Donnersbergkreis
Haus der Jugend Kirchheimbolanden: Stadt springt für weggebrochene Förderung ein
„Das Ziel kann nicht sein, dass es für die kommenden Jahre so weiter geht.“ Peter Will, beim CJD Abteilungsleiter für die Kinder-, Jugend- und Familienarbeit, verdeutlichte jüngst im Stadtrat die schwierige Situation. An der Art, wie das CJD Fördermittel erhalten habe, um das Haus der Jugend zu betreiben, habe sich in der Vergangenheit immer mal wieder etwas geändert. In den vergangenen Jahren habe die Verbandsgemeinde so als ein wichtiges Standbein über eine Projektförderung rund 48.500 Euro beim Kreis beantragt; 43.500 Euro für Personalkosten und 5000 Euro für Sachkosten.
Doch diesmal seien lediglich 31.851 Euro bewilligt worden – 30.350 Euro für Personalkosten und 1500 Euro für Sachkosten. Heißt: Das Haus der Jugend würde in diesem Jahr Personalkosten in Höhe von rund 13.150 Euro nicht refinanzieren können. Dadurch, so heißt es in einem Antrag des CJD, sei der Fortbestand der Einrichtung gefährdet. Deswegen hatte das Christliche Jugenddorfwerk die Stadt um einen Zuschuss gebeten.
Stadtbeigeordneter Jamill Sabbagh (Grüne), gleichzeitig Beigeordneter des Donnersbergkreises, erläuterte, dass der Kreis von der Kommunalaufsicht aufgefordert worden sei, freiwillige Leistungen zu streichen. „Wir brauchen ein Konzept für das Haus der Jugend“, sagte Sabbagh. Ähnlich sieht es auch Peter Will. Sein Wunsch: einen runden Tisch bilden und überlegen, wie sich das Haus der Jugend weiter erhalten lässt. In der Einrichtung sind zwei pädagogische Fachkräfte beschäftigt. Die brauche man auch. Außerdem seien die Erziehergehälter gestiegen.
Nicht in Gefahr geraten
Seit mehr als 35 Jahren gibt es ein Haus der Jugend in der Kleinen Residenz – Initiator und Mann der ersten Stunde war der verstorbene Elmar Funk. Seit 2001 steht das Haus in der Trägerschaft des CJD. Finanziert wird es im Rahmen der Jugendsozialarbeit durch die Stadt und die Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden – und eben mit Hilfe solcher Fördergelder.
„Wir wollen nicht, dass das Haus der Jugend in Gefahr gerät“, betonte Stadtbürgermeister Marc Muchow (CDU). Ähnlich sahen es auch weitere Stadtratsmitglieder. „Wir waren uns im Rat in der Vergangenheit einig, dass wir das Haus der Jugend erhalten wollen, weil alle es für wichtig erachtet haben“, meinte Thomas Edinger (CDU). Als das Haus der Jugend aus seinem langjährigen Domizil in der Amtsstraße ausziehen musste, weil die Stadt das Gebäude verkauft hatte, habe sich der ehemalige Stadtbürgermeister Klaus Hartmüller sehr bei der Suche nach einem neuen Standort eingesetzt. Dieser Standort in der Marnheimer Straße komme gut an. „Es ist schön an dieser Stelle, einigen gefällt es dort besser als vorher“, sagte Edinger.
Stadt finanziert 2020 Lücke
Auch Alexander Groth (FWG) sprach sich grundsätzlich dafür aus, die Einrichtung weiter zu unterstützen. Andererseits zeigte er sich aber auch nicht glücklich darüber, dass nun die Stadt für das einspringen solle, was der Kreis nicht mehr zahle. Nadja Stucky (Grüne) stellte unter anderem die Frage, ob so etwas wie das Haus der Jugend auch andernorts in Kirchheimbolanden notwendig sei. Aber auch, wie es künftig weitergehe. „Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass das Haus der Jugend bestehen bleibt“, sagte Thomas Bock (Wir für Kibo). Deswegen werde er auch der Unterstützung bei den Personalkosten zustimmen.
Der Stadtrat stimmte schließlich auch einmütig dafür, in diesem Jahr die Lücke von 13.150 Euro zu übernehmen. Aber es soll auch darüber gesprochen werden, wie es künftig weitergeht. Auf Vorschlag von Stefan Schwarz (FWG) wird sich der Ausschuss für Soziales, Generationen und Ehrenamt damit beschäftigen.