Donnersbergkreis Investition in die Zukunft

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„20 Jahre erfolgreich, wie man sieht und hört“, lobte Landrat Winfried Werner am Mittwoch das Wirtschaftsgymnasium (WG) bei der (etwas verspäteten) Feier zum Jubiläum der 1995 gegründeten Abteilung der Berufsbildenden Schule (BBS) Donnersbergkreis in Eisenberg. Bei der mit gelungenen Beiträgen musikalisch umrahmten Veranstaltung in der Aula wurde auch die Akkreditierungsurkunde für das „European Business Baccalaureate Diploma“ (EBBD) überreicht.

Die Zertifizierung besagt, dass Abiturienten am WG die Zusatzqualifikation EBBD erwerben können, die sie berechtigt, an Hochschulen in ganz Europa zu studieren. Reibungslos funktioniere das noch nicht, aber es werde daran gearbeitet, sagte die EBBD-Koordinatorin für Deutschland, Ute Schmitt. Voraussetzungen, die die Schüler erfüllen müssen: die erfolgreiche Teilnahme am bilingualen Unterricht in Betriebswirtschaftslehre über fünf Wochenstunden auf Englisch und zwei auf Deutsch, den Abschluss auf B1-Niveau (relativ gute Kenntnisse) in einer zweiten Fremdsprache und ein vierwöchiges Auslandspraktikum. Der im Mainzer Bildungsministerium für landesweit alle 41 BBS mit mehr als 10.200 Schülern zuständige Abteilungsleiter Walter Wahl warf einen Blick in seine Jugend in den 1950er Jahren. „Ich stamme aus Wattenheim“, erzählte er, „und damals war klar: Nur de Bu vum Doktor macht Abitur, die annere besuchen die Volksschul.“ Er erinnerte daran, dass weiterführende Bildungseinrichtungen Schulgeld verlangten und nur umständlich zu erreichen waren. Heute habe man glücklicherweise ein vielfältiges Angebot in der Region. Und das werde trotz zurückgehender Schülerzahlen so bleiben. „Wir suchen nach Lösungen, um Auszubildende verschiedener Berufe gemeinsam zu unterrichten“, kündigte er an. Berufliche Gymnasien seien ein wichtiger Bestandteil der Bildungslandschaft, wo vernetztes Denken, wertorientiertes Verhalten und eine intensive berufliche Qualifizierung vermittelt würden. Gegenüber klassischen Gymnasien laufe die Oberstufe über volle drei Jahre, und es sei möglich, in Stufe elf mit der zweiten Fremdsprache zu beginnen. An einer BBS könne man ein vollwertiges Abitur machen, beantwortete Wahl eine immer wieder gestellte Frage. Als „Hebamme“ des WG in Eisenberg bezeichnete Direktor Matthias Frietsch die einstige BBS-Leiterin Gerda Gauer. Wie diese erzählte, war das aber keine leichte Geburt. Ihr Antrag auf Einrichtung einer Oberstufe sei von der damaligen Bezirksregierung in Neustadt und auch vom Land abgelehnt worden. Erst als Landrat Werner sich in Mainz dafür stark gemacht habe, sei das WG schließlich genehmigt worden. So ähnlich sei es auch mit den verschiedenen Bildungsgängen gelaufen, die sie gern etablieren wollte, so Gauer. Erster Abteilungsleiter, der maßgeblich den Aufbau des Beruflichen Gymnasiums vollzog, war Dieter Wettig. Er sei froh, einen Beitrag dazu geleistet zu haben, dass man seit inzwischen 20 Jahren in Eisenberg die Allgemeine Hochschulreife erwerben könne, meinte der Landrat und hob hervor: „Das ist ein Standortvorteil.“ Mit Blick auf die benachbarte Integrierte Gesamtschule, die ab Sommer auch eine Oberstufe hat, meinte er, dass die Konkurrenz nicht beklagt, sondern angenommen werden sollte. „Wenn sich die Schulen um jeden Einzelnen bemühen müssen, sind die Schüler die Gewinner“, so Werner. Durchschnittlich 1,3 Millionen Euro stecke der Kreis pro Jahr in die BBS – und da seien die Personalkosten, die ja das Land trage, nicht enthalten. Für 2017 kündigte Werner die Erneuerung sämtlicher Fenster im Schulgebäude zuzüglich der Modernisierung der Turnhallen-Belüftung für zusammen rund 430.000 Euro an. Über einen Wettbewerb ist ein Slogan für das WG gefunden worden. Abiturient Daniel Rudnik erhielt den Kreativpreis für seinen Vorschlag: „Abitur am Wirtschaftsgymnasium – Die Investition in deine Zukunft.“ (abf)

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