Donnersbergkreis Jugendherberge soll ausgebaut werden
Sie ist eine der kleinsten, doch aufgrund ihrer Lage, Umgebung und zahlreichen Möglichkeiten eine der interessantesten und reizvollsten der 43 Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz und im Saarland: die Keltendorf-Jugendherberge in Steinbach. Sollte das Vorhaben, alle Zimmer mit Dusche und WC auszustatten, verwirklicht werden, dann kann diese auch weiter an Attraktivität gewinnen und den Ausstattungsstandard erhöhen.
1958 wurde das Gebäude vom Landesverband gekauft. Die grundlegende Sanierung 1993 – Dach und Innenbereich wurden komplett erneuert und Nottreppen gebaut – war seither die einzige größere Investitionsmaßnahme. Lediglich Renovierungs- und Erhaltungsarbeiten wie der Austausch der Türen oder laufende Arbeiten wurden geleistet. Da der Landesverband bestrebt ist, die Herberge auf dem neuesten Stand zu halten, sei die Ausstattung aller Zimmer mit Dusche und WC das Ziel. „Von einer Summe im sechsstelligen Bereich müssen wir ausgehen. In Planung ist der Ausbau, nur wann steht noch nicht fest. Wir hoffen jedenfalls bald“, gibt sich der zuständige Betriebsleiter Christian Stelzel zuversichtlich. 104 Betten gibt es in der Steinbacher Jugendherberge, aufgeteilt auf 29 Zimmer – vom Zweibett- bis zum Sechsbettzimmer. Davon sind erst 17 Zimmer mit Dusche und WC ausgestattet. Relativ bescheiden ist dagegen das Vorhaben der Verfeinerung des Außenbereiches mit Spielplatz und Basketballfeld. Den Gästen, rund die Hälfte sind Schulklassen, stehen neben drei Tagungsräumen auch zwei Speiseräume zur Verfügung, die beide auch zum Tagungsraum umgebaut werden können. Ausgestattet sind sie alle mit Beamer, Flipchart und Präsentationskoffer. Ein Raum kann als Musikraum für eine Chorfreizeit genutzt werden. Zwei Klaviere sind vorhanden. Bereits am Eingang weist ein Schild auf die Bett- und Bike-Zertifizierung 2015/16 hin. Für Biker und Wanderer steht auch ein extra Raum zu Verfügung. Von fast 14.000 Übernachtungen in diesem Jahr entfallen laut Stelzel, der mit dieser Zahl sehr zufrieden ist, knapp die Hälfte auf Schulklassen. „Die Schulklassen haben wir unter der Woche. Seminare und Familienfreizeiten haben wir dann am Wochenende. Auch Durchreisende aus dem Ausland, insbesondere aus Holland, sind häufig unsere Gäste. Ebenso Wanderer oder Biker“, ergänzt Joana Wilde, die ausgebildete Hotelfachfrau. Für 2017 seien die Wochentage für Schulklassen fast schon ausgebucht. Selbst für 2018 würden schon Buchungen vorliegen. Sehr begehrt und schon längerfristig ausgebucht sind auch die viertägigen Silvesterfreizeiten für Familien. „Da gibt es dann Fackelwanderungen, Spielabende oder das beliebte Wintergrillen. Für das Grillen haben wir sogar einen eigenen Mitarbeiter aus dem Dorf, der das zwei- bis dreimal in der Woche aus Spaß an der Freude macht. In Steinbach wird eben immer gegrillt“, sagt Stelzel lächelnd. Auch Geburtstagsfeiern für Kinder kämen gut an. Hier werden verschiedene Programmbausteine angeboten – vom Basteln bis zum Aufenthalt im Keltendorf. Aber auch für Erwachsene hat die Jugendherberge mittlerweile schon Geburtstage ausgerichtet. Vor dem Haus können sich die Schulkinder auf der großzügig angelegten Außenanlage mit Bolz- und Spielplatz an verschiedenen Geräten austoben. Außerdem ist da noch in unmittelbarer Nähe der Wald mit seinen vielen Wegen – zum Teil sogar klassifiziert, wie der Pfälzer Höhenweg oder der Pilgerpfad. Beliebt und für die Kinder sehr interessant ist eine Wanderung zur „Weißen Grube“ nach Imsbach. Der Höhepunkt für jede Schulklasse sei der ganztägige Aufenthalt nebenan im Keltendorf. Im Dorf können zwei Schulklassen auf die verschiedenen Hütten aufgeteilt werden. Neben einem spielerischen Einblick in die Geschichte und die Kultur der Kelten können die Kinder verschiedene Angebote wahrnehmen. Mit Begeisterung wird da gesägt, gehämmert, geknetet oder gefilzt. Auch beim Mittagessen, der Zubereitung einer keltischen Gemüsesuppe, wird mitgeholfen. Den Kindern der vierten Klassen aus Mannheim und Alzey hat es bei so viel Abwechslung so gut gefallen, dass sie am liebsten noch einige Tage geblieben wären. Das war beim Besuch der RHEINPFALZ nicht zu übersehen. Und wer bei all dem wehmütig wird, der erhält von Joana Wilde, der guten Seele des Hauses, einen Heimwehtee. Für einen reibungslosen Ablauf kümmern sich bis zu 16 Mitarbeiter, überwiegend aus der näheren Umgebung, in Voll- und Teilzeit. Nur die Zeiten, wie sie alte Jugendherbergsgäste noch in Erinnerung haben, als der Herbergsvater oder die Herbergsmutter genauso streng wie herzlich das Zepter schwang, sind vorbei. Sie sind durch den Betriebsleiter oder die Assistentin des Betriebsleiters ersetzt worden. Da die Anforderungen stark gestiegen sind, wird Steinbach als eigene Betriebsstätte von der Zentrale in Mainz aus gesteuert. Zuständig für den geschäftlichen Ablauf, alles läuft über EDV, ist als Controller der Wirtschaftsfachwirt und Personalfachkaufmann Christian Stelzel. Er kann allerdings nur sporadisch vor Ort sein. Ständiger Ansprechpartner in der Herberge ist dafür seine Assistentin Joana Wilde. Auf die Frage, ob sie sich mehr als Assistentin oder als Herbergsmutter fühlt, antwortet sie zögerlich, aber geschickt: „Wir haben alle hier ein großes Herz für ,unsere’ Kinder.“