Vor der Wahl
„Ich trete zur Wahl an, weil...“
Birgitta Kern bewirbt sich in Börrstadt um das Amt der Ortsbürgermeisterin. Ihr Gegenkandidat ist Amtsinhaber Torsten Windecker. Die 61-jährige diplomierte Informatikerin gehört als parteiunabhängige Kandidatin zur Liste der Christdemokraten. Von diesen wird sie ebenso unterstützt wird wie von der Wählergruppe Kern, die ihr Sohn Daniel ins Leben gerufen hat. „Gemeinsam mit den Menschen vor Ort möchte ich Lösungen erarbeiten, die das Leben in unserer Gemeinde verbessern und weiterentwickeln“, sagt sie. Es gebe viele spannende Themen wie das alte Schulhaus und den Bahnhaltepunkt, die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen und die Nahversorgung mit der Ansiedlung eines Supermarktes. Diese gelte es, in den nächsten Jahren voranzubringen.
Auch in Falkenstein gibt es zwei Bewerber. Christoph Heuschkel wohnt seit 2019 in der Nordpfalzgemeinde. Der ausgebildete Arzt war als Projektentwickler im Gesundheitswesen aktiv – davon viele Wochen im Jahr im Ausland, sodass er sich an seinem Wohnort nur wenig einbringen konnte. Da er nun die Arbeitszeit deutlich reduziert habe, wolle er sich für den Ort engagieren, sagt er. Das größte Problem für Falkenstein sei die Burgruine. Es sei nicht sicher, ob nicht noch weitere Schadstellen auftauchen. Die Behebung sei sehr teuer, und eine Finanzierung lasse der Haushalt nicht zu. Daher werde er sich auf der Suche nach Sondertöpfen begeben.
Die Burgruine wiederbeleben will Nils Gibhardt, falls er zum Ortsbürgermeister von Falkenstein gewählt wird. Der 48-jährige Hamburger, der seit 2018 in Falkenstein wohnt, kann sich Burgspiele und die Wiederbelebung des Mittelaltermarktes unter Einbindung der Burghütte vorstellen. Ein mögliches Neubaugebiet solle geprüft werden. Der gelernte Zentralheizungs- und Lüftungsbauer will die Bürger mehr in die kommunalen Entscheidungen einbinden, Bürgerstunden im Rathaus sollen wieder regelmäßig stattfinden. Die Hälfte der Aufwandsentschädigung werde er der Ortsgemeinde spenden.
In Gonbach stellt sich Bernd Schiebel zur Wahl. Der 59-jährige selbständige Gas- und Wasserinstallateur sowie Heizungsbauer lebt seit 48 Jahren in Gonbach und zog vor 15 Jahren in den Ortsgemeinderat ein. In dieser Legislaturperiode ist er Ortsbeigeordneter. Seine Ziele sind, den Fremdenverkehr voranzubringen und einen Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Senioren zu schaffen: „Eine Stätte, an der sich die Bevölkerung wohlfühlt.“ Das begonnene Dorfentwicklungsprogramm will er zu Ende führen und etwas für die Infrastruktur tun, etwa einen Dorfladen einrichten.
Einziger Kandidat in Höringen ist Rüdiger Jung. Der 56-jährige Bankkaufmann und Betriebswirt ist seit 20 Jahren im Ortsgemeinderat als Ortsbeigeordneter tätig. Jung beschreibt sich selbst als sehr heimattreu und naturverbunden. Sein Hobby ist Landwirtschaft. Er gehört dem Vorstand der Jagdgenossenschaft Höringen an. Den Ort in seiner geliebten Art zu erhalten, ist eines seiner Ziele – ohne dabei den Blick auf die Finanzen zu vernachlässigen.
Daniel Korn kandidiert in Lohnsfeld als Ortsbürgermeister ebenso wie Mathias Keiper. Vor zwei Jahren ist Korn aus Kaiserslautern zugezogen. Der 33-jährige Ausbilder für Produktionstechnik hilft bei Arbeiten auf dem Fußballplatz sowie bei der Kindertagesstätte und wirkt bei der Kerwe mit. Seine Ziele sind die Ansiedlung eines Drogeriemarktes und die Ausrichtung von Kinderfesten. Er möchte die Dorfmitte neu gestalten. Bisher gehörte der Kandidat keinem Gremium an und begibt sich somit auf Neuland.
Keiper ist seit 30 Jahren selbständiger Fachwirt für Finanzberatungen. Seit 1991 kickt er in dem Ort, in den er vor zwölf Jahren gezogen ist. Der Dartsspieler liebt die Herausforderung. Mit seinen 52 Jahren fühle er sich reif für das Amt, sagt er. Keiper bemängelt die Baustellen, die die Menschen beeinträchtigten. Ihm sei bewusst, dass es aus finanzieller Sicht nur beschränkte Möglichkeiten der Entfaltung gebe.
Zwei Kandidaten für das Amt des Ortsbürgermeisters gibt es auch in Münchweiler. Die 48-jährige Tanja Dautermann gehört als Sozialdemokratin seit zehn Jahren dem Ortsgemeinderat an und ist in dieser Legislaturperiode Erste Ortsbeigeordnete. Sie ist gelernte Kinderkrankenschwester und wechselte im Jahre 1994 in den Verkauf der Bäckerei Dautermann. Ganz wichtig sei ihr die Kommunikation mit den Menschen. Sie sieht sich als Ansprechpartnerin und Vermittlerin. Ihre Schwerpunkte für die nächsten fünf Jahre sieht sie in der Kinder- und Jugendförderung – ohne dabei die Seniorenarbeit zu vernachlässigen. Im Energiedorf Münchweiler will sie die Zusammenarbeit mit den Vereinen forcieren.
Weiterer Kandidat in Münchweiler ist der Produktmanager und Anwendungstechniker in einer deutschen Chemie-Aktiengesellschaft, Uwe Scheithe. Der parteilose Bewerber wird von der CDU unterstützt und gehört seit 2009 dem Ortsgemeinderat an. Er sei heimat- und naturverbunden, was sich in seinen Ehrenämtern verdeutliche: Seit dem Jahr 2010 ist er ehrenamtlicher Mitarbeiter der Kreisverwaltung als Fischereiberater und Vorsitzender des Prüfungsausschusses für Fischerprüfungen. Er setzt sich für den Gewässerschutz und Renaturierung ein. Für Scheithe steht das Wohl der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund. „Ich möchte die Dorfgemeinschaft erhalten, stärken und fördern.“ Die Bevölkerung will er mehr in die Ortsprojekte einbeziehen.
In Schweisweiler kandidiert Philipp Haas ohne Gegner. Der 37-jährige ausgebildete Feinwerkmechaniker gehört seit 2019 dem Ortsgemeinderat an und tritt als Einzelbewerber an. Als SPD-Mitglied kandidiert er für den Verbandsgemeinderat Winnweiler und den Kreistag. Er hat bereits in verschiedenen Ausschüssen sowohl auf Verbandsgemeinde- als auch auf Kreisebene mitgewirkt. Er ist Vorsitzender des Angelsportvereins und in der Feuerwehr aktiv. Er möchte das Ehrenamt stärken und die Vereine unterstützen. „Gutes erhalten, Neues gestalten“, ist sein Motto.
Ortsbürgermeister von Sippersfeld wollen zwei Männer werden. Jürgen Heiler geht für die Wählergemeinschaft „Wir.Machen.Gemeinsam“ ins Rennen. Der 53-jährige Bankfachwirt gehört seit 2019 dem Ortsgemeinderat als Erster Ortsbeigeordneter an. Das Miteinander stehe bei ihm im Vordergrund, zwischen der Kommune und den Vereinen, im Dorf zwischen den Leuten und zwischen Gemeindevorstand und Bürger. Begonnene Projekte will er zu Ende führen, ein Hauptaugenmerk liege auf der ärztlichen Versorgung. Die gemeindlichen Gebäude will er mit Leben füllen und ein Nutzungskonzept erstellen.
Für die Freie Wählergruppe tritt Robert Claußen in Sippersfeld an. Er ist gelernter Kaufmann und als Gebäudereiniger tätig. Er ist verlobt und Vater einer 13-jährigen Tochter. „Ihre Themen sind meine Themen“, lautet sein Slogan. Bisher ist der Kandidat, der nicht allzu lange in der Gemeinde lebt, parteipolitisch noch nicht in Erscheinung getreten. Familie, Vereine, Zukunft und Lebensqualität sind Schlagworte, mit denen er Sippersfeld in den nächsten fünf Jahren führen will. Seit mehr als 20 Jahren ist er ehrenamtlich, wirtschaftlich und sozial engagiert.
Dirk Schneider geht mit großen Zielen in die Wahl zum Ortsbürgermeister von Steinbach. Einen Gegenkadidaten hat er nicht. Er ist Ortsgemeinderatsmitglied und seit dem Jahr 2002 Vorsitzender des Musikvereins. Der 52-jährige Maschinenführers spielt mehrere Instrumente. Die Förderung des Ehrenamtes und die Erhaltung des Vereinslebens sind ebenso Schwerpunkte seiner Arbeit wie die bauliche Entwicklung des Dorfes. Der Ort sei touristisch geprägt, dafür müssten weitere Ansatzpunkte geschaffen werden.
In Winnweiler tritt Christian Ritzmann nach 2009 erneut gegen Amtsinhaber Rudolf Jacob (CDU) an. Der 62-jährige Diplom-Volkswirt tritt als Einzelbewerber an. Von 2009 bis 2011 gehörte er dem Ortsgemeinderat an und seitdem auch dem Kreistag, wo er 2011 den Fraktionsvorsitz der FDP übernahm. Der Mitinhaber des Betriebs Hof Ritzmann will unabhängige Stimme der Bürger gegenüber der Verbandsgemeinde sein. Der Finanzschwäche will er durch die Ansiedlung von Technologieunternehmen entgegenwirken. Ein noch attraktiverer Ortskern und ein Konzept zur Beseitigung der Leerstände sind weitere Ziele.
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