Donnersbergkreis
Integrationskurse im Donnersbergkreis mit überdurchschnittlichen Ergebnissen
Vor dem Hintergrund der Zuwanderungsbewegung sind Integrationskurse begehrt. Die Kurse sollen dazu dienen, Integration und gesellschaftliche Teilhabe von Neuzuwanderern zu fördern. Die Kreisvolkshochschule (KVHS) Donnersbergkreis bietet derzeit drei solcher Kurse an. In Eisenberg starteten am 11. September zwei neue Kurse; in Kirchheimbolanden sind die Teilnehmer bereits auf der Zielgeraden.
700 Unterrichtsstunden, aufgeteilt in sieben Module à jeweils 100 Stunden, gilt es am Ende erfolgreich zu absolvieren, erklärt Christine Klein. Die Mitarbeiterin der KVHS ist zuständig für den Fachbereich Deutsch als Fremdsprache. Gut 14 Monate Unterricht bis zur Abschlussprüfung liegen nun vor den 16 neuen Teilnehmern in Eisenberg. „Zunächst stehen sechs Module Deutsch-Sprachkurs auf dem Programm. Der endet dann mit dem Deutschtest für Zuwanderer A2/B1“, erläutert Klein. Die Begrifflichkeiten bedürften der Erklärung, schnell entstünde für den Laien über die verschiedenen Kursangebote Verwirrung, weiß sie aus langjähriger Erfahrung.
Sprachtest überdurchschnittlich bestanden
Integrationskurse werden durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert. Voraussetzung sind gültige Zulassungspapiere sowie ein erfolgreich absolvierter Einstufungstest. Grundkenntnisse in Deutsch seien für die Kurse, in denen die Unterrichtssprache Deutsch ist, daher unbedingt Voraussetzung. Seit 2015 habe sich die Nachfrage nach den Kursen bei gleichbleibender Personaldecke stark erhöht, berichtet die Leiterin der KVHS, Evangeline Beyer. Aktuell würden sich an ihrer Schule mehrheitlich Flüchtlinge aus der Ukraine anmelden. Vorher kamen die Kursteilnehmer vorwiegend aus dem arabischen Raum.
600 Stunden Deutsch-Sprachkurs haben die 18 Schülerinnen und Schüler des aktuellen Kurses in Kirchheimbolanden schon hinter sich. Der Kurs läuft noch bis Ende Oktober. Seit einem Jahr kommen die Teilnehmer dafür an vier Tagen die Woche für jeweils vier Unterrichtsstunden in die Karl-Ritter-Schule. Anfang August stand der B1-Sprachtest an, den die Klasse gut bestanden habe, so Beyer. Mit einer Quote von 61 Prozent lagen die Schüler sogar über dem Bundesdurchschnitt von 50 Prozent, lobt sie ihre Kursteilnehmer und die drei zuständigen Dozentinnen. Während des Kurses gab es zwei interne Zwischenprüfungen. „Damit kann der Prüfungsablauf für die Abschlussprüfung Ende Oktober schon mal getestet werden“, erklärt Christine Klein.
Integrationskurs lebt von Vielfalt
17 Teilnehmer stammen aus der Ukraine, eine Schülerin aus Marokko. „Das ist bis heute der einzige Kurs mit so vielen Menschen aus einem Herkunftsland“, fährt Klein fort. „Das kann leicht zu Unruhe während des Unterrichtes führen, wenn man viele Angehörige mit gleicher Muttersprache hat“, berichtet sie. Ein Integrationskurs lebe eigentlich von der Vielfalt: „Wir hatten mal einen Kurs mit 19 Teilnehmern aus 17 Nationalitäten. Das war sehr fruchtbar, weil alle gezwungen waren, sich in Deutsch zu unterhalten“, sagt Klein.
Sechs von insgesamt sieben Kursmodulen sind nun abgeschlossen. Bis Ende Oktober folgen noch 100 Stunden Orientierungskurs für die Kirchheimbolandener Gruppe. In diesem Teil werden Inhalte zur deutschen Geschichte, dem Rechtssystem und zur Kultur unterrichtet. Abschließend folgt die Prüfung Leben in Deutschland, in der aus einem Katalog von 300 Fragen 33 Prüfungsfragen im Multiple Choice Verfahren beantwortet werden müssen.
Auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen
Der nächste Integrationskurs der KVHS steht auch schon an: In Kirchheimbolanden soll es ab November einen Vormittagskurs, in Eisenberg ab Januar einen Nachmittagskurs geben. Die Nachfrage nach den Kursen sei ungebrochen hoch, so Klein. Dies gelte auch für die Deutsch-Einstiegskurse, die die KVHS kreisweit kostenlos mit vier Unterrichtsstunden in der Woche anbietet. Diese Einstiegskurse dienen zur besseren sprachlichen Vorbereitung auf den eigentlichen Integrationskurs, erläutert Christine Klein. Allerdings könne man sich erst für das kommende Jahr anmelden; es gibt eine Warteliste.
„Am Ende steht für die meisten der Wunsch, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und eine qualifizierte Arbeit zu machen“, sagt Klein. Sie freue sich daher stets, von ehemaligen Absolventen zu erfahren, dass diese erfolgreich eine Stelle oder einen Ausbildungsplatz gefunden hätten. Die Antwort der Klasse auf die abschließende Frage, was denn das Schwerste am zurückliegenden Sprachkurs gewesen sei, fiel einstimmig aus: die deutsche Grammatik.