Donnersbergkreis Jeder will ihn bezwingen
Ramsen. Unschlagbarer Primus, 28:0-Punkte. Der TuS 05 Ramsen liegt mit Riesen-Vorsprung auf Meisterkurs: Als die Übermannschaft schlechthin dominiert er die Tischtennis-Bezirksklasse Vorderpfalz Nord – und ist seit genau neun Monaten ohne Verlierer-Gefühl. Aktuell aber ruckelt der TuS-Motor ein bisschen, trotz optimaler Ausbeute. In drei Rückrunden-Spielen haben die 05er so viele Spiele abgegeben, wie in der gesamten Hinserie. Formtief? Aufstiegsdruck? Die Ramser können da nur lächeln.
Später Dienstagabend, gegen 23 Uhr, Sporthalle am Bahnhof Kirchheim. Ein Drama nähert sich dem Showdown. Und der TuS Ramsen, das Nonplusultra der Bezirksklasse, wackelt. „Wenn man denkt, man kann gar nicht mehr verlieren, dann ist man überrascht, wenn doch mehr Gegenwehr kommt“, wird Lukas Rüth, Ramsens Punkt vier, später aufatmen. Mirko Link, Noppenblocker im vorderen Brett, bestätigt: „Wir haben die auf keinen Fall zu locker genommen. Du verfällst in eine Schwäche, wenn der andere bissiger wird.“ Heimklub SV Kirchheim platzt fast vor Motivation, kratzt am Paukenschlag. Ein Gedanke geistert durch seine Köpfe: Er könnte der erste sein, der dem TuS wenigstens einen Zähler abknöpft. Ein Anreiz, keine Frage. Der SVK ist heiß. Am Ende eines permanenten Wechselpunktens führt aber der TuS. 8:7, Schlussdoppel. Link und Anton Porten müssen’s richten. Sie schlagen zu. Knapp. Durchpusten, Glück gehabt. So nahe war der TuS seit April keiner Pleite mehr. Der „engste“ Sieg in der Vorrunde war ein 9:3 gegen die TTF Großniedesheim, zum Rückrundenauftakt gab es ein beinahe überraschend schwaches 9:5 bei Abstiegskandidat TSG Grünstadt III. „Kirchheim war einfach saustark und hat sich gewehrt. Als die gemerkt haben, dass was geht, waren die noch heißer“, blickt Link zurück. 9:1, 9:2, 9:0 – vor Weihnachten hatten die Ramser alle Konkurrenten in Grund und Boden gestampft. In elf Partien hatten sie nur 14 Spiele abgegeben. Heißt: Durchschnittsergebnis war ein 9:1. Eine beängstigende Dominanz. „Da ist alles gelaufen“, sagt Rüth, zweifelt jedoch auch: „Wenn man das Niveau eine ganze Saison halten kann, wäre das auch krass. Jeder ist gegen uns umso mehr motiviert.“ Nach drei Spieltagen im zweiten Abschnitt stehen die 05er bereits bei 13 Minusspielen. Kein Thema, die fünf bei der TSG III lassen sich dem ungewohnten Material (blaue Tische, gelbe Bälle) zuschreiben, die sieben am Dienstag einfach einem bärenstarken Tabellen-Zweiten. Dennoch zeichnet sich ab: Der TuS wird mehr zu kämpfen haben, um die phänomenale Serie nicht reißen zu lassen. Er ist der, den jeder stürzen will. „Die Vorrunde ist so gut gelaufen, das hätten wir selbst nicht gedacht“, staunt Link einen Tag nach dem 9:7-Zittersieg und zwei vor dem Derby bei Kellerkind KSV Breunigweiler heute (20 Uhr). „Von einem Formtief kann man nicht reden. Wir sind alle super drauf, nach wie vor.“ Sechs Punkte Polster, acht Restpartien auf dem Plan. In fünf Spieltagen könnte der TuS die Meisterschaft vorzeitig perfekt machen. Alles andere als der Titel wäre, Stand jetzt, eine herbe Enttäuschung. Den gröbsten Brocken haben sie unter der Woche aus dem Weg geräumt. „Anbrennen dürfte nix mehr. Da müsste sich schon einer von vorne verletzen“, so Rüth. Der TuS 05, das schien schon vor der Runde klar, wird erster Aufsteiger sein. Die Bezirksliga winkt. Endlich, nach Jahren in der Spitzengruppe. Alleine die Konzentration muss halten…