Donnersbergkreis Im Wähler-Gespräch Konzepte entwickeln

Bei der Verbandsbürgermeister-Wahl in Winnweiler geht eine Frau ins Rennen. Nominiert hat die SPD am Dienstagabend die Weinhändlerin Stephanie Kloos aus Oppenheim. Wie gestern bereits berichtet, soll die 47-Jährige im Juni bei der Wahl des künftigen Winnweilerer Verwaltungschefs Amtsinhaber Rudolf Jacob herausfordern.
„Es ist wichtig, dass alle Ortsvereine hinter der Kandidatin stehen und sie im Wahlkampf unterstützen“, sagte Christoph Stumpf, Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbands Winnweiler. „Wir haben eine ausgezeichnete und vielversprechende Alternative“, umschrieben einige der 28 Delegierten die einstimmige Wahl. Mit ihr sehen die Sozialdemokraten eine Chance, das Amt wieder zu übernehmen. Als bislang letzter Genosse hatte dies Peter Schulz inne. Er hatte auf die Bedeutung einer SPD-Kandidatur verwiesen. Dieser Schritt sei nicht nur wichtig, sondern geradezu zwingend. „Mit Stephanie Kloos haben wir eine junge, dynamische, ehrgeizige und engagierte Frau für dieses Amt“, betonte Stumpf. In nur kurzen Gesprächen sei deutlich geworden, dass sie die Region und die Verbandsgemeinde Winnweiler kenne und sie sich Gedanken über eine Neuordnung und Entwicklung gemacht habe. Die Probleme würden nicht weniger, und deshalb brauche man eine Bürgermeisterin, die die Herausforderungen nicht nur annimmt, sondern löst. Dass sie nicht aus der Verwaltung kommt, sieht Kloos nicht als Nachteil an. Als Kauffrau habe sie sich Qualifikationen für die Geschäftsführung angeeignet. Hinzu komme ihr Wirken in einem Großkonzern, in dem sie für Vertrieb, Logistik, Qualitätsmanagement zuständig war. Als Leiterin eines Weinhandels habe sie viel Erfahrung im Umgang mit Menschen gesammelt. „Ich traue mir schon zu, eine Verwaltung effizient zu führen.“ Kommunalpolitisch wirkt Kloos im Kreistag von Mainz-Bingen und im Stadtrat Oppenheim. Als schulpolitische Sprecherin im Kreistag, in dem sie stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende ist, könne sie auch Wissen und Erfahrung als Schulelternbeirats-Vorsitzende einbringen. Schwerpunkte ihrer Stadtratsarbeit lägen bei Altstadtsanierung, Wirtschaftsförderung und Tourismus. Auch dies seien – neben dem Schulwesen – Aufgabengebiete, die in der VG Winnweiler einen hohen Stellenwert genießen müssten. Sie werde niemandem ein Wahlkampfkonzept überstülpen, sondern mit den Wählern „in Gesprächen ein Konzept entwickeln für die Bereiche, in denen es wirklich brennt“, kündigte die Kandidatin an. Sie wolle die Bürger mit einbinden und mitnehmen in alle Phasen bis zur Entscheidung. Mit diesem Grundsatz gehe sie nicht nur in den Wahlkampf, sondern würde ihn auch als Bürgermeisterin beherzigen. Vom demografischen Wandel werde viel gesprochen und oftmals nur der Rückgang der Bevölkerung genannt. Das aus der Entwicklung resultierende Spektrum sei bedeutend breiter gefächert, so Kloos. Dies beginne bei sinkenden Schülerzahlen und ziehe sich fort bis ins Rentenalter. Die Entwicklung lasse sich nicht nur am Altersdurchschnitt ablesen, sondern in vielen Bereichen des täglichen Lebens, also auch bei der Infrastruktur. Da müsse man sich neuen Herausforderungen stellen. Die Verbandsgemeinde Winnweiler biete viel Potenzial, um den Auswirkungen des demografischen Wandels Herr zu werden. „Die Nähe zu den Menschen dieser Region werde ich immer suchen, nicht nur im Wahlkampf“, versprach die Kandidatin: „Ich bin zum ansprechen und anfassen“. Kloos sieht nach eigenem Bekunden der Wahl mit großer Hoffnung entgegen – auch in dem Wissen, dass es immer schwer sei gegen einen Amtsinhaber. (llw)