Donnersbergkreis In Dielkirchen nichts Neues

Dielkirchen. Vergeigter Start. Ramponierter Sportplatz. Durchbrochener Rhythmus. Nichts neues beim C-Ligisten SV Dielkirchen: Wie in jedem Jahr verläuft der Saisonauftakt zäh, und wie in jedem Jahr gelobt Trainer Sven Köhler Besserung gen Winter. Laut Coach ist der glanzlose Vorletzte des Vorjahres im Neuaufbau. Ein Prozess, der sich bereits über einige Runden zieht. „Drei, vier Mannschaften“ will er diesmal hinter sich lassen. Zu mehr, sagt er, wird es wohl – noch – nicht reichen.
Wenn Sven Köhler über seinen SV Dielkirchen erzählt, schwingt eine Spur Optimismus mit. Immer noch. Als neutraler Beobachter nämlich, da stellt man sich inzwischen die Frage: Wie hart knabbert Saison für Saison an der Seite des SV an Köhler, wie sehr verbraucht sie ihn? Es ist sein Los, denn hier, wie er sagt, gehört er ja irgendwie „zur Familie“. Jährlich plagt ihn ein ähnliches Schicksal: Der Auftakt läuft katastrophal, ein Aufwärts-Trend sei erst Mitte der Spielzeit in Sicht. Manchmal passiert das wirklich so. Oft aber auch nicht. Wie in der Vorsaison. „Wir sind vor einem Neustart. Vor einem Jahr hatten wir einen großen Aderlass. Ich habe einige Spieler an der Hand, die erst im Winter die Freigabe bekommen. Dann sind wir besser aufgestellt“, sagt Köhler. Zeit brauche der SVD zur Stabilisierung. Die Hoffnung, nach Jahren des Stillstands in der C-Klasse, stirbt zuletzt. Viermal 90 Minuten haben die meisten Liga-Rivalen auf der Uhr, einige auch nur dreimal. Außer der SV Dielkirchen. Er steht bei nur zwei Spielen, null Punkten, 1:8-Toren. An Spieltag eins hatte er frei, eine Woche drauf strich der Unparteiische das Heimspiel, weil der Platz in desolatem Zustand gewesen sei. „Das war überzogen. Davor haben wir im Pokal hier gespielt, da sah es noch schlimmer aus“, so Köhler. Acht Kubikmeter Muttererde fuhr der SVD anschließend drauf, füllte die durch Wühlmäuse verursachten Trittlöcher mit Sand – der allerdings einsackte. Auch hier hofft Köhler auf eine bald bessere Lage. Der „Rasen“ werde saniert, 50 Tonnen Sand verteilt. „Früher ist man hier immer umgeknickt. Heute ist das nicht mehr so“, beschreibt der Trainer. Wie auch immer. Köhler machte die Zwangspause einen fetten Strich durch die Rechnung: Alle Testspiele hatte er vor Saisonbeginn angesetzt, in den folgenden zwei Wochen stand deshalb nur Training auf dem Plan. „Wir sind total aus dem Rhythmus“, klagt er. Ruhige Zeiten hat der Coach kaum. Läuft es mal einigermaßen gut, bringt irgendeine Lappalie den SV wieder ins Straucheln. Nervig. „Allen ist klar, dass ein hartes Stück Arbeit vor uns liegt. Wir brauchen noch ein Jahr, um uns zu finden“, betont Köhler. Dann könne die SVD-Elf vielleicht eine andere Rolle als im Moment übernehmen. Sein Wunsch jetzt: einstelliger Tabellenplatz. Eher werde es jedoch darauf hinauslaufen, drei, vier Clubs auf der Strecke zu lassen. Vor dem Derby am Sonntag (15 Uhr) gegen SG Finkenbach gilt Dielkirchen als Außenseiter. „Ganz schwer“, weiß Köhler. „Aber wir spielen daheim, es beginnt bei Null.“ Nur die Hoffnung nicht verlieren... (ppp)