Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Herbstfest 2021: Verantwortliche loten Möglichkeiten aus

 Bilder vom Kassen-Andrang im Festzelt wie hier in normalen Herbstfest-Zeiten wird es 2021 nicht geben.
Bilder vom Kassen-Andrang im Festzelt wie hier in normalen Herbstfest-Zeiten wird es 2021 nicht geben.

Herbstfest daheim – ein zweifelhaftes Vergnügen. Die Notlösung vor Jahresfrist zur Neuauflage machen? Das erscheint den Verantwortlichen ein wenig sinnvoller Weg. Was aber wird nun aus dem Traditions-Fest im September? Am Montag wollen Ausrichter und Helfer erörtern, was überhaupt machbar scheint. Kommt die vorzeitige Absage in Betracht?

Eine virtuelle Weinprobe wird wohl niemand mehr allen Ernstes als echtes Erlebnis mit ungetrübtem Genuss bezeichnen – selbst wenn sich vorzügliche Tropfen in Gläsern vorm Monitor aneinander reihen. Herbstfest online – im vergangenen Jahr hatten die Veranstalter aus purer Not eine Tugend gemacht und zumindest ein ganz klein bisschen Fest-Flair in die heimische Stube übertragen. Ist das auch für September 2021 eine Alternative fürs größte Fest in und um Rockenhausen?

Michael Vettermann will – noch – keine verlässliche Aussage machen. „Weil ich es noch nicht kann.“ Rockenhausens Stadtbürgermeister will sich aber auch zu einer vorzeitigen Absage keinesfalls durchringen. Das Oktoberfest in München ist bereits vorzeitig abgeblasen. Dass nun deshalb auch eine Absage vier Monate vorm angestammten Volksfest-Termin nur ratsam wäre, dies sieht Vettermann allerdings nicht. Und auch seine Mitstreiter sehen sich bis dato nicht in allzu großem Zugzwang.

Herbstfest-Freunde verhalten optimistisch

Am Montagabend kommt das Thema aufs Tapet. Vertreter der Stadt als Ausrichter und unverzichtbare Stützen des Ereignisses wollen – per Fernschaltung – darüber beraten, wie sich denn ein Herbstfest anno 2021 gestalten könnte. Da gibt’s wohl einiges zu diskutieren. Und nur eines dürfte vorab klar sein: „An einen Festzeltbetrieb in gewohnter Form ist sicherlich momentan gar nicht zu denken“, sagt Vettermann, was er schon jetzt für unmöglich hält. Ansonsten aber ist noch so einiges offen, Ideen sind gefragt.

„Wir sind da in Gesprächen“, blieb Vettermann dieser Tage vorsichtshalber noch vage. Klar: Normalerweise müssten die Verträge mit Musikgruppen und Schaustellern längst unter Dach und Fach sein. Aber jene, die für gewöhnlich für Unterhaltung sorgen, üben sich wohl oder übel in Geduld: Es winken ja nicht gerade massenhaft alternative Engagements, so dass die Herbstfest-Organisatoren letztlich in die Röhre schauen müssten, sollten sie nicht rechtzeitig Verpflichtungen eingehen.

„Ich bin da gar nicht mal sooo pessimistisch“: Christian Dietz hielte eine frühzeitige Absage schlichtweg für verkehrt. Ein „Herbstfest light“ solle wenigstens etwas an Vergnügen bringen, findet Dietz. Er zählt zum dreiköpfigen Vorstand des 2013 gegründeten Vereins, der sich seinerzeit die Förderung des Fests auf die Fahne geschrieben hat und seither die Institution Herbstfest mit Ideen sowie finanziell unterstützt. Die Lightversion des Festgeschehens müsse „ohne den Ankerpunkt Zelt“ auskommen. „Das versteht sich von selbst“, bekundet Dietz, der mit Dominic Rieth und Felix Dinges den dreiköpfigen Vorstand des Vereins bildet.

Der Förderverein – laut Dietz „aus einer Bierlaune heraus“ gegründet und 90 Mitstreiter stark – unterstützt die klamme Stadt bei der Ausrichtung des viertägigen Fests. Ziel sei, das Programm sowohl quantitativ als auch qualitativ auf einem hohen Niveau zu halten. Mithin ist auch der Rat der Herbstfest-Freunde bei den Vorbereitungen zum nunmehr zweiten Fest unter Pandemie-Bedingungen selbstredend gefragt. Dass sich besagte Bedingungen jedoch stetig ändern, mache die Sache nicht einfacher.

Idee: Flaniermeile zwischen Festplatz und Schlosspark

„Wir haben ja in den vergangenen Jahren den Schlosspark als weiteren Schauplatz etabliert“, sieht Dietz in dem eher gediegenen Programm am Schloss eine willkommene Alternative für all jene Festbesucher, die dem Zelttrubel auch gerne mal entfliehen, wenn dort die Wogen am höchsten schlagen. Dietz könnte sich nun gut vorstellen, den angestammten Festplatz an der Schule mit dem Schlosspark irgendwie miteinander zu verbinden, durch diverse Anlaufstellen, die auch unter geltenden Hygienebedingungen aufgesucht werden könnten.

Auf dem Festplatz an der Schule selbst könnte es eine abgespeckte Variante eines Vergnügungsparks geben – „noch wissen wir ja nicht, wie sich die Lage bis dahin darstellt“, hält es auch Dietz für verfrüht, schon allzu verbindliche Aussagen zu treffen.

Einig sind sich die Verantwortlichen, dass das Festgeschehen „entzerrt“ werden müsse, eine räumliche Ballung von Feiernden nicht möglich sei, gleich wie sich das Pandemiegeschehen kurzfristig entwickele. Damit fällt aber auch die Zeltbewirtschaftung weg, die die Betriebsgesellschaft von Feuerwehr-Förderverein und Basketball-Club „Fastbreakers“ seit Jahren stemmt. Bedauerlich, findet der BBC-Vorsitzende Jürgen Manz. Mal eben montags 700 Portionen Essen auf die Zelttische zu bringen, das sei über die Jahre hinweg eine immense Herausforderung gewesen – aber eine lohnende, da dies für den Verein eine wichtige Einnahmequelle gewesen sei.

Dass die im Zuge der Pandemie wegbreche, sei bedauerlich. „Wir haben da zusammen mit der Feuerwehr und mit Unterstützung des Karnevalvereins Rohau jährlich allein während der Festtage rund 1000 Helferstunden geleistet“, sagt Manz. Gerne hätte man die auch diesmal wieder erbracht. „Aber an Feiern im Zelt ist eben nicht zu denken.“

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