Donnersbergkreis Jeder ist anders – und nie wirklich allein

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Groß war die Spannung am letzten Öffnungstag vor dem großen Fest im katholischen Kindergarten Sankt Sebastian. Hatte sich doch einmal mehr Pfarrer Bernd Schneider angekündigt, um den krönenden Höhepunkt des Projekts „Habakuk“ im eigens dafür präparierten Adventszimmer zu zelebrieren. Die Geschichte um den verletzten Hirten hatte die rund 60 Kinder in den drei Kita-Gruppen seit Beginn der Adventszeit beschäftigt.

Eingangs waberten Weihnachtslieder aus der Konserve durch die Luft und liebevoll gefüllte Plätzchenteller zierten die Tische. Derweil bereiteten sich Ida, Louis, Lisa, Lea, Finn und Lana darauf vor, dem neugierigen Besuch von der RHEINPFALZ im Rollenspiel zu zeigen, worum es denn in den vergangenen Wochen im Stuhlkreis, in Gesprächen, in Bastelarbeiten, beim gemeinsamen Singen sowie beim Spielen mit den von den Erzieherinnen Marlies Franck und Karin Wildanger angefertigten Biegepuppen gegangen war: um den Hirten Habakuk, der bei der Verteidigung seiner Herde von einem streunenden Wolf derart verletzt wurde, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Doch schnell sprach es sich herum, dass er Kapazitäten frei hatte und über langjährige Erfahrung verfügte, um sich um einzelne Problemfälle zu kümmern. Was ihm in seiner eigenen Trostlosigkeit auch weiterhalf. Und so hegte und pflegte er nacheinander ein verletztes, ein über die Maßen ängstliches und ein wegen seines ungewöhnliches Äußeren ungeliebtes Tier; auch fand er ein Schaf, das verloren gegangen war. An eben jenem letzten Tag vor Weihnachten machte es der Pfarrer besonders geheimnisvoll – hantierte er doch lange im zugesperrten, abgedunkelten sowie mit einer originellen Krippenlandschaft voller Teelichter und Figuren dekorierten Adventszimmer. Als er endlich Einlass gewährte, war die Krippe zugehängt. Nur ein einzelner Habakuk wachte einsam und allein am Feuer, als die Verkündigung der Engel aus dem Lukas-Evangelium verlesen wurde, nach der das Christuskind in einer Krippe im Stall liegen werde. Und siehe da: Zur Überraschung der Kinder – und Habakuks – war dies alles in seinem Stall und in seiner Krippe geschehen. Was sich zeigte, als die Verhüllung abgenommen wurde. Da hätte jeder die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören können, derart ruhig war es urplötzlich in einer ganz besonders feierlichen Stille, die sich in dem engen Raum breit machte. Und die Geschichte, von der die Kinder so viel gehört hatten, bekam ebenso wie das immer wieder gesungene Lied „Hier im Stall“ eine ganz neue, große Dimension. Denn es wurde deutlich, dass jeder – egal ob ängstlich, egal ob verletzt – in seinem äußeren Erscheinungsbild anders als die anderen ist. Oder nach einer Zeit, in der er verloren war und wiedergefunden wurde, von Gott geliebt wird und deshalb nie wirklich alleine ist. |mhz

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