Donnersbergkreis Immer weniger Azubis für den Arbeitsmarkt

Die Arbeitsagentur in Kirchheimbolanden: Im Kreis wurden im vergangenen Ausbildungsjahr 95 unbesetzte Lehrstellen gemeldet.
Die Arbeitsagentur in Kirchheimbolanden: Im Kreis wurden im vergangenen Ausbildungsjahr 95 unbesetzte Lehrstellen gemeldet.

Verkauf, medizinischer Bereich oder Büro: Dort wollen junge Menschen aus der Westpfalz bevorzugt arbeiten. Aber auch am Ausbildungsmarkt macht sich nach Angaben der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens der Fachkräftemangel bemerkbar. Rund 18 Prozent der Lehrstellen sind unbesetzt.

„Regionale Arbeitgeber legen weiterhin großen Wert darauf, selbst auszubilden“, heißt es in einer Mitteilung der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, die für die kreisfreien Städte Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken zuständig ist sowie für den Donnersbergkreis und die Landkreise Kusel, Kaiserslautern und Südwestpfalz. Aus diesem Gebiet wurden der Agentur 3023 Lehrstellen gemeldet, das sind 129 und damit 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Unbesetzt seien derzeit noch 536.

„Viele Arbeitgeber haben an ihrem Ausbildungsangebot festgehalten und sich auch von den anhaltenden Nachwehen der Corona-Pandemie nicht von ihrem Weg, den eigenen Nachwuchs auszubilden, abbringen lassen“, sagt Peter Weißler, der Leiter der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens. Aber: „Der Fachkräftemangel wird auch auf dem Ausbildungsmarkt spürbar, denn auch hier haben wir mittlerweile einen Bewerber- und keinen Arbeitgebermarkt mehr.“

Noch ist der Beginn einer Ausbildung möglich

Den rund 3000 Lehrstellen standen im Ausbildungsjahr 2021/22 eine etwa gleich hohe Anzahl an Bewerbern gegenüber: 3070 Jugendliche. Das ist laut Agentur ein Rückgang um 4,7 Prozent (151). Etwas mehr als 100 junge Menschen suchen noch einen Ausbildungsplatz, laut Weißler ist es immer noch möglich, eine Ausbildung zu beginnen.

Hoch im Kurs bei Jugendlichen stehen dabei drei Ausbildungen: Verkäufer und Verkäuferin, Medizinische/r Fachangestellter/Fachangestellte sowie Kaufmann und Kauffrau Büromanagement. Die Arbeitgeber melden zwei Ausbildungsberufe aus den Top drei am häufigsten: Verkäufer und Verkäuferin sowie Kaufmann und Kauffrau Büromanagement, ergänzt wird es mit einer kaufmännischen Ausbildung im Einzelhandel.

Hoher Bedarf an Fachkräften

Im pfälzischen Handwerk sowie in der Industrie sind die Ausbildungszahlen leicht rückläufig. Das geht aus den Bilanzen der Handwerkskammer der Pfalz sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) hervor. Bis zum 30. September wurden im pfälzischen Handwerk 2246 neue Lehrverhältnisse registriert. Im Vergleich zum Vorjahr (2266) entspricht dies einem Rückgang von knapp einem Prozent. Im Bereich der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens wurden 893 neue Lehrverhältnisse gezählt, eine Zunahme von rund 2,3 Prozent. „Die unsichere wirtschaftliche Lage schlägt sich in der Ausbildungsbilanz aller rheinland-pfälzischen Kammerbezirke nieder“, teilt die Handwerkskammer Pfalz mit. Die Anzahl der Ausbildungen sei aber „nahezu gleichgeblieben“, was am „hohen Bedarf an Nachwuchs- und Fachkräften im Handwerk“ liege.

Die Industrie- und Handelskammer für die Pfalz registrierte Ende September 4061 neue Ausbildungsverträge, das entspricht einem Minus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Dieses Minus lässt sich darauf zurückführen, dass sich keine Bewerber für die vielen gemeldeten Ausbildungsplätze finden“, sagt Michael Böffel, Leiter der Berufsbildung bei der IHK Pfalz. Er erwartet allerdings, dass die Zahl der Ausbildungsverträge weiter steigen wird.

Zur Sache: Ausbildungsmarkt im Donnersbergkreis

Die Lehrbetriebe im Donnersbergkreis meldeten der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens 357 Ausbildungsplätze im gerade zu Ende gegangenen Ausbildungsjahr 2021/2022, rund acht Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Davon noch nicht besetzt ist mehr als ein Viertel der Stellen (95). Das entspricht einem Anstieg an unbesetzten Stellen von rund 40 Prozent. Nach Angaben der Agentur suchten aus dem Donnersbergkreis 347 junge Menschen eine Ausbildungsstelle, knapp zehn Prozent weniger als noch im Vorjahr. 28 Bewerber davon sind noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle, im Vorjahr waren es exakt genauso viele.

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