Donnersbergkreis Im Grünen lauern die Zecken

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Der Frühling hat begonnen, es ist wieder die Zeit der Spaziergänge. Aber: Dabei lauert auch eine Gefahr. Zecken sind für Mensch und Tier nicht nur unangenehm, sie können sogar tödlich endende Krankheiten übertragen. Nur: wie sich davor schützen? Die RHEINPFALZ hat mit Fachleuten gesprochen.

„Man sollte sich von der Zeckengefahr nicht vom Sport abhalten lassen“, sagt Johannes Treib, Chefarzt der Neurologischen Klinik im Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern. Solange man sich im Freien nur auf Wegen aufhält, brauche man keine Angst zu haben, da die Zecken nur im hohen Gras oder Gebüsch lauern. „Absuchen nach einem Spaziergang sollte aber zur Routine gehören, um gut geschützt zu sein.“ Auch Zeckensprays – und geschlossene Schuhe – könnten eine gute Ergänzung zum Zeckenschutz bieten. Falls sich doch einmal eine Zecke festbeißt, muss sie laut Treib innerhalb von 24 Stunden entfernt werden, da sie innerhalb dieses Zeitfensters nur selten Krankheiten überträgt. Zu diesen Erkrankungen zählt die Borreliose. Sie verursacht Kopf- und Gliederschmerzen und kann – in sehr seltenen Fällen – auch Lähmungen verursachen. „Da die Krankheit zwar häufig ist, häufig aber auch wieder abklingt, ist die Panik vor Zecken doch oft übertrieben“, sagt der Neurologe. Als weitere, allerdings ebenfalls sehr selten auftretende Krankheit nennt Treib die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Das Virus verursacht eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Eine Impfung ist laut Treib nur in Risikogebieten notwendig. Die Nordwestpfalz gehöre nicht dazu. Impfen lassen sollten sich in erster Linie Menschen, die viel draußen unterwegs seien; beispielsweise Jäger und Förster. Falls man gebissen wurde, sollte man unter bestimmten Umständen auf jeden Fall den Hausarzt aufsuchen: „Wenn sich die Wunde entzündet oder die rote Stelle größer als ein Zwei-Euro-Stück wird.“ Dies trete häufig aber erst mit einigen Tagen Verzögerung auf. Zum Ziehen empfiehlt der Arzt eine Splitterpinzette. Diese läuft vorne spitz zu und vereinfacht somit das Rausziehen. Von den meisten handelsüblichen Zeckenzangen hält Treib nichts: „Die sind oft aus Plastik und von minderer Qualität“. Eine Ausnahme bilden für ihn die Zeckenkarten: „Das ist eine Art Scheckkarte mit Kerbe, mit der man die Zecke auch sehr gut greifen kann. Im Notfall kann man sich so eine auch basteln, indem man in eine Plastikkarte einen Schlitz schneidet.“ Egal wie man das Spinnentier entfernt, wichtig ist, im Anschluss die Stelle gut zu desinfizieren. Und wenn der Kopf steckenbleibt? Treib beschwichtigt: „Das passiert häufiger, als man denkt. Man kann einfach versuchen, den Kopf mit einer Splitterpinzette rauszuholen.“ Falls man sich allerdings unsicher ist, kann man sich in der Apotheke beraten lassen oder einen Arzt aufsuchen. „Der kann zum Beispiel eine Kanüle benutzen, die vorn angeschärft ist. Damit schafft man es fast immer, den Rest der Zecke zu bekommen.“ Nicht nur der Mensch, auch Haustiere kommen nach einem Ausflug ins Grüne oftmals mit blinden Passagieren zurück: Tiermedizinstudentin Sarah Walter rät jedem Haustierbesitzer, Zeckenhabitate wie hohes Gras zu meiden. Zudem sollten Anti-Zeckenhalsbänder, Medikamente zum Einnehmen oder sogenannte Spot-On-Präparate, die man in den Nacken des Hundes oder der Katze träufelt, benutzt werden. Am wichtigsten aber sei es, das Haustier nach einem Spaziergang abzusuchen: „Die erwachsenen Zecken findet man relativ leicht, bei den Jungtieren – den sogenannten Nymphen – ist es allerdings schwierig, sofern man nicht ganz genau hinschaut.“ Zecken entfernen kann man bei Tieren genau wie beim Menschen. Zum Tierarzt sollte man, wenn sich die Stichstelle entzündet oder wenn eine Rötung oder Schwellung auftritt. „Des Weiteren sollte man auch auf das allgemeine Befinden des Tieres achten. Wenn der Hund oder die Katze Symptome wie Fieber oder Ähnliches zeigt, unbedingt den Arzt aufsuchen.“ Impfen gegen Borreliose kann man Tiere zwar auch, laut Walter bietet eine solche Impfung allerdings keinen umfassenden Schutz. Informationen Weitere Informationen bietet das Westpfalz-Klinikum am heutigen Mittwoch im Fritz-Walter-Station in Kaiserslautern. Dort findet der 2. Südwestdeutsche Tag der Prävention statt, bei dem es unter anderem den Vortrag gibt: „Borreliose und FSME: Wie vermeide ich Zeckenerkrankungen?“ Zudem hat das Klinikum eine Broschüre erstellt, die auf die häufigsten Gefahren von Zecken hinweist, zu finden unter www.westpfalz-klinikum.de.

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