Donnersbergkreis
Johanniter Luftrettung, ADAC und DRF bewerben sich um Rettungsflüge in der Westpfalz

Die Johanniter Luftrettung, der ADAC und die DRF sind im Rennen um den Zuschlag, künftig Rettungsflüge in der Westpfalz ausführen zu dürfen. Das Innenministerium will Anfang September eine Entscheidung getroffen haben.
Die drei Bewerber haben ihre Angebote beim Innenministerium eingereicht und dort Gespräche geführt. Bis Ende vergangener Woche hatten sie laut Ministeriumssprecherin noch Zeit, ihre Angebote zu überarbeiten. Nun werden die Bewerbungen von der Fachabteilung im Ministerium „gesichtet, bewertet, und schließlich wird vergeben“, wie Sonja Bräuer vom Ministerium informiert. Anfang September soll der Zuschlag erteilt werden.
Derzeit geht es lediglich um eine Übergangskonzession bis Mitte 2020. Erst wenn ein Gutachten des Landes den Bedarf für einen Rettungshubschrauber in der Westpfalz nachgewiesen hat, will das Land eine dauerhafte Genehmigung erteilen.
Das Westpfalz-Klinikum und die Johanniter hatten den Hubschrauber installiert
Viele Jahre lang war ein weißer Fleck der Luftversorgung in der Westpfalz beklagt worden, das Land hatte jedoch keinen Bedarf gesehen und keine Genehmigung erteilt. Im Oktober vergangenen Jahres hatten dann die Johanniter Luftrettung und das Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern einen Vertrag abgeschlossen und einen Intensivtransporthubschrauber eingesetzt, der Patienten von einem Standort der Klinik zum anderen bringen sollte. Der Clou: In einem medizinischen Notfall muss der nächstgelegene Hubschrauber zum Unfallort fliegen. Und dies war seit dem 22. Oktober 2018 sehr oft der „Air Rescue Pfalz“ der Johanniter von Sembach aus.
Der „Air Rescue Pfalz“ hatte bisher knapp 3,5 Einsätze pro Tag von Sembach aus
„Wir fliegen diese Woche unseren 1000. Einsatz“, weiß Günther Lohre, Geschäftsführer der Johanniter Luftrettung. Das entspricht knapp 3,5 Einsätzen pro Tag. Lohre sieht damit den Bedarf als deutlich nachgewiesen.
Die Bietergespräche im Ministerien sind laut ihm „sehr fair“ abgelaufen; die Johanniter hätten alle Anforderungen der Ausschreibung erfüllt, weshalb Lohre zuversichtlich ist. „Wir bieten zudem mehr Leistung als andere“, fügt er an und zählt die stärkere und größere Maschine auf, die mehr Platz biete, Schwertransporte ermögliche und einen Inkubator an Bord habe. „Die Stimmung in der Bevölkerung gegenüber dem Hubschrauber ist sehr gut“, fasst er zusammen.
Landrat und Kreisbeigeordnete hoffen, dass Hubschrauber weiter im Rettungsdienstbereich Kaiserslautern bleibt
Landrat Ralf Leßmeister (CDU) und die für den Rettungsdienst zuständige Erste Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt (CDU) sind selbst gespannt über den Ausgang des Vergabeverfahrens. Beide betonen jedoch nochmals ihre Forderung, dass es sowohl aus einsatztaktischen als auch aus rettungsdienstlichen Gründen essenziell wichtig sei, dass ein Rettungs- oder Intensivtransporthubschrauber „weiterhin und dauerhaft im Rettungsdienstbereich Kaiserslautern – und zwar entweder in den Landkreisen Kusel, Kaiserslautern, Donnersberg oder in der Stadt Kaiserslautern – stationiert bleibt“.