Steinbach RHEINPFALZ Plus Artikel Jugendherberge könnte Sportschule oder Feuerwehrzentrum werden

Anfang 2020 wurde die Jugendherberge in Steinbach geschlossen, drei Monate später von der Ortsgemeinde gekauft. Nun muss entschi
Anfang 2020 wurde die Jugendherberge in Steinbach geschlossen, drei Monate später von der Ortsgemeinde gekauft. Nun muss entschieden werden, wie es mit dem Gebäude weitergehen soll.

Es gibt zwei Konzepte von zwei potenziellen Betreibern für die Jugendherberge in Steinbach. Die Gemeinde will jetzt sondieren, welches für den Ort den größten Vorteil bringt und dann entscheiden, wem sie letztlich das Gebäude überlassen wird.

Im Juni 2020 hatte die Ortsgemeinde Steinbach das Jugendherbergsgebäude übernommen, nachdem drei Monate zuvor bekanntgegeben worden war, dass die Jugendherberge auch nach der Corona-Pandemie nicht wieder öffnen würde. Ortsbürgermeisterin Susanne Röß betonte, dass es zu jeder Zeit die richtige Entscheidung gewesen sei, die Jugendherberge zu übernehmen. Alleine schon wegen der Unterbringung einer Gruppe der örtlichen Kindertagesstätte habe sich der Kauf durch die Gemeinde ausgezahlt. Allerdings zeige sich mittlerweile, dass die Unterhaltung der Gebäude dauerhaft zu einer Aufgabe werden wird, die von der Gemeinde alleine kaum zu stemmen sei.

Aktuell gebe es zwei Anbieter, die erklärt haben, sie wollen die Jugendherberge kaufen. Zum einen ist dies ein Betreiber einer Fußballschule aus Steinbach, der dem Gemeinderat bekannt ist, zum anderen würde der Landesfeuerwehrverband gerne mit den Feuerwehren im Kreis ein Schulungszentrum in der ehemaligen Jugendherberge einrichten, informierte Röß den Rat.

Auch für andere Gruppen offen

Bei dem Betreiber einer Fußball- und Sportschule handele es sich um Timothy Hanauer, der „nach und nach“ das Jugendherbergsgebäude zu einer Sportschule umwandeln möchte. Das Haus solle allerdings auch für andere Gruppen offen stehen, beispielsweise für Schulen, Vereine und Initiativen sowie Wanderer nutzbar sein, konkretisierte Röß.

Der Kreisfeuerwehrverband hingegen plane, ein Feuerwehrerholungsheim einzurichten, das in erster Linie den Wehrleuten zur Verfügung stehen würde. Aber auch von dieser Seite sei geäußert worden, sich offen dafür zu zeigen, Gruppen von anderen Organisationen aufzunehmen.

Für Gemeinde auf Dauer zu hohe Belastung

Röß erwartet, dass es bis Ende des Jahres zu einem Verkauf kommen könnte. Dafür hat sie eine erste Bewertungs-Matrix erstellt, anhand derer sich der Gemeinderat ein Bild davon verschaffen soll, welchem potenziellen Käufer er das Gebäude überlassen will. Dabei sollen Kriterien wie der Preis, das Finanzierungskonzept des Käufers, die künftige Betriebsstruktur der Unterkunft, der tatsächliche Kaufzeitpunkt, der Zeitplan zwischen Erwerb und Inbetriebnahmen, die künftige Nutzung, die Situation des Kindergartens, die eventuelle Vermietung von Wohnungen und vor allem der Mehrwert für Steinbach eine Bedeutung spielen. Auch eine Rückkauf-Vormerkung für die Gemeinde müsse es in jedem Fall geben.

Röß wollte dabei nicht verhehlen, dass es im Gebäude einige Probleme gibt, denn es bestehe ein Sanierungsstau. „Aktuell ist die Pumpe der Heizanlage defekt“, sagte sie. „Es kann jeden Moment zu größeren Problemen kommen, deshalb ist es nötig, dass das Gebäude bald einen neuen Eigentümer findet, der uns von den Unterhaltungsaufgaben befreit“, so die Ortsbürgermeisterin. Zwar gelinge es der Gemeinde durch die derzeit weitgehend sicheren Einnahmen einen Teil der Nebenkosten zu decken, auf Dauer würde sich die Jugendherberge allerdings zur Belastung entwickeln, auch deshalb sei der Verkauf anzustreben.

Weitere Themen im Rat

  • Für die Dorfmoderation werden zwei Ausschüsse gebildet. Einer unter dem Titel Dorfleben, der zweite unter der Überschrift „Kinder, Jugend, Freizeit“.
  • Die Gemeinde will sich an der Aktion Gelbe Füße beteiligen. Dabei werden auf den Wegen zu Schulen und Kindertagesstätten gelbe Fußspuren auf die Bürgersteige und Fahrbahnen aufgeklebt, die vor allem kleine Kinder auf dem Schulweg leiten sollen.

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