Donnersbergkreis „Innige Freundschaft ist hier entstanden“

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«Eisenberg.» Zum achten Mal findet derzeit der internationale Fußball-Jugendaustausch zwischen Deutschland und Ungarn statt. Organisiert wird der fünftägige Austausch von der deutschen Fritz-Walter-Stiftung und der ungarischen Jenö-Buzánsky-Stiftung. Dieter Kaffenberger sprach mit dem Projektleiter der Ungarnpartnerschaft der Fritz-Walter-Stiftung: Sportpädagoge Armin Bauer aus Steinbach.

Wie kam es zu dem Austausch?

Nach dem WM-Endspiel 1954 dauerte es lange, bis die damals weltbeste Fußballmannschaft Ungarn die 2:3-Niederlage verwunden hatte. Umso erfreulicher ist es, dass sich in den Jahren danach eine herzliche Freundschaft entwickelt hat. Diese Freundschaft zum ungarischen Fußball um den im Januar 2015 verstorbenen Jenö Buzánszky wurde auch von der Fritz-Walter-Stiftung gepflegt – Buzánszky war der letzte noch lebende ungarische Finalteilnehmer von 1954. Die Idee, einen Austausch von Jugendfußballern zu organisieren, lag damit nahe. Der jetzige ist der achte. Im Frühjahr kommen die ungarischen Gäste aus Komarow/Esztergom zu uns; im Herbst erfolgt ein Gegenbesuch. Man kann sagen, dass hier mittlerweile eine innige Freundschaft entstanden ist. Welche Ziele verfolgt man mit dem Austausch? Es gibt zwei Hauptziele: Zum einen Förderung im Jugendsportbereich, vor allem im Jugendfußball, zum anderen soll das Austauschprogramm der Völkerverständigung dienen. Wie sieht das Programm aus? Während des Aufenthalts sind die Gäste in der Jugendherberge Steinbach untergebracht. Auf dem Plan steht zweimal Fußball: Das Internationale Fußballturnier in Eisenberg und am Sonntagvormittag in Steinbach ein Spiel zwischen den ungarischen Gästen und der JSG Donnersberg-Süd. Weitere Programmpunkte sind: Besuch des Waldseilparks Fröhnerhof bei Kaiserslautern; Fahrt in die Südpfalz mit Besichtigung von Burg Berwartstein und Wissembourg; am Sonntag geht es auf den Betze zum letzten Heimspiel des 1. FCK gegen den 1. FC Heidenheim; am Montag vor dem Abflug in Frankfurt steht noch das Main-Taunus-Center auf dem Plan, wo die Jugendlichen auch noch mal „shoppen“ gehen können. Und klappt die Verständigung? Die ungarischen Jungen können kein Deutsch. Drei Erwachsene sprechen unsere Sprache und fungieren als Dolmetscher. Kontakt zwischen den beiden Sprachgruppen gibt es vor allem bei den Fußballspielen. In der Jugendherberge und bei den Tagesfahrten sind die ungarischen Jugendlichen unter sich. Wie wird der Austausch finanziert? Die finanzielle Grundlage liefert das Vermögen der Fritz-Walter-Stiftung. Darüber hinaus gibt es noch Sponsoren, die uns vor allem mit Geschenken unterstützen. Für das Internationale Turnier im Waldstadion gab es große Unterstützung von der Stadt und der Verbandsgemeinde sowie der TSG Eisenberg, die sich mit einer Reihe ehrenamtlicher Helfer eingebracht hat. Was begeistert die Gäste am meisten? Fußball, Fußball und nochmals Fußball! Die ungarischen Jungs sind fußballverrückt. Man könnte meinen, sie wollen den Anschluss an die „alten, glorreichen Zeiten“ wieder herstellen (schmunzelt). Außerdem genießt der deutsche Fußball einen hohen Stellenwert in Ungarn. Wer darf von deutscher Seite mit, wenn es nach Ungarn geht? Standard ist eine Gruppe von acht Jugendlichen und ebenso viele Begleitpersonen. Bei der Jugend achten wir darauf, dass sich die Mannschaft schon mal regional etwas hervorgetan hat. Speziell bei Schulmannschaften schaue ich, ob sie auch an den bei uns üblichen Schulfußballturnieren teilnehmen. Da ich oft Anfragen bekomme, ist es nicht schwer, Interessenten zu finden. In diesem Jahr wird eine Schulmannschaft aus dem Rheinland dabei sein. Wie sieht der Blick in die Zukunft aus? Das Programm soll auf jeden Fall in bewährter Weise fortgeführt werden. Vorstellbar ist für mich auch ein Austausch mit einem Integrationsteam, wobei Jugendliche mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen sowie nicht beeinträchtigte Sportler mitwirken. Dazu wurden bereits erste Gespräche geführt. Denkbar ist auch eine Teilnahme von Mädchenmannschaften. Das Internationale Turnier wird vielleicht in Zukunft noch internationaler. Die Absicht ist, auch eine französische Mannschaft einzuladen.

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