Donnersbergkreis
Hochwasser nach heftigem Regen
Schon in der Nacht zum Donnerstag waren die Feuerwehren beschäftigt. Vor allem in den Verbandsgemeinden Göllheim und Eisenberg gab es etliche Einsätze. Kurz nach 2 Uhr kam es am Ortseingang der Borkensteinermühle bei Bubenheim zu einem Erdrutsch. Starkregen hatte einen unbefestigten Hang unterspült, auf einer Länge von etwa zehn Metern brach die Erde geradezu ab, landete zu großen Teilen auf der Fahrbahn. Eine gefährliche Situation – die Feuerwehr sicherte die Gefahrenstelle schnellstmöglich ab.
Zwischen Zell und Mölsheim wurde Erdreich von einer Anhöhe auf die Straße gespült. Dort musste die Feuerwehr bei der Reinigung mit Hand anlegen. In Göllheim trat Wasser in verschiedene Gebäude ein, und so standen mehrere Keller und Kellerwohnungen bis zu 15 Zentimeter tief unter Wasser.
Die Bundesstraße 47 war in Höhe der Abfahrt Göllheim überflutet, das Wasser musste abgepumpt werden. Die Straße war im Laufe des Tages halbseitig gesperrt. Stellvertretender Wehrleiter Manuel Fischer sprach gestern Nachmittag von insgesamt 20 Einsätzen für die Göllheimer Wehr – „aber nichts allzu Dramatisches“.
Kita in Stetten erneut betroffen
Auch die Ortsgemeinde Stetten blieb nicht verschont. Friedhof, Kita sowie die Aussiedlerhöfe seien in Mitleidenschaft gezogen worden, berichtete Ortsbürgermeister Kai-Uwe Angermayer. Vor allem über die Äcker habe sich das Wasser vorgearbeitet. Laut Kirchheimbolandens Wehrleiter Matthias Groß sind auch in Stetten Keller vollgelaufen. Allerdings sei der Ort doch deutlich glimpflicher davongekommen als vor drei Wochen, unterstrich Angermayer: Am 4. Juni war die Wassergasse komplett überflutet worden, schwimmende Autos inklusive. Das Außengelände der Kita hatte danach hergerichtet werden müssen, und auch sonst war man im Ort einige Tage lang beschäftigt, um die Schäden zu beseitigen. „Das war das schlimmste Hochwasser seit 37 Jahren“, sagte Angermayer. Gestern sei man mit einem blauen Auge davongekommen, wenngleich so manch hergerichtete Stelle nun wieder in Mitleidenschaft gezogen wurde, wie Wehrleiter Groß schilderte.
Zur Unterstützung nach Eisenberg
Gestern Nachmittag, nach neuerlichen Regenfällen, rückte die Kirchheimbolander Feuerwehr – ebenso wie jene aus Winnweiler – zur Unterstützung nach Eisenberg aus. Dort herrschte bereits seit den frühen Morgenstunden Land unter. In der Hermann-Graf-Straße beispielsweise, unterhalb der Verbandsgemeinde-Verwaltung, trat binnen kurzer Zeit das Wasser auf etwa 100 Metern über das Ufer des Eisbachs. Ein Anlieger, der unmittelbar an der Brücke seine Hofeinfahrt hat, bemerkte das sich anstauende Wasser rechtzeitig und konnte so seine Einfahrt mit bereit liegenden Sandsäcken sichern. „Wir haben an dieser Einsatzstelle zahlreiche Fahrzeuge zusammengezogen, um ihre Pumpenleistung nutzen zu können“, sagte Michael Partsch, der Wehrleiter der Verbandsgemeinde.
Die Wehrleute pumpten Wasser, das aus Richtung Westen kam, über die Brücke und konnten dadurch den Wasserpegel regulieren. Kurz bevor die Wassermassen den höchsten Punkt der Sandsackbarriere erreichten, konnte das Wasser unter Kontrolle gebracht werden. Das Wasser auf der Brücke konnte indes mit dem Schwimmsauger abgepumpt werden, den die Feuerwehr erst kürzlich bekommen hatte.
„Zweite Welle“ im Tagesverlauf
Vollgelaufene Keller gab es mehrere. An der Straße zwischen Clauserhof und Ripperterhof bei Ramsen fiel aufgrund des aufgeweichten Bodens ein Baum in eine Telefonleitung.
Die heftigen Regenfälle hatten in der zweiten Nachthälfte eingesetzt, gingen auf das Eistal und die umliegenden Anhebungen nieder. Die Erde konnte die großen Wassermengen nicht mehr aufnehmen, Abwasserkanal sowie Eisbach wurden strapaziert. Im Bereich des Walzwerks unterhalb von Steinborn funktionierte die angrenzende Wiese als Polder.
Mitten in die Aufräumarbeiten in Eisenberg und im Leiningerland kam es dann gestern Nachmittag zu einer „zweiten Welle“. Diese musste nicht zuletzt deshalb unter erschwerten Bedingungen bekämpft werden, weil Feuerwehrleute der Verbandsgemeinde nach Bad Dürkheim geeilt waren, um ihre Kollegen in der besonders schwer betroffenen Kurstadt zu unterstützen.