Donnersbergkreis Gipfeltreffen der Jugend
Es ist ein EU-Gipfeltreffen der anderen Art: Nach monatelanger Planung findet ab morgen zum ersten Mal im Rahmen der Städte- und Gemeindepartnerschaften eine Jugendfreizeit in Rockenhausen statt. Während des einwöchigen Kennenlernprojekts wollen die 62 Teilnehmer nicht nur gegenseitige Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkunden, sondern sich auch zu aktuell europäischen Themen austauschen.
Die Idee, deutsche Teenager mit Gleichaltrigen aus den Partnerstädten Rognac (Frankreich), Krk (Kroatien) und der VG-Partnergemeinde Glubcyzce (Polen) bei einer Jugendbegegnung zusammenzubringen, kam Stadtbürgermeister Karl-Heinz Seebald bei der letzten Jubiläumsfeier mit Rognac in den Sinn. Zwar seien sowohl die langjährigen als auch die jüngeren Verbindungen sehr lebendig, allerdings habe er den Eindruck gehabt, dass man die Jugendlichen in einem größeren Maß ansprechen könnte als es innerhalb der Partnerschaftsorganisationen bereits geschehe. Schnell stieß der Vorschlag in den jeweiligen Freundeskreisen auf regen Anklang, und auch der EU-Förderantrag zur Finanzierung des 30.000 Euro kostendenden Projekts ist seit Anfang Mai genehmigt. Damit ist die einwöchige Jugendbegegnung für alle Teilnehmer komplett kostenfrei. Die Planung hinter den Kulissen der Freizeit begann für Jugendreferentin Johanna Görzen und den ersten Stadtbeigeordneten Gerd Fuhrmann jedoch viel früher. Seit Ende Oktober vergangenen Jahres laufen die Vorbereitungen des Gastgebers, bei denen beispielsweise Schulen und Vereine aus dem Rockenhausener Umland kontaktiert wurden, um Jugendliche auf das neue Angebot aufmerksam zu machen. Das habe soweit gut funktioniert, allerdings wünsche man sich, dass die Schulen und Vereine die jungen Leute noch stärker zu einer Teilnahme animieren würden. „Ideal wäre es für die jungen Kroaten, die während der Sommerferien im Ferienhotspot Krk in der Gastronomie aushelfen müssen, wenn die nächste Freizeit während der Schulzeit stattfinden könnte. Das ist jedoch nicht so einfach“, weiß Verbandsbürgermeister Michael Cullmann. Nichtsdestotrotz sei es das Ziel, internationale Freundschaften unter den jungen Leuten zu fördern und so engagierten Nachwuchs für die Freundeskreise zu gewinnen. „Schön wäre es auch, wenn aus der Veranstaltung neue Partnerschaften zwischen Krk, Rognac und Glubcyzce hervorgehen würden“, findet Görzen. Denn bisher stehen die anderen Partnerstädte untereinander nicht in Kontakt. „Schließlich soll aus der diesjährigen Freizeit eine Ringpartnerschaft entstehen, bei der sich die Gastgeber jährlich abwechseln“, ergänzt VG-Beigeordneter und Vorsitzender des Freundeskreises, Christian Angne. Zum anderen wolle man so den Jugendlichen die Vorteile eines gemeinsamen Europas näherbringen und die Möglichkeit bieten, sich über bestimmte Themen auszutauschen. So beinhaltet das Programm neben dem Kennenlernaspekt beispielsweise auch den Themenschwerpunkt „Jugendarbeitslosigkeit in Europa“. Hierbei stellen sich lokale Unternehmen vor und informieren über Berufe, Praktika und die Ausbildung in Deutschland oder dem europäischen Ausland. Des Weiteren steht ein Besuch im Mainzer Landtag an, bei dem sich die jugendlichen Teilnehmer mit Politikern über die Bedeutung Europas unterhalten können. Auch die Frage, wie Integration von Geflüchteten in den verschiedenen Ländern gelingen kann, soll Anstoß zur Diskussion sein. Abschluss der Jugendbegegnung bildet die Abschiedsfeier am Freitag, 27. Juli, im Rockenhausener Schlosspark, zu der auch die Bevölkerung eingeladen ist. Neben Vereinsbeiträgen, gibt die Band „Shaian“ aus Kaiserslautern, bestehend aus Geflüchteten unterschiedlicher Herkunft, ihr musikalisches Repertoire zum Besten und setzt damit ein Zeichen für eine gelungenes interkulturelles Beisammensein. „Wir freuen uns auf das bunte Treiben während der Freizeittage und sind froh, dass unsere Idee nicht nur eine Idee bleibt, sondern endlich in die Tat umgesetzt wird“, sieht Stadtbürgermeister Seebald dem kommenden Event mit Vorfreude entgegen. „Und vielleicht trägt unser Projekt dazu bei, dass in Zukunft Berührungsängste schneller abgebaut werden“, wünscht sich Johanna Görzen.