Donnersbergkreis Im Eistal stinkt’s zum Himmel

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Wer in Ebertsheim die Autoscheibe unten hat, wenn er durch die Eistalgemeinde fährt, der kommt nicht umhin, die säuerlich-fauligen Gerüche hinzunehmen. Der „Duft“ hält sich bis Mertesheim, wo mittlerweile die Bürger mehr als genervt sind. „Sie dürfen gerne reinkommen, um sich zu überzeugen, wie es hier stinkt. Ich bekomme das überhaupt nicht mehr aus dem Haus“, beschwert sich eine Mertesheimerin. Auch Ortsbürgermeisterin Doris Nitzsche klagt über den Gestank, der ihr zahlreiche Anrufe ihrer Mitbürger eingebracht hat. Auch an die RHEINPFALZ haben sich Bürger gewandt, die die tagelange Geruchsbelästigung nicht widerspruchslos hinnehmen wollen. „Ich betrachte das als Körperverletzung, die nicht hinnehmbar ist. Endlich kühlt es ab und die Fenster werden geöffnet, damit frische Luft herein kann. Stattdessen kommt ein Schwall von Gestank, welcher nicht auszuhalten ist“, schreibt beispielsweise Ebertsheims Alt-Bürgermeister Klaus Linska. Das Problem habe es vor Jahren schon einmal gegeben. Damals sei gesagt worden, dass die Landwirtschaft Klärschlamm ordnungsgemäß ausbringen müsse. „Das wird aber so nicht praktiziert. So liegen Berge von Klärschlamm auf den Feldern. Direkt am Ortsrand wurde er teilweise eingearbeitet, aber ohne Regen ist der Gestank da“, schreibt Linska. Mit seiner Vermutung, dass es sich bei dem Material um Klärschlamm handelt, liegt er allerdings falsch. Dort werde Biomasse ausschließlich aus Grüngutsammelstellen verteilt. Das jedenfalls sagt Markus Fernekeß aus Wattenheim, der die Biomasse im Auftrag der Landwirte auf den Feldern verteilt. „Das Material riecht, das ist richtig. Dass je nach Windrichtung eine Geruchsbelästigung entsteht, ist normal“, sagt Fernekeß, der Verständnis für den Ärger der Anwohner zeigt. „Die Biomasse wird mit dem Lkw angeliefert, dann abgekippt, mit dem Bagger verladen und sofort auf den Feldern verteilt“, erklärt er. Es handele sich um verrottende Gartenabfälle. Immer dann, wenn das Material umgefüllt oder abgekippt werde, komme es zu der starken Geruchsbildung. „Das legt sich sofort, wenn es regnet. Das wäre mir auch am liebsten, fünf Milliliter pro Quadratmeter würden reichen, um den Geruch wegzubekommen“, so Fernekeß, der um Verständnis für die Landwirte wirbt. „Früher ist ständig ein Gülle-Fuhrwerk durch die Orte gefahren, da ging es nicht anders. Was wir hier auf die Felder ausbringen, ist Bio-Kompost, dessen Zersetzungsprozess Gärgase freisetzt.“ Theoretisch dürfte der Kompost sogar bis zu zwei Monate auf den Äckern aufgeschüttet liegenbleiben, das Material werde aber sofort eingearbeitet. Da der Vorgang aber Gestank verursacht, ärgern sich die Ebertsheimer und Mertesheimer, die bei den vorwiegenden Westwinden das Ergebnis des Gärprozesses in der Bio-Masse seit drei Tagen in der Nase haben. „Bei einem Gespräch mit einer Mitarbeiterin vom Ordnungsamt habe ich erfahren, dass dies scheinbar Kompost ist, der auf den Acker gefahren wird zum Unterpflügen“, schreibt Ewald Geist aus Ebertsheim. „Nun frage ich mich, ob man sich das immer gefallen lassen muss.“ Beim Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land gab es reichlich Beschwerden, deshalb hat sich die Behörde an die übergeordneten Stellen gewandt. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier hat zugesichert, dass sich ein Mitarbeiter vor Ort ein Bild machen werde, da anders nicht geklärt werden könne, warum „das Material nach dem Empfinden der Bewohner so extrem riecht“.

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