Donnersbergkreis Jede Menge starke Frauen

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„Weibsbilder gestern und heute“: Unter dieses Motto hatte der protestantische Kirchenbezirk Winnweiler seinen diesjährigen Dekanats-frauentag gestellt. Regina Mayer-Oelrich, Dekanatsvorsitzende des Ausschusses Frauen, konnte rund 100 Gäste im Bürgerhaus Höringen willkommen heißen. Diese haben im Laufe des kurzweiligen Nachmittags eine Menge über – im Wortsinn – vorbildliche Frauen erfahren.

Allen voran von Pfarrerin Marianne Wagner vom missionarisch-ökumenischen Dienst in Landau. Sie zeichnete ein lebendiges Bild ihrer Oma, für die der Begriff Weibsbilder positiv besetzt gewesen sei. Für sie waren Weibsbilder Frauen, die wissen „wo es lang geht“, mit beiden Beinen im Leben stehen und für das Leben eintreten. Auch die Bibel kenne solche Frauen, die an entscheidender Stelle handelten und sich unverzagt und mutig für andere einsetzten. So die Hebammen Schifra und Pua, die sich der Anordnung des Pharao widersetzten und die männlichen Neugeborenen der Israelitinnen nicht töteten. Auch Lydia aus Philippi, eine Purpurhändlerin, werde gegen alle Widerstände der damaligen Zeit vom Apostel Paulus und seinem Mitarbeiter Timotheus zum Christentum bekehrt. Als dritte starke Frau berichtet Wagner von Maria Magdalena, die Jesus bis zu seinem bitteren Ende am Kreuz und bei seiner Auferstehung begleitete. „Maria Magdalena und Jesus verband Liebe und Treue: Eigenschaften – die heute in unserer Gesellschaft und Kirche fehlen“, so Wagner. Sie appellierte an die Gäste, mehr in Liebe, Treue, Hingabe und Toleranz aufeinander zuzugehen und sich nicht ausschließlich auf die Defizite der Mitmenschen zu konzentrieren. Wagner ist in der Landeskirche verantwortlich für die Zusammenarbeit mit den Partnerkirchen in Übersee. „Der Mut von Frauen in Bolivien und Ghana, Korea oder Papua beeindruckt mich immer wieder. Unter oft schwierigen Bedingungen setzen sie sich für das Leben ein, verlieren trotz großer Herausforderungen nicht den Mut. Sie fühlen sich als Töchter Gottes und verstehen ihr Engagement als Mission.“ Zwei bewundernswerte Frauen, die nach diesen Aussagen leben, wurden vorgestellt: Philomenia Jakong aus West-Ghana hat durch ihr hartnäckiges, mutiges Tun erreicht, dass eine Geburtsklinik im Hinterland Ghanas gebaut wurde. Hak-Soon Kim aus Süd-Korea wurde als junge Frau durch japanische Truppen verschleppt und als „Trostfrau“ in den japanischen Kasernen zur Prostitution gezwungen. Sie hat sich 1991 als erste der vielen Betroffenen ein Herz gefasst, von der Gewalt an Frauen berichtet und so ein Tabu gebrochen. Mayer-Oelrich erinnerte an drei engagierte Frauen unserer Region: Die erste ordinierte evangelische Pfarrerin Deutschlands war Irmgard Gauer, die in Olsbrücken, Kaiserslautern und Ludwigshafen wirkte. Katharina Häberle vom Daubenbornerhof bei Enkenbach machte sich einen Namen als Bakteriologin, Serologin und Chronistin. Sie baute nach dem ersten Weltkrieg im Krankenhaus Kaiserslautern die klinisch-chemische und bakteriologisch-serologische Abteilung auf. Frieda Hachenburger wurde stellvertretend für alle Diakonissen, die in den Gemeinden tätig waren, genannt. Sie sah ihre Aufgabe in der Kindergartenarbeit und wirkte über ein Vierteljahrhundert in Winnweiler. Das „Kaffeemühlchen“ war ihr Zuhause. In ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Fachbeirats Frauen der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, Kaiserslautern, berichtete Mayer-Oelrich von der Arbeit des Fachbereichs Frauen. Sie dankte am Ende für die Kollekte in Höhe von 350 Euro. Das bei allen Dekanatsfrauentagen in der Pfalz gesammelte Geld soll Frauen unserer Region zugute kommen, die nach Teilnahme an einer Mutter-Kind-Kur Unterstützung benötigen, um an Nachsorge-Veranstaltungen teilnehmen zu können. Dank sagte Mayer-Oelrich auch allen Helfern, Kuchenbäckerinnen und besonders den Frauen des Höringer Presbyteriums für die Bewirtung. Ute Grüner, Gleichstellungsbeauftragte des Donnersbergkreis, betonte, dass die volle Gleichstellung von Frauen und Männern noch nicht erreicht sei und wohl noch ein langer Weg vor „uns Frauen“ liege. Grüße übermittelten Dekan Michael Pernt-Weigel und Diözesanleiterin Gabriele Heinz. Pfarrer Karsten Scholl hatte der von ihm gehaltenen Andacht die Losung aus Jesaja 2,3 und den Lehrtext aus Lukas 13,29 zugrunde gelegt. Im Laufe des Nachmittags wurde auch kräftig gesungen und musiziert. Eröffnet wurde der Frauentag mit dem Instrumentalstück „Fraunkäferlied“, gespielt von Adolf Leppla, Heiligenmoschel, auf der Zither und Pfarrer Karsten Scholl auf der Gitarre. Beide begleiteten später einfühlsam die von den Gästen gesungenen Kirchen- und Frühlingslieder. Den Abschluss des fröhlichen, aber auch nachdenklichen Nachmittags bildete das Lied „Komm, Herr, segne uns“. (red)

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