Winnweiler
Herzliche Begegnungen bei herzerwärmenden Suppen
„Das ist eine feine Initiative“, findet die noch immer munter plaudernde achtköpfige Tischrunde, die den Eindruck macht, als seien alle gemeinsam im Pfarrheim eingetroffen. „Nein, wir kannten uns vorher nicht“, berichten sie erstaunlicherweise. „Aber das macht nichts. Es ist richtig nett, hier zu sitzen und zu erzählen“, ergänzt Rothaut Voll aus Winnweiler, unterstützt vom Ehepaar Steitz aus Börrstadt. Und auf die Minute kommt es hier offensichtlich nicht an, alles verläuft entspannt und gelassen. „Die Besucherzahl lag im erwarteten Bereich“, sagt Stephan Schmitz vom Caritas-Ausschuss, der die Gemeindearbeit mit einem zehnköpfigen Team seit 2020 unterstützt und die Aktion auf den Weg gebracht hat. Die meisten Gäste waren angemeldet, vier Esser sind noch spontan dazugekommen. „Das war natürlich gar kein Problem“, betonen Monika Spieß und Dieter Knecht, ebenfalls Mitglieder im Ausschuss. „Wir freuen uns über jeden, der mitgegessen hat.“
Menschen ins Gespräch bringen
Auch Ortsbürgermeister Rudolf Jacob findet sich ein, probiert Gemüsesuppe mit Würstchen. Gut habe es geschmeckt, lobt er nicht nur das Küchen-Team und das Essen, sondern auch die Aktion selbst: „Gerade in Coronazeiten, in denen viele Kontakte runtergefahren werden mussten, ist das hier eine sehr sinnvolle Sache und ja auch das Kerngeschäft der Kirche: Menschen ins Gespräch zu bringen, eine Plattform für Begegnungen anzubieten.“ Genau das genießt Helena Kaufmann aus Höringen: „Wenn man viel allein ist, tut so eine Ansprache mit vielen Leuten richtig gut.“
Was nehmen die Initiatoren aus diesem ersten Suppen-Treffen mit? „Wir werden uns am 1. Dezember im Ausschuss zusammensetzen und Bilanz ziehen“, erläutert Schmitz. „Es gab die eine oder andere Anregung – beispielsweise einen Spielenachmittag –, die wir besprechen werden. Die nächste Einladung gibt es im März, vier sind – verteilt auf das Jahr – geplant.“
Jeder ist willkommen
„Es war ein Versuchsballon“, fügt Pfarrer Carsten Leinhäuser hinzu und überlegt, ob man die Suppeneinladung noch stärker vom Eindruck befreien sollte, dass man bedürftig oder einsam sein muss, um zum Suppenessen ins Pfarrheim zu kommen: „Eigentlich haben wir es so kommuniziert, dass wirklich jeder willkommen ist – unabhängig von seiner Situation. Wir wollen einfach nur zusammensein. Vielleicht muss das aber noch stärker in den Vordergrund gerückt werden.“
Für dieses Vorgehen spricht die Tatsache, dass vor allen Dingen ältere Menschen am Suppenessen teilgenommen haben. „Ja, es wäre schön, wenn auch Familien mit Kindern kämen“, resümiert Leinhäuser weiter. Aber die Basis scheint gelegt; es war ein mit Engagement und Herz gut organisierter, leckerer Anfang.