Rockenhausen / Bad Dürkheim
„In manchen Punkten keine Einigung“: Sparkasse Donnersberg bleibt solo
„Die Tür ist noch offen, wir haben nur entschieden, die Gespräche zum gegenwärtigen Zeitpunkt auszusetzen“, erklärt Andreas Ott, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rhein-Haardt. Das Thema Fusion solle „in der aktuellen Situation ruhen“, berichtet auch Frank Holzheimer aus dem Vorstandssekretariat der Sparkasse Donnersberg. „Kooperationen in Teilbereichen sind möglich, da gibt es aber noch nichts Konkretes“, ergänzt er. Die Verhandlungspartner seien in beiderseitigem Einvernehmen auseinandergegangen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir in Zukunft einen weiteren Anlauf für eine Fusion unternehmen“, erklärt Ott.
Seit März hatten die Sparkasse Rhein-Haardt mit Sitz in Bad Dürkheim und die Sparkasse Donnersberg mit Sitz in Rockenhausen über einen Zusammenschluss verhandelt. Am Donnerstag teilten die beiden Banken auf Anfrage mit, dass daraus nichts wird – vorerst nicht (wir berichteten).
Fusionsvertrag ent- und dann verworfen
Warum die Gespräche über einen Zusammenschluss auf Eis gelegt wurden, dazu wollten sich beide Kreditinstitute nicht im Detail äußern. Holzheimer verweist darauf, dass beide Parteien Stillschweigen vereinbart hätten. Als Ergebnis der Verhandlungen war ein Fusionsvertrag entworfen worden, dessen Bewertung dann aber letztlich zur Entscheidung führte, „die Gespräche zum gegenwärtigen Zeitpunkt auszusetzen“. Es habe in manchen Punkten keine Einigung gegeben, berichtet Ott. Eine Fusion sei aber ein komplexer Vorgang, bei dem es Übereinstimmung in allen Fragen geben müsse, zumal die Zeiten mit hoher Inflation und Energiekrise turbulent seien. Bei einem Zusammenschluss gehe es letztlich immer um Synergieeffekte.
Laut Holzheimer war eine externe Machbarkeitsstudie erstellt worden, die Vorzüge und Nachteile einer Fusion aufgezeigt, aber auch klargemacht habe, „dass beide Institute gut aufgestellt sind und selbstständig bleiben können“. Diese Vorlage habe man letztlich genutzt. Ist damit das Thema Fusion für die Sparkassen Donnersberg und Rhein-Haardt erledigt? „Im Moment machen wir nichts und konzentrieren uns kurz- und mittelfristig auf eine Stand-alone-Lösung“, erklärt Ott für das Institut mit Sitz in Bad Dürkheim. Grundsätzlich komme für sein Haus nur eine Fusion mit einer Sparkasse infrage, deren Geschäftsgebiet an das der Sparkasse Rhein-Haardt angrenzt. Mit der Sparkasse Donnersberg wäre das im Leiningerland der Fall gewesen. Das Dürkheimer Institut wäre mit einer Bilanzsumme von 4,65 Milliarden Euro, 32 Filialen und 560 Mitarbeitern der größere der beiden Partner gewesen.
Filialen bleiben erhalten
Die Sparkasse Donnersberg verfügt noch über neun Geschäftsstellen inklusive Sitz in Rockenhausen und der SB-Filiale in Kriegsfeld. Die Mitarbeiterzahl von rund 230 und die Bilanzsumme von knapp 1,6 Milliarden Euro sind seit Jahresbeginn kaum verändert. Ändern soll sich an Mitarbeiterzahl oder Filialnetz auch durch die nun auf Eis gelegte Fusion nichts, betonen Holzheimer und Ott.
Im Februar hatten beide Institute gegenüber der RHEINPFALZ auch die Niedrigzinsphase und die damit verbundene schwächelnde Ertragslage als Grund für die Gespräche über einen Zusammenschluss angegeben. Haben sich durch die steigenden Zinsen die Aussichten für die Branche wieder verbessert? Das lasse sich nicht so eindeutig sagen, so Ott. Einerseits bedeute der rasche Anstieg der Zinsen eine Entlastung der Ertragslage, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Auf der anderen Seite bestehe durch die aktuellen Krisen und die hohe Inflation die Gefahr einer Rezession, die mit steigenden Kreditausfällen einhergehen könnte.