Winnweiler
Innerörtlicher Autoverkehr auf Prüfstand: Arbeitsgruppen präsentieren Wunschliste
Rund ein Jahr hatten die drei Gruppen Zeit, jeweils aus einer anderen Sichtweise die Verkehrssituation unter die Lupe zu nehmen. „Wir haben nach der Kommunalwahl bewusst darauf verzichtet, zu viele Ausschüsse zu bilden und den Weg gewählt, auch interessierte Bürger in Arbeitsgruppe einzubinden“, sagte Bürgermeister Rudolf Jakob (CDU) zum Beginn der Ergebnispräsentation in der gemeinsamen Sitzung des Gemeinderats und der Ortsbeiräte, an der mehr als 50 Personen teilnahmen. Jetzt sollen sich zunächst die Ortsbeiräte mit den Ergebnissen beschäftigten, bevor im Gemeinderat Entscheidungen fallen.
Ladestationen für E-Bikes auf der Wunschliste
Für die Gruppe der Radfahrer hatte Rudolf Franzmann (SPD) die Ergebnisse zusammengetragen. Hauptforderungen sind, dass Haltestationen geschaffen werden, unter anderem am Parkplatz am Max, im Umfeld von Parkbuchten am ehemaligen Anwesen Zöllner und im Hof der VG-Verwaltung. Seine Gruppe plädiere für den Ausbau des Angebots für E-Bike-Fahrer, so Franzmann. Wünschenswert seien Ladestationen im hinteren Bereich des Messeplatzes, an der Volksbank oder gegenüber an der Buchhandlung Frank sowie vor der Sparkasse und im Hof der VG.
„Dieses Angebot gibt es schon, bislang vor allem für Mitarbeiter der Verwaltung. Im ehemaligen Raum der Polizei ist eine Ladestation, die sicher auch für Besucher nutzbar zu machen ist“, hakte Jakob ein. Außerdem sollen innerhalb der VG die Radwege ausgebaut werden und, wo es möglich ist, auf Straßen Schutzstreifen für Radfahrer entstehen.
Franzmann listete Möglichkeiten entlang der K 4 oder der Bahnstrecke auf. In der Dresdner Straße wird ein kombinierter Rad- und Fußweg gewünscht, auf der Straße von den Leithöfen bis Höringen soll ein Schutzstreifen entstehen, genauso wie auf der L 392 in Richtung Imsbach. Auch Richtung Schweißweiler und Münchweiler werden durchgängige Radwege gefordert. Tempo 30 sollte in allen Ortsdurchfahrten eingeführt werden.
Tempo-30-Zonen auch auf Landesstraßen möglich
Jacob wies darauf hin, dass am 28. Oktober eine Verkehrsschau in Winnweiler und den Ortsbezirken stattfinden werde, bei der die Möglichkeiten, solche 30-Kilometer-Zonen auszuweisen, geprüft werden sollen. Der Bürgermeister verwies auf die geänderte Rechtsprechung, die Tempo 30 in Ortslagen mittlerweile auch auf Landesstraßen zulasse.
Die Schwerpunktgruppe Fahrzeuge sprach sich für Geschwindigkeitsreduzierungen und die Minimierung von Gefahrenstellen aus. Gefordert wurde eine deutliche Temporeduzierung auf der B 48, entlang Winnweilers bis zur A 63 solle durchgängig Höchsttempo 70 eingeführt werden, lautete ein Forderung. Am Mitfahrerparkplatz müsse ein Stoppschild her, auch an der Bauschuttdeponie müsse an der Einmündung die Geschwindigkeit auf 70 reduziert werden.
Eine Entschärfung der Situation an der Einmündung zum Sattelhof stand ebenso auf der Agenda wie Tempo 50 zwischen Aldi-Markt und dem Ortseingang. Zebrastreifen am Schwimmbad und Tempo 30 in den Leithöfen und auf der K 4 wurden gefordert, zudem ein generelles Durchfahrtsverbot für Lastwagen in den Ortslagen.
Treppenwege meist nicht barrierefrei
Den umfangreichsten Part trug Matthias Luft (Grüne) für die Arbeitsgruppe vor, die sich mit den Belangen der Fußgänger beschäftigt hatte. Sie hatte viele innerörtliche Wege in Augenschein genommen und monierte, dass die Treppenwege zwischen den Baugebieten meist nicht barrierefrei sind. Gefahren wurden im Umfeld des Schwimmbad und der Schulen verortet. Besonders gefährlich sei, dass Fußgänger am Bahngelände die B 48 überqueren, dabei Leitplanken übersteigen, um abzukürzen. Sinnvoll wäre, wenn die Bahn auf ihrem Gelände dies unterbinde.
Enormes Potenzial gebe es vor allem, wenn die Fußwege im Park nutzbar gemacht werden könnten. „Oft liegt es nur daran, dass niemand die Wege pflegt, diese zuwachsen und vor allem jetzt in der dunklen Jahreszeit niemand diese unbeleuchteten Strecken nutzen möchte“, sagte Luft.