage der Höhe. 9:1, 9:2, vielleicht sogar 9:3? „Vor dem Spiel wäre ich mit einem 9:5 wie im Hinspiel hochzufrieden gewesen“, bemerkte TTF-Kapitän Michael Nehm später. So aber sah es lange nicht aus. Erst, als beim Stande von 1:5 – Günther Rutz hatte ein 1:2 gegen Christian Müller gedreht – Bauer und das hintere TTF-Paarkreuz groß auflegten. Daniel Heintz und Ersatz Christofer Greß behielten in vier Einzeln ihre weiße Weste. Die Partie aber, die das Lokalderby Kopf stellte: Bauers Kampfeinzel gegen TTC-Fighter Günter Haag. Im fünften Satz lag Haag 9:4 vorne. Bauer nahm sich eine Auszeit, dann holte er sieben Punkte in Serie und markierte den 5:7-Zwischenstand. Ein Kämpfer. Einer, der nie aufsteckt. Mit Rutz fuhr er im Schlussdoppel gegen Müller/Franck das 8:8 ein. „Man hat gemerkt, dass es mehr oder weniger ein Freundschaftsspiel ist. Es ist um nichts gegangen“, erklärte Franck die lockere, spannungsfreie Atmosphäre. Stark beim TTC: Carsten Wiegand, der extrem fokussiert alles vorne gewann, und Winnweilers 14-jähriger Spross Ilja Kratschmer. Erster Bezirksliga-Einsatz, guter Eindruck. „Das war besonders bemerkenswert“, lobte Franck – dessen Blick sich jetzt alleine auf die Relegation am 9. Mai richtet.Punkte TTC: Müller/Franck, Wiegand/Kratschmer, Haag/Pfannenstein, Wiegand (2), Haag, Müller, FranckPunkte TTF: Rutz, Bauer (2), Greß (2), Heintz (2), Rutz/Bauer.ASV Höringen – TTC Breitenbach 9:4. Nun wollen wir mal nicht übertreiben. Aber: Hätte der ASV Höringen auch das Kellerduell gegen Breitenbach verschenkt, die Lichter wären wohl ausgegangen. „Eine Chance haben wir nur, wenn wir jetzt auch noch gegen Ramstein gewinnen“, weiß Höringens Mannschaftsführer Wolfgang Frohs. Und selbst dann ist noch nichts sicher. Das 9:4 gegen den TTC war ein guter Anfang – trotz nervösem Start. Marcel Dohmen und Florian Haag verloren ihre ersten Einzel gegen Daniel Morgenstern und Michael Maron, 2:3 lag der ASV zurück. „Der Morgenstern hat seine Möglichkeiten genutzt“, sagte Frohs über die überraschende 2:3-Pleite seines Garanten. „Das hat anfangs gar nicht gut ausgesehen.“ Kein Problem aber für die Höringer, anschließend überrollten sie den zuletzt auftrumpfenden TTC. Eine makellose Mitte um Martin Seib und Frohs tütete den Zweier ein. Gegen Ramstein braucht der ASV den Heimsieg – und muss gleichzeitig hoffen, dass Miesenbach und Breitenbach leer ausgehen. Der TTC hat noch Winnweiler und Rockenhausen vor der Brust. Beide werden – hoffentlich – Lokalhilfe leistenPunkte ASV: Haag/Dohmen, Denzer/Rubel, Seib (2), Frohs (2), Denzer, Dohmen, Haag. (ppp)