Donnersbergkreis Hunt, Frosch und Arschleder

Führungen in den beiden Gruben sind besonders beliebt.
Führungen in den beiden Gruben sind besonders beliebt.

Auch die 13. Auflage des Bergbau-Erlebnistages in Imsbach hat wieder viele Besucher angezogen. „Die Vorführungen verdeutlichen mehr als die Schautafeln. Hier gibt es Bergbau zum Anfassen“, so der Kommentar des Diplom-Geologen Jost Haneke, zugleich Vorsitzender des ausrichtenden Imsbacher Bergbauvereins. Neben den Vorführungen gab es auch Führungen durch die beiden Besucherbergwerke „Weiße Grube“ und „Grube Maria“.

Wie ein Rennofen funktioniert, zeigen Thomas Hauck aus Eisenberg und Volker Jeblick aus Hochspeyer. Aufgebaut haben die beiden Fachleute das etwa einen Meter hohe Bauwerk aus Steinen und Lehm. Am Fuß ließ Volker Jeblick eine Öffnung, um das Feuer zu entzünden. „Dazu verwende ich wie zu früheren Zeiten zunächst Stroh und getrocknetes Holz“, erklärt der Ofenbauer. Schnell ist eine Flamme erkennbar, und aus der oberen Öffnung quillt Rauch. Dann wird der Ofen mit Holzkohle und Eisenerz befüllt. „Bei fast 1400 Grad Celsius bildet sich beim Schmelzen ein Eisenschwamm“, erklärt Hauck. Am Grubeneingang tummeln sich derweil einige Kinder zwischen Eimer und Sand, um Edelsteine zu suchen. Andere wiederum beteiligen sich an einem Gewinnspiel. Die Fragen lassen sich alle auf dem Gelände beantworten. Schnell haben die Nachwuchs-Bergleute entdeckt, dass der Donnersberg gesteinsmäßig aus Rhyolith besteht und der Stollen „Grube Maria“ 250 Meter lang ist. Auch dass in Imsbach kein Gold gefunden wurde, wissen die Kinder nun. Am Eingang zur „Weißen Grube“ begrüßt Robert Kraut eine Besuchergruppe. Prägnant und informativ schildert der ausgebildete Chemiker zwei Jahrhunderte Bergbau in Imsbach und der Nordpfalz. „Fachausdrücke wie ,Hunt’, ,Frosch’ oder ,Arschleder’ müssen wir immer erläutern“, sagt Kraut. Dahinter verbergen sich ein offener, kastenartiger Förderwagen, eine Öllampe und ein Schutz vor dem Durchwetzen des Hosenbodens. Ausgestattet mit schützenden Umhängen und Helmen folgt die Besuchergruppe ihrem Führer. Vor der Grube ist ein Knall zu hören – damit wird das Geräusch einer früheren Sprengung nachgestellt. Durch das Tal hörbar ist ein Klopfen. Es handelt sich um ein Pochwerk, angetrieben von einem Wasserrad. Durch das Drehen des Wasserrades werden die Stempel in Bewegung gesetzt. Beim Herunterfallen zerkleinern sie das Eisenerz bis zu Körnergröße. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es am Ortsrand von Imsbach eine Laugerei. Deren Aufgaben und Bedeutung erläutert der promovierte Chemiker Bernd Büchler. „In einer Laugerei werden sogenannte Armerze mit starken Säuren wie Schwefelsäure zusammengebracht. Die von Kindern gesammelten erzhaltigen Steine hat er in eine solche Säurelösung gelegt, und schon beginnt ein chemischer Prozess. Der Belag auf dem Stein verschwindet, und mit großen Augen verfolgen die Besucher, wie sich die Flüssigkeit bläulich verfärbt. „Jetzt haben wir Kupfersulfatlösung“, erklärt Büchler. In die Lösung gibt er Eisenschrott, an dem sich reines Kupfer abscheidet. Gleich daneben sind etliche Mineralien ausgestellt. Dort können sich die Besucher ihre Funde bestimmen lassen. Alexander Zahn und Niels Mertens aus Ebertsheim zeigen, was aus dem Rohstoff gemacht werden kann. Dazu haben sie die Schmiede besetzt und das Feuer entzündet. Geschmiedet werden keltische Symbole oder Trollkreuze, die Schutz vor Trollen und bösen Geistern bieten sollen. Aber auch Ketten und Hufeisen zum Anhängen werden an diesem Tag hergestellt. Mittlerweile ist auch die Bergbaubahn angekommen, die zwischen den Gruben und dem Bergbaumuseum in der Ortsmitte pendelt. Dort ist neben der Dauerausstellung derzeit auch eine Sonderausstellung zu bewundern. „Calcit – Weltmeister der Formen“ ist sie betitelt.

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