Donnersbergkreis Jede Menge Frühstückseier und Eiersoße

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An nur drei Tagen wechselten beim Schützenverein Winnweiler 3800 Ostereier den Besitzer. Fast 120 Menschen pro Tag kamen ins Schützenhaus, darunter etliche Gäste aus umliegenden Ortschaften, und unterstrichen so die immer größer werdende Beliebtheit des Spektakels.

Allerdings bringt das Ostereierschießen auch viel Arbeit für die Verantwortlichen mit sich, erzählt der erste Vorsitzende Klaus Schappert. 20 Mitglieder sind pro Schießtag in verschiedenen Funktionen im Einsatz. Das beginnt schon beim Kassieren der Startgebühr und der Ausgabe der Wettkampfscheiben. Auf eine Einheit mit fünf Feldern sind 25 Schüsse zu setzen. Für den Schuss ins Schwarze gibt es ein Ei, für einen Zehner zwei Eier, erklärt der erste Vorsitzende die Regeln. Ein gebrochener Mittelfußknochen hindert Marvin Dick aus Imsbach nicht daran, am Ostereierschießen teilzunehmen. Mit Krücken erreicht er einen der zehn Schießstände, um nach dem Luftgewehr zu greifen. „Ein solches Gewehr hab ich zum ersten Mal in der Hand“, bekennt er und lässt sich vom fachkundigen Aufsichtspersonal anleiten. Mit Erfolg, wie sich später herausstellt. Nach einem Streifschuss zum Auftakt kam die Steigerung. „Es hat Spaß gemacht“, resümiert der 16-jährige Schüler, der im nächsten Jahr wieder kommen wird. 18 Eier mit 25 Schuss waren für ihn eine gute Ausbeute, dennoch wird er nicht die Sportart wechseln und dem Fußball fern bleiben. Den Rekord in diesem Jahr hält eine junge Dame aus Alsenbrück-Langmeil. Sie kam bei 25 Schuss auf 33 Eier, informiert Klaus Schappert. Die zehn Stände im Schützenhaus sind ständig belegt. Auch die drei Aufsichtspersonen haben alle Hände voll zu tun. „Es kommen erfahrene Schützen, aber auch Neulinge“, berichtet Robert Kraut. Zu seiner Standaufsicht gehört es auch, dafür zu sorgen, dass eine Schutzbrille getragen wird. Zur Begrüßung gibt es eine kleine Waffenkunde und die Sicherheitsbelehrung. „Vielleicht gewinnen wir mit diesem Ostereierschießen neue Akteure für unseren Verein“, wünscht sich der aus Bayern stammende Schießsportler. „Früher habe ich mit meiner Mama Marianne um die Wette geschossen“, erinnert sich Vera Fritsch. Ostereierschießen in der Familie Rasor war Tradition, erzählt die Dame aus Winnweiler, die heute ohne Familienanhang zum Schießwettbewerb schreitet. Ihren Ehemann Egon konnte sie bislang für dieses Hobby noch nicht begeistern. Auch ohne familiären Druck kam sie auf 29 Eier. Dagegen hat Ulrike Jacob ihren Gatten Rudolf vom Ostereierschießen überzeugen können und mit ins Schützenhaus gebracht. Während sie schon im Schießen um Ostereier geübt ist, war es für den Winnweilerer Bürgermeister eine Premiere. Letztlich konnte er sich im Familienduell mit einem Ei Vorsprung durchsetzen. „Das Kaliber ist zu klein“, begründet ein Lohnsfelder seine geringe Ausbeute aus 25 Schuss. Dennoch hatte er seinen Spaß und freute sich über neun Ostereier. „Schöne Farben und auch violett“, freut sich Kirsten Heise aus Imsbach über die Farbenvielfalt beim Blick über die Ausbeute ihrer Tochter. Die elfjährige Emilia hat für ihr Alter schon kräftig abgeräumt: 25 Schuss und 24 Eier – das ist ein Lob des Vaters Hans-Jürgen wert. Und gleich geht es in die zweite Runde mit weiteren 25 Schuss. Die teilt sie sich dann mit ihrer Mutter. „Mama hat zwei Zehner“, übermittelt der Nachwuchs stolz dem Vater, „und es werden noch mehr Eier“. Letztlich dann 27: familieninterner Rekord. „Die Eier nehmen wir alle mit nach Hause“, erzählt die junge Schützin und verrät: „Papa isst zum Frühstück Eier, Mama macht Eiersoße, und einige werden wir an Oma und Opa abgeben.“ (llw)

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