Gerbach RHEINPFALZ Plus Artikel Heiratsantrag mal anders: Frage aller Fragen prangt auf grüner Wiese

Mit dem Frontmähwerk hat Jens Borckholder seinen Heiratsantrag in eine Wiese bei Gerbach „gezaubert“. Dabei hat er zunächst mit
Mit dem Frontmähwerk hat Jens Borckholder seinen Heiratsantrag in eine Wiese bei Gerbach »gezaubert«. Dabei hat er zunächst mit dem Traktor Hilfslinien gezogen und diese mehrmals vom gegenüberliegenden Hang aus kontrolliert. Etwa anderthalb Stunden hat die Aktion gedauert.

Seit über sechs Jahren sind Jens Borckholder und die Rheingauerin Sabrina Zoth ein Paar. Schon im Vorjahr hat der 29-Jährige beschlossen, seiner Angebeteten einen Heiratsantrag zu machen. Doch es dauerte, bis er seine ganz besondere Idee verwirklichen konnte. In diesem Jahr passte alles.

Der Gerbacher betreibt nebenberuflich einen landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb mit Ackerbau sowie Grünland, Kartoffeln und Freilandeiern in Direktvermarktung. Aufgrund seiner Tätigkeit ist ihm auch die Idee gekommen, die folgenreichste aller Fragen mit einem Frontmähwerk ins hohe Gras zu „zaubern“: „Willst du mich heiraten?“, steht seit einigen Tagen in riesigen Lettern auf einer Wiese oberhalb des Ortes, die von Verkehrsteilnehmern auf der L 385 zwischen Dielkirchen und Gerbach wunderbar zu sehen ist. „Meine erste Idee war, den Antrag mit dem Grubber in den Acker zu fahren“, erzählt Borckholder im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Das habe aber wegen den Flächenstrukturen nicht sonderlich gut funktioniert. Also hat er bereits im vergangenen Jahr beschlossen, die Vorteile des Frontmähwerks zu nutzen. „Im vergangenen Jahr war dann aber zu wenig Zeit – die Wiesen mussten schnell gemäht werden.“ Nun konnte er seinen Plan endlich in die Tat umsetzten.

Die Inschrift im Gras nahm allerdings die Zeit des Bräutigams in spe gehörig in Anspruch: Denn der Traktor hat kein GPS. „Ich musste alles frei Hand in die Wiese mähen“, erläutert Borckholder. Deshalb ist er zunächst mit dem Auto auf die der Wiese gegenüberliegenden Bergseite gefahren, um sich mit dem Fernglas erste Fixpunkte zu suchen. „Nachdem ich die ersten geraden Hilfslinien mit dem Traktor ,gezeichnet’ hatte, bin ich wieder mit dem Auto auf die andere Seite gefahren, um zu kontrollieren.“

Drei bis vier Mal ist der Landwirt zwischen der Anhöhe und der Wiese gependelt, um das Ergebnis zu kontrollieren und entsprechend zu korrigieren. Rund eineinhalb Stunden hat Borckholder am vorigen Freitag für sein Meisterstück gebraucht. Die Rundungen der Buchstaben seien besonders schwierig gewesen, auch habe er das Gefälle der Wiese sowie die Höhe des Grases berücksichtigen müssen, damit man die Schrift einwandfrei auf der gegenüberliegenden Talseite erkennen kann.

Ein Tisch aus Strohballen, Blumen und Flasche Sekt

Seine Freundin war in dieser Zeit im gemeinsamen Garten beschäftigt. Seit zwei Jahren lebt das Paar zusammen in Gerbach. Kennengelernt haben sich der Maschinenbautechniker und die Wirtschaftswissenschaftlerin in Stuttgart auf dem Volksfest Cannstatter Wasen. „Am Samstag fuhr sie dann zu ihren Eltern.“ Und war damit abgelenkt bis Sonntagmorgen, damit der 29-Jährige in Ruhe die letzten Vorbereitungen seiner romantischen Aktion ausführen konnte: Mit Strohballen und einem weißen Leintuch baute er auf der gegenüberliegenden Talseite der Wiese eine Couch auf. Blumen und eine Flasche Sekt hat er ebenfalls schon im Vorfeld arrangiert.

Am Sonntagmorgen war’s dann endlich soweit: Borckholder konnte seine Zukünftige zu einem gemeinsamen Spaziergang überreden, hinauf auf die Anhöhe zwischen Gerbach und Dielkirchen. „Als ich zu ihr gesagt habe, sie soll sich etwas Schönes anziehen, war sie schon sehr misstrauisch“, erinnert sich Borckholder und schmunzelt. „Auf dem Weg zu den Strohballen musste ich Sabrina immer wieder ablenken, damit sie noch nicht in die Richtung der Wiese schaut.“ Denn diese sei schon ziemlich früh zu sehen gewesen.

Endlich oben angekommen, sagte er dann zu ihr: „Dreh’ dich doch mal um und schau’, in welch einer schönen Gegend wir leben.“ Und wie nicht anders zu erwarten, war Sabrina Zoth nicht nur überrascht, sondern auch zu Tränen gerührt, als sie die Inschrift auf der Wiese entdeckte. „Ich dachte mir schon, dass er einen Antrag plant – nur wusste ich nicht wie“, so die künftige Braut.

„Dann habe ich den Ring rausgeholt und sie gefragt, ob sie mich heiraten will“, erzählt Borckholder weiter. Auch das überrascht nicht allzu sehr: Die Antwort lautete „Ja“. Den restlichen Vormittag verbrachte das Paar bei herrlicher Aussicht auf der Strohballencouch. „Viele, die vorbeifuhren, hielten an und gratulierten uns“, freuen sich die beiden über die Anteilnahme. Im nächsten Jahr soll nun die Hochzeit stattfinden. Der genaue Termin steht zwar noch nicht fest, aber so viel ist klar: natürlich vor der Heuernte!

Kennengelernt haben sie sich auf dem Canstatter Wasem, seit sechs Jahren sind Jens Borckholder und Sabrina Zoth ein Paar. Nun wi
Kennengelernt haben sie sich auf dem Canstatter Wasem, seit sechs Jahren sind Jens Borckholder und Sabrina Zoth ein Paar. Nun wird geheiratet.
x