Kommentar von Jutta Glaser-Heuser
Gut gegangen

Sie seien froh, dass das Projekt „Umgestaltung Thielwoog in ein naturnahes Gelände“ vom Land durch die Aktion Blau Plus gefördert werden kann. Das erklären unisono Stadtbürgermeister Marc Muchow, Planerin Caroline Engelhardt und die Projektverantwortliche der Verwaltung, Tatjana Fuchs. Das Land sei der Stadt da schon ein Stück weit entgegengekommen, denn eigentlich sei der Rückbau von Verrohrung und Quellfassung bis ins Judental für eine Teilnahme an der Aktion Blau Fördervoraussetzung. Das aber hätte bedeutet, dass der Teich im Schlossgarten nicht mehr wie seit Fürstenzeiten für seine Wasserspiele aus der Quelle im Judental gefüttert würde. Umweltschutz und Denkmalschutz prallten hier aufeinandern.
60 Prozent Förderung konnten die beiden Bürgermeister Klaus Hartmüller und Axel Haas gemeinsam mit Tatjana Fuchs aber doch noch erstreiten. Sie ließen nicht locker, und die Landesbehörde hatte schließlich ein Einsehen. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass die fehlende Fördersicherheit durch das Land letztlich auch Geld gekostet hat. Immerhin wurden hier rund 10.000 Euro in den Sand gesetzt, weil das „Starterprojekt“ mitten in der Planung plötzlich abgesetzt wurde.
Wenn ab – voraussichtlich – Frühjahr 2022 der Erholungspark von den Menschen aus Kirchheimbolanden und den Orten im Umfeld genutzt und genossen werden kann, dann wird dieses vom Land verursachte Planungschaos aber wohl schnell in Vergessenheit geraten. Und wenn irgendwann vielleicht sogar Lisel Heise auf einer Parkbank dem Plätschern des Leiselsbaches lauscht und sich über den Verlust des Freibades trösten kann, dann wäre am Ende ja doch noch alles gut.
