Donnersbergkreis Heulen verstummt im nächsten Frühjahr

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Mit reichlich Verzögerung hält die digitale Technik auch bei der Brandschutz- und Katastrophenhilfe Einzug. Auch für die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Winnweiler hat im Herbst das Warten auf neue Funkempfänger ein Ende. Jetzt gilt es, die Geräte rasch anzuschaffen – und auch die Sirenen umzurüsten. Der Verbandsgemeinderat Winnweiler hat dafür am Donnerstagabend grünes Licht gegeben. Auch hat das Gremium signalisiert, dass ein neues Fahrzeug anrollen kann.

Dass die Digital-Alarmierung so lang hat auf sich warten lassen, liegt einerseits in technischen Schwierigkeiten, zum anderen in einem Bürokratie-Dickicht begründet, das allerdings nicht vor Ort zu suchen ist. Immerhin: Es ist soweit, dass all die Einheiten im Bereich der Rettungsleitstelle Kaiserslautern ab 1. Oktober auf digitalem Weg zu Einsätzen gerufen werden. Das Geld dafür sei schon seit drei Jahren im jeweiligen Haushalt eingestellt, erläuterte Bürgermeister Rudolf Jacob (CDU) dem Rat. Die digitale Alarmierung habe sich auch deswegen verzögert, weil das Land die Geräte „gebündelt“ habe anschaffen und sie dann verteilen wollen. Dagegen habe es Beschwerden gegeben. Wie auch immer: Die Feuerwehr-Träger kauften die Geräte nun direkt beim Hersteller, das wirke sich auch auf die Gewährleistung positiv aus, so Jacobs Einschätzung. Und, mithin das Wichtigste: „Unser Haushaltsansatz reicht aus“, hob der Bürgermeister hervor. Gut 68.000 Euro kostet die Umstellung, die das Land erklecklich fördert. So bleiben 41.000 Euro, mit denen der Umstieg auf Digitaltechnik für die Verbandsgemeinde zu Buche schlägt. Darin enthalten sind eine Zentralstation samt Software für die Einsatzzentrale der Stützpunktwehr sowie 290 Exemplare der digitalen Funkmeldeempfänger. Dass die Sirenen umgestellt werden, hängt mittelbar damit zusammen. Um die Feuerwehr auf den Plan zu rufen, dafür braucht’s die Sirenen ja eigentlich nicht mehr. Dass sie nun trotzdem auf digitale Steuerung umgestellt werden, das ist nicht für die VG als Trägerin des Brandschutzwesens von Belang. Vielmehr sei es Anliegen des Landes sowie der Landkreise, in deren Verantwortung der Katastrophenschutz fällt. Deshalb laute eine Empfehlung, die Sirenen als Warninstrument zu erhalten. Deshalb fördern Land und auch Kreis die Sirenenumstellung. Und die VG will sich der Empfehlung nicht verschließen. Zunächst wird übrigens noch parallel alarmiert. Nach der Übergangsphase wird das Heulen der Sirenen im Frühjahr verstummen. Ein weiteres: gut möglich, dass sich die VG 30 Empfänger sparen kann. Der Landkreis erwäge, erläuterte Jacob, Wehrleute mit Funktion auf Kreisebene – beispielsweise Angehörige des Gefahrstoffzugs oder der Schnellen Einsatzgruppen – seinerseits mit Empfängern auszustatten. Als erfreulich wertete Jacob, dass die im Haushalt schon eingestellten 41.000 Euro auch im ungünstigsten Falle ausreichten; also auch dann, wenn der Kreis die Sirenen-Umstellung doch nicht bezuschussen und keine Empfänger für Winnweilerer Wehrleute anschaffen sollte. Günstiger wird womöglich auch das Mannschaftstransportfahrzeug (MTF), das 2018 auf den Hof der Stützpunktwehr rollen soll. Das alte war hinüber, 13 Jahre alt, verrostet und reparaturbedürftig. Bei einer Versteigerung habe es immerhin noch 1605 Euro eingebracht. Das fällige neue MTF möchte nun der Donnersbergkreis als Messwagen für den Gefahrstoffzug nutzen. Dafür muss der Wagen aufgerüstet werden, was aber auf Kosten des Kreises geschieht. 45.000 Euro wird das Fahrzeug kosten. Als Eigenanteil waren 23.000 Euro vorgesehen. Dank des Kreiszuschusses verringere sich der VG-Anteil auf 21.000 Euro. Die Neuanschaffung sei bereits im Haushalt festgeklopft. Der Rat ermächtigte die Verwaltung, Angebote einzuholen und den Auftrag zu vergeben. Beide Beschlüsse fielen einstimmig. Christa Mayer (SPD) sah sich zur Warnung veranlasst, man mache sich zu sehr von Wohl und Wehe digitaler Technik abhängig. Grassierende Viren zeigten, wie gefährlich das sei. Jacob und Wehrleiter Christian Füllert versuchten, Bedenken zu zerstreuen. Auch wenn das System lahmgelegt sei, gebe es Wege für eine wirkungsvolle Alarmierung. Füllert wies auch darauf hin, dass die Feuerwehr schon jetzt Zentrale und Gerätehäuser besetze, sobald auch nur mal der Strom länger ausfalle. Bürger könnten sich darauf verlassen, auf kurzem Wege Ansprechpartner und Hilfe zu finden.

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