Kriegsfeld / Gelsenkirchen RHEINPFALZ Plus Artikel Jungfernfahrt führt FCK-Fanclub „Dunnerschbejer Deiwel“ zur Arena „auf Schalke“

Bei der Hinfahrt bestens gelaunt: die FCK-Fan-Reisegruppe aus der Nordpfalz.
Bei der Hinfahrt bestens gelaunt: die FCK-Fan-Reisegruppe aus der Nordpfalz.

Die „Dunnerschbejer Deiwel“ sind noch kein Jahr alt. Erst im Oktober hat sich der FCK-Fanclub formiert. Jetzt hat der rund 60 Mitglieder starke Verein erstmals ein Auswärtsspiel besucht. Nicht irgendwo, sondern an einer Fußball-„Kultstätte“. Die Nordpfälzer hatten durchaus Spaß, auch wenn das Resultat nicht stimmte.

Es war ein würdiger Rahmen für die erste Auswärtsfahrt, quasi die Jungfernfahrt der „Dunnerschbejer Deiwel“. Der Spielplan der Zweiten Fußball-Bundesliga machte es möglich, dass die erste Reise des noch jungen FCK-Fanclubs nach Gelsenkirchen führte. Samstagabend, Flutlicht – und das in der besonderen Atmosphäre, die mehr als 60.000 begeisterte Fußballfans erzeugen können. Da lohnten sich viel Aufwand und einige Stunden Anreise, auch wenn der 1. FC Kaiserslautern bei Schalke 04 am Ende doch deutlich mit 0:3 verlor.

Für Nils Rockenbach endete damit ein mehrere Wochen dauernder Planungsmarathon. Schließlich war es für den in Kriegsfeld beheimateten Vorsitzenden der „Dunnerschbejer Deiwel“ und seine Mitstreiter aus verschiedenen Ecken des Donnersbergkreises ziemliches Neuland, eine derartige Auswärtsfahrt alleine zu organisieren. Von den Karten über das Busunternehmen bis zur Verpflegung. Alles musste in die Wege geleitet werden. Es verwunderte also wenig, dass Rockenbach regelmäßig wie ein stolzer Papa durch den Bus lief, stets ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen. „Ich war auf jeden Fall megazufrieden. Es war eine richtig geile Fahrt“, fiel sein Fazit aus.

Sangeslust steigt hörbar an

Und tatsächlich: Echte Probleme oder gar Zwischenfälle gab es nicht. Vielmehr wirkte der Abstecher nach Gelsenkirchen phasenweise mehr wie eine Klassenfahrt oder einfach ein feuchtfröhlicher Ausflug unter Freunden. Waren die ersten Stunden noch geprägt von netten Gesprächen, steigerte sich mit den Kilometern auch die Sangeslust der Fans – und erreichte mitunter eine beachtliche Bandbreite. Neben einschlägigen Stadion-Klassikern schlichen sich hier und da auch mal Exoten wie Bob Marley in die Playliste. Man versuchte eben, möglichst alle im Bus irgendwie mitzureißen. Die Idee ging auf. Alle hatten Spaß. Genau das war auch eines der Ziele, die hinter der Gründung der „Dunnerschbejer Deiwel“ stecken.

Im Oktober erst entstand der neue Fanclub. „Wir hatten die Idee schon lange, haben das immer mal wieder angesprochen, weil wir ja schon öfter zusammen zu Spielen gefahren sind“, erklärt Rockenbach. Entsprechend naheliegend war es, sich als Fanclub zu organisieren. Mehr als 60 Mitglieder zählt der Club bereits. Fahrten, wie die nach Gelsenkirchen, sollen auch dazu dienen, noch ein paar mehr Leute an Land zu ziehen.

Alle Plätze im Bus besetzt

Interessenten gebe es. Auch unter denen, die auf zweimal knapp 300 Kilometern zur Veltins-Arena als Gäste ins Clubleben reinschnuppern durften. Um den Reisebus voll zu bekommen, luden die „Dunnerschbejer Deiwel“ Freunde und Bekannte, FCK-Anhänger der Region ein. Der Bus, der in Kriegsfeld startete, sammelte den Großteil am Mitfahrerparkplatz in Kirchheimbolanden ein, setzte sie nachts dort auch wieder ab. So waren alle Plätze besetzt. „Davon profitieren alle, weil es günstiger wird“, sagte Rockenbach.

Wie durchdacht die Planung war, zeigte sich beim ersten längeren Stopp an einem Rasthof bei Koblenz. Wieder stiegen zwei Leute hinzu. Der Fanclub baute eine Essensstation auf, verkaufte Frikadellenbrötchen. Auf der Rückfahrt sorgte die eine oder andere Kiste Freibier für heitere Stimmung, die schnell Diskussion zur sportlichen Lage des FCK abzuebben ließ. Das wichtigste war eben: Die Atmosphäre blieb entspannt. Die einen konnten feiern, während die anderen ein Schläfchen vorzogen.

Trotz Niederlage Spaß gehabt

„Die Rückmeldung des Busunternehmens war ebenfalls positiv“, freute sich Rockenbach. Der Vorsitzende ist bereit, weitere Fahrten in Angriff zu nehmen. „Zwei oder drei Touren wären in dieser Saison schon noch denkbar“, meinte er, ohne sich bereits festzulegen. Bei allem Aufwand überwog der Spaß deutlich. Trotz Niederlage, trotz kleinem Stau auf der Hinfahrt. „Und mit jedem Mal wird auch die Organisation einfacher und eingespielter“, so Rockenbach.

Auf seinen Fanclub kann er sich jedenfalls verlassen – mögliche Neumitglieder stehen bereit. Bei weiteren Fahrten wird auch Busfahrer Freddy gerne wieder dabei sein. Dem gefiel die Fahrt des noch jungen Fanclubs ebenfalls – und er brachte die inzwischen doch zum Großteil schlafende Truppe in den frühen Morgenstunden sicher nach Kriegsfeld.

Voller Gästeblock: Die FCM-Fangemeinde war in der Veltins-Arena nicht zu übersehen.
Voller Gästeblock: Die FCM-Fangemeinde war in der Veltins-Arena nicht zu übersehen.
Stimmung unterm Dach: die FCK-Anhänger überließen den Königsblauen nicht allein das Feld.
Stimmung unterm Dach: die FCK-Anhänger überließen den Königsblauen nicht allein das Feld.
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