Donnersbergkreis
Imsbach: Bei VG-Feuerwehrabend viel Lob, aber auch Kritik am Umgang mit Wehrleuten
Lob für Kompetenz und Einsatz, Ehrungen langjähriger Aktiver und Hervorheben der ausgezeichneten Jugendarbeit: Beim inzwischen schon traditionellen Ehrenabend für die Feuerwehren in der VG Winnweiler gab es viel Positives zu berichten. Einen Kritikpunkt gab es aber doch: der zum Teil inakzeptable Umgang mit Wehrleuten, die gerade Menschen in Not helfen wollen.
Eine Reihe von Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen einerseits, Dank sagen für das große Engagement andererseits: Das sind die hauptsächlichen Gründe dafür, dass die Verbandsgemeinde Winnweiler seit geraumer Zeit am Ende eines Jahres alle Feuerwehr-Aktiven in der VG zu einem gemeinsamen Ehrenabend einlädt. Dass die Verantwortlichen damit richtig liegen, zeigte am vorigen Wochenende das Interesse an der mittlerweile sechsten Auflage: Von insgesamt 270 eingeladenen Wehrleuten sind 185 – und damit rund zwei Drittel – in die Imsbacher Gemeindehalle gekommen.
Begrüßt hat die Gäste der Imsbacher Wehrführer Kevin Wiley, ehe Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob – er dankte der gastgebenden Wehr für die Ausrichtung und Ortschef Oliver Krupp für das Überlassen der Halle – als oberster Dienstherr den Feuerwehrleuten für die geleiste ehrenamtliche Arbeit im zu Ende gehenden Jahr dankte. Er hob hervor, dass es am Tag der Feier VG-weit bereits den 235. Einsatz für dieses Jahr gab. Die Anlässe, warum die Wehren ausrücken mussten, seien wieder vielfältig gewesen und hätten von den Mitgliedern ein großes Fachwissen und einen enormen Zeitaufwand – inklusive den für die Ausbildung notwendigen Stunden – erfordert.
Drei Gerätehäuser in Planung
Für die nähere Zukunft seien weitere Anschaffungen geplant, sowohl im Bereich der persönlichen Ausstattung als auch was Fahrzeuge anbelangt. Längerfristig werde es neue Gerätehäuser in Breunigweiler, Börrstadt und Steinbach geben. In diesem Jahr sei als größte Maßnahme das neue Domizil in Münchweiler eingeweiht und ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt werden. Jacob betonte, die Verdienste der Feuerwehr beschränkten sich nicht auf die Gefahrenabwehr, sie sei aus dem gesellschaftlichen Leben nicht wegzudenken. Als eines von vielen Beispielen nannte er die jüngste Absicherung der zahlreichen Martinsumzüge in unserer Region.
Als Organisatorin der Gefahrenabwehr bezeichnete Wehrleiter Christian Füllert die Feuerwehr. Sie werde immer öfter auch bei „unterschwelligen“ Anlässen gerufen, von Türöffnungen bis hin zum Einfangen von Schlangen. Deshalb bedürfe es einer ständigen Aus- und Weiterbildung der Angehörigen, weit über Brandbekämpfung und Rettung hinaus. Hier gelte es, den hohen Bildungsstand zu erhalten. Gelobt hat der Wehrleiter das harmonische Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt, aber auch den hohen Wirkungsgrad und die grundsätzliche Anerkennung der Arbeit.
Füllert war es aber auch ein Bedürfnis, eine Kritik loszuwerden: Es sei unschön und schon gar nicht zu akzeptieren, dass Feuerwehrangehörige – oft während Einsätzen bei Verkehrsunfällen – von Umherstehenden oder Gaffern angepöbelt würden. Er machte nochmals deutlich, dass die Wehrleute den Dienst in ihrer Freizeit erbringen und sich mit Körper und Geist für die Gesellschaft engagieren. Dank sagte er den zuständigen Gremien für die Beratung sowie die finanzielle Ausstattung in den Bereichen Brandschutz und technische Hilfe. Erfreut zeigte er sich ferner, dass Frauen in der Feuerwehr der VG Winnweiler eine Selbstverständlichkeit seien.
Landrat Guth hob positiv hervor, dass in der VG Winnweiler so viele Menschen – darunter etliche Frauen – in der Feuerwehr aktiv seien. In Sachen Brandschutz und technischer Hilfe werde der Donnersbergkreis konsequent seinen Weg gehen, Unterlassungen der vergangenen Jahre seien zum Teil schon aufgearbeitet, aber es stünden noch einige Herausforderungen an. Wichtige Aufgaben für den Kreis ergäben sich aus dem überregionalen Bereich. Koordinationsaufgaben müssten nicht nur auf VG-Ebene, sondern über die Kreisgrenzen hinaus gelöst werden. Der Einstieg in die digitale Welt und deren Ausbau sei eine große Aufgabe, die es zu meistern gelte. „Mein Feuer und nicht dein Feuer“ sei heute kein Grundsatz mehr, so der Landrat. Vielfach seien Spezialisten am Werk, die auch überregional eingesetzt werden. „Das Leben in der Feuerwehr hat sich wesentlich geändert, die Aufgaben sind vielfältiger und spezifischer geworden“, resümierte Guth. Jugendfeuerwehren seien das Rückgrat der Zukunft.
Sieben Silberne Ehernzeichen
Am Ehrenabend sind zehn Ernennungen und 26 Beförderungen ausgesprochen worden. Sieben Wehrmänner haben aus Jacobs Händen für 25-jährigen aktiven Dienst das Silberne Feuerwehrehrenabzeichen erhalten: Michael Braun (Falkenstein), Markus Buhrmann (Sippersfeld), Matthias Luft (Winnweiler), Jürgen Müller (Breunigweiler), Markus Reisel (Börrstadt), Michael Selzer (Breunigweiler) und Torsten Windecker (Börrstadt). Volker Buhrmann wurde nach 47 Jahren aus der Ortsfeuerwehr Wartenberg-Rohrbach verabschiedet, zuletzt war er dort als Wehrführer eingesetzt. Jacob dankte dem Urgestein für seine langjährige Treue und sein hohes Engagement. Dem offiziellen Teil schloss sich ein geselliges Beisammensein an.