Donnersbergkreis Ja zu Vollsortimenter

Für den Bebauungsplan des in der Gemarkung der Nachbargemeinde Lohnsfeld gelegenen Gewerbegebiets „Schäferdell“ soll die Zielvorgabe geändert werden. Das hat der Winnweilerer Gemeinderat nach eingehender Diskussion mit 9:4-Stimmen (eine Enthaltung) beschlossen. Konkret geht es um die beabsichtigte Ansiedlung eines Einkaufsmarktes mit Vollsortiment.
Auch wenn die „Schäferdell“-Flächen auf Lohnsfelder Gebiet liegen, so ist Winnweiler davon doch wesentlich betroffen. Wie Ortsbürgermeister Rudolf Jacob (CDU) informierte, schließt der derzeitig gültige Bebauungsplan die Errichtung eines großflächigen Einzelhandels aus. Wegen angedachter Umsiedlungen solle nun eine Änderung auf den Weg gebracht werden. Das sei das Ergebnis intensiver Gespräche mit der Ortsgemeinde Lohnsfeld, Planer und Investor. Innerorts von Winnweiler gebe es schon alleine wegen fehlender Parkmöglichkeiten keine Möglichkeit, einen Vollsortimenter anzusiedeln, so Jacob. „Ich tue mir schwer, einem Vollsortimenter zuzustimmen“, sagte Klaus Wuttke (Bündnis-Grüne). Er sehe dadurch massive Beeinträchtigungen für ortsansässige Betriebe. Der Rat habe eine Verantwortung gegenüber den bestehenden Geschäften, betonte Jürgen Spies (SPD). Er hatte ebenso Bedenken mit einer Planänderung wie sein Fraktionskollege Sören Damnitz: Er bringe keine Erweiterung des Angebots und mit der Auslagerung von Einkaufsmöglichkeiten würden noch weniger Menschen den Weg in den Ortskern finden. „Wir haben ein fast ausreichendes Angebot, es ist eigentlich alles abgedeckt. Der Kuchen, der verteilt werden kann, wird dadurch nicht größer“, so Rudolf Franzmann (SPD). Weiter sagte Jacob, er habe den Vorsitzenden der Winnweilerer Werbegemeinschaft über ein diesbezügliches Gutachten unterrichtet, aber noch keine Reaktion erhalten. Einem Vollsortimenter positiv gegenüber steht Matthias Luft (Bündnis-Grüne). Konkurrenz könne den Bürgern Vorteile bringen. Er sei sich sicher, dass Bäcker und Metzger im Ort blieben. Vollsortimenter und Discounter könnten sich ergänzen, fügte seine Fraktionskollegin Kerstin Weis an. Größerer Einzelhandel könnten Defizite in der Nahversorgung ausgleichen. Auch Sebastian Glanz (CDU) tendierte zur Zulassung größerer Geschäfte, um die Grundversorgung zu stärken. |llw