Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Höringen: Im falschen Wachenheim

Auch der Verein Lebesraum Dorf präsentierte sich im Umzug.  Foto: J. Hoffmann
Auch der Verein Lebesraum Dorf präsentierte sich im Umzug.

Die Ortsgemeinde Höringen gibt sich schon seit Jahren deutlich Mühe, ihren Einwohnern und Gästen eine attraktive Kerwe zu bieten. So auch in diesem Jahr wieder in Form einer Zeltkerwe. Der Umzug am Sonntag hat wieder viele Gäste angelockt.

Angeführt wurde der farbenprächtige Lindwurm von der örtlichen Straußjugend. Dabei präsentierten die jungen Leute ihr Schmuckstück, den Kerwestrauß mit den vielen bunten Bändern. In der Schaufel des Traktors: Kerwerednerin Miriam Seib und ihr Mundschenk Moritz Brutscheck. Frohgelaunt verwiesen sie auf die später nachfolgende Kerwerede.

Der Verein Lebensraum Dorf (LRD), der auch im Ortsgemeinderat vertreten ist, wünschte vom Umzugswagen heraus schöne Kerwetage. Mitglieder verteilten an die Menschen am Straßenrand Getränke und Käsespieße. Der allgemeine Sportverein, der im vergangenen Jahr das 60. Jubiläum gefeiert hat, bewegt in mehrfacher Hinsicht die Massen. Vielfältig ist das sportliche Angebot für jung und alt in Sachen Tischtennis und Aerobic bis hin zu Gymnastik und Zumba. Der örtliche Krabbelkreis war durch Mütter und ihre Sprösslinge vertreten, die auf ihre regelmäßigen Zusammenkünfte verwiesen. Während einige der jungen Teilnehmer bereits im Bollerwagen Platz nahmen, lagen andere Krabbelkinder ganz entspannt im Kinderwagen.

Rote Radler fordern Fahrradweg

Ab Ende des Monats gibt es in Höringen wieder einen Jugendraum. Dies machten die „Cool Kids“ der evangelischen Gemeinde deutlich. Sehenswert ihr mit Bändern bunt geschmückter Handwagen, den sie durch die Ortsstraßen zogen. Zu Gast im Kerweumzug waren befreundete Jugendgruppen aus umliegenden Gemeinden, so aus Dörnbach, Katzenbach, Gehrweiler, Gundersweiler und Münchweiler. „Ein gutes Team löst alle Probleme“, verbreitet der SPD-Ortsverein mit seiner Fahrradgruppe. Aus aktuellem Anlass. Denn Höringen will einen lückenlosen Radweg nach Winnweiler. Milliarden Euro würden für Landstraßen ausgegeben, aber es gebe kein Geld für Radwege, prangerten die Sozialdemokraten auf ihren Plakaten an. Als „rote Radler“ fordern sie nun schnell eine Lösung für einen sicheren Weg mit dem Fahrrad nach Winnweiler.

Es gab schon einige Ereignisse in den vergangenen Monaten, die Kerwerednerin Miriam Seib für wichtig genug hielt, darüber zu berichten. Sie brachte dabei so manche bis jetzt geheim gebliebene Episode ans Tageslicht. Zwei Paare aus der Gemeinde freuten sich auf ein ausgelassenes Weinfest in Wachenheim. Doch die Ernüchterung kam, als sie ihre Betten aufsuchen wollten. In der angelaufenen Pension waren für sie keine Zimmer reserviert. Zu Hause kam ihnen dann die Erleuchtung. Ein Ort mit diesem Namen gibt es sowohl in der Pfalz als auch in Rheinhessen, und so war ganz einfach die Übernachtung im Ort ohne Weinfest gebucht gewesen.

Hecke von Müllauto plattgemacht

Kälber brauchen zu manchen Zeiten ihre Ruhe. Diese Erkenntnis musste laut der Kerwerede ein Handwerker machen. Als er nämlich Reparaturen im Stall durchführte, randalierten die Kälber. Sie schubsten den Verursacher derart, dass er zu Boden stürzte. Glück hatte er dabei, denn er landete mit seinem Gesicht in den Hinterlassenschaften der Hornviecher. Für einen Hausbesitzer hat das Jahr mit Schreckensnachrichten begonnen. Kaum waren die Neujahrsglocken verstummt, hat ein Müllfahrzeug seine schöne Hecke als Abgrenzung platt gemacht. Noch nicht von diesem Ereignis erholt, gab es bereits den nächsten negativen Vorfall. Aus unerklärlichen Gründen gab es im Haus einen Wasserrohrbruch mit entsprechenden Folgen. Nun hofft die Dorfgemeinschaft, dass dieses Haus keinerlei Schaden mehr erleidet.

Traditionell hat die Straußjugend die Kerwe am Freitag ausgegraben und zu neuem Leben erweckt. Sie selbst gestalteten einen Disco-Abend, der wieder viele Gäste nach Höringen lockte. Neu im Kerweprogramm ist der gesellige Abend im örtlichen Bauerncafé, wo ebenfalls Kerwestimmung herrschte. Tanz und gutes Essen prägten den Kerwesamstag. Für einen fetzigen Kerwerock sorgte die Gruppe „Un-er-hört“ die sich mittlerweile als Kerweband einen guten Namen gemacht hat. Am Wochenanfang klang das Fest wieder aus.

Betrieben wurde die Zeltkerwe auch dieses Jahr von den örtlichen Vereinen, deren Mitglieder sich dabei in den Dienst einer guten Sache stellten. Denn der gesamte Erlös bleibt in der Kerwekasse. Daraus werden Projekte oder Anschaffungen finanziert, für die im Haushalt der Kommune kein Geld zur Verfügung steht.

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