Göllheim RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Sina Graf findet Saisonabbruch „fair und richtig“

„Wir hätten den Klassenerhalt auch sportlich geschafft“: HR-Spielertrainerin Sina Graf.
»Wir hätten den Klassenerhalt auch sportlich geschafft«: HR-Spielertrainerin Sina Graf.

Die Coronakrise sorgte für ein abruptes Ende dieser Handballsaison. Absteiger gibt es keine. Davon profitieren auch die Damen der HR Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim. Diese steckten in der Pfalzliga mitten im Abstiegskampf. HR-Spielertrainerin Sina Graf spricht mit Michael Hehn über ihre Einschätzung.

Frau Graf, wie schätzen die Maßnahme wie Abbruch der Runde und die Entscheidung, dass es zwar Aufsteiger, aber keine Absteiger geben wird, ein?
Natürlich macht man sich so seine Gedanken, wie der Verband mit einer solchen Situation umgehen könnte. Die kommunizierte Lösung finde ich fair und richtig. Ich hätte ich mir aber gewünscht, dass diese Entscheidung etwas früher getroffen worden wäre.

Können Sie sich über diese Art des Klassenerhalts freuen? Hätten Sie und Ihre Mädels es auch unter normalen Umständen geschafft?
Im Endeffekt haben wir unser Saisonziel mit dem Klassenerhalt erreicht. Darüber freuen wir uns natürlich, auch wenn die Art und Weise, wie es dazu kam, die Freude doch trübt. Ich bin mir aber absolut sicher, dass wir den Klassenerhalt auch sportlich geschafft hätten, da wir in der Rückrunde richtig stark waren. Ich denke aber auch, dass sich kein Team wirklich freuen kann. Es ist einfach komisch, ohne die sozialen Kontakte sich zu freuen und nicht mit dem gewohnten sportlichen Umfeld in Kontakt zu sein. Aber es gibt aktuell viel Wichtigeres als Handball. Es geht darum, die ganze Situation heil zu überstehen.

Wie bewerten Sie sportlich diese Saison in der Pfalzliga?
Wir zahlten oft Lehrgeld. Wir waren oft ebenbürtig, um am Ende doch knapp zu verlieren. Der Verlauf der Runde ist ein Spiegel der letzten Jahre. Zu Beginn der Runde tun wir uns immer schwer. Wir brauchen etwas Zeit, um uns als Mannschaft zu finden. Da wir nur selten Spielerinnen in unseren Reihen haben, die ein Spiel im Alleingang entscheiden können, geht es bei uns immer nur über das Team. Und das braucht seine Zeit. Deshalb war ich über den Saisonverlauf auch nicht wirklich überrascht. Wichtig ist, die Geduld nicht zu verlieren. In der Rückrunde haben wir uns deutlich verbessert und auch die Punkte geholt. Die Geduld hat sich also ausgezahlt. Deshalb bin überzeugt, dass wir auch unter normalen Umständen nicht abgestiegen wären.

Zu Saisonbeginn waren Sie eher auf dem Platz zu Hause, nach dem Rücktritt von Trainer Sasa Ilic haben Sie selbst wenig gespielt und sich vermehrt den Aufgaben auf der Bank gewidmet. Die Lösung für die Zukunft?
Ja. Zu Saisonbeginn stand ich häufig auf dem Platz und bin dann nach Sasas Abschied auf die Bank gewechselt. Als Sportlerin tut mir das natürlich im Herzen weh, da will man immer spielen. Aber mein Kopf sagt mir auch, dass das gut war, weil ich nicht völlig fit war. Was die Zukunft angeht, ist noch alles offen. Allerdings ist es im Moment schwierig, etwas zu entscheiden. Wenn es so weiter laufen sollte, wie in der Rückrunde, ist das okay. Falls noch ein Trainer kommt, ist das für mich auch in Ordnung.

Wie weit sind die Personalplanungen für die kommende Runde?
Auch hier gilt, dass uns die gesamte Situation vor Herausforderungen stellt. Von vielen Spielerinnen gibt es schon Zusagen für die kommende Runde, bei einigen gibt es aber auch noch Fragezeichen. Was externe Neuzugänge angeht, sind wir bei einer Spielerin – ohne den Namen zu nennen – schon sehr weit gewesen. Auf jeden Fall werden wir für die nächste Saison einen guten Kader haben.

Halten Sie es für realistisch, dass die Saison 2020/21 wie geplant im September starten kann?
Ich hoffe es! Hoffentlich sind die Voraussetzungen dann so weit, dass wir wie geplant starten können. Dies würde vermutlich aber bedeuten, dass es keine gewöhnliche Vorbereitung geben könnte. Denkbar wäre auch, dass die Spiele für eine gewisse Zeit ohne Zuschauer stattfinden könnten, was für uns bei unseren tollen Fans ein Nachteil bedeuten würde. Denkbar wäre auch, dass der Start nach hinten verschoben wird. Es ist eine schwierige Situation. Ich bin gespannt. Interview: Michael Hehn

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